Postauto steht in Vollbrand
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Mehrere Leservideos zeigen:Postauto steht in Vollbrand

Schnupperstift, Radio-Moderatorin, Mutter, Chauffeur, Coop-Mitarbeiter
Diese fünf Leben riss Roger K. mit in den Tod

Bei der Tragödie von Kerzers haben fünf Menschen samt Täter ihr Leben verloren. Unter den Opfern: ein junger Bub und der Postauto-Chauffeur.
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Innert Sekunden stand der Bus in Flammen.
Foto: Screenshot Leservideo

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Bus in Kerzers FR brannte, fünf Tote durch Selbstentzündung von Roger K.
  • Postauto-Chauffeur Albino R. öffnete Türen, starb als Held
  • Fabian Keller (†16) hatte gerade Schreinerlehre begonnen, starb tragisch
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Johannes HilligRedaktor News

Eine gewöhnliche Busfahrt endete in einer Katastrophe. Als Roger K.* (†65) am 10. März im Postauto sass, zückte er plötzlich ein Feuerzeug, übergoss sich mit Benzin und zündete sich an. Der Bus ging in Kerzers FR in Flammen auf und riss fünf Menschen aus dem Leben. Drei Passagiere konnten sich verletzt aus dem Bus retten. 

Am Freitagabend gedachten die Menschen aus Kerzers und Umgebung nun der Opfer, die die Tat von Roger K. gefordert hat. Opfer, Angehörige, Einsatzkräfte und die Bevölkerung trafen sich in der Seelandhalle zur Gedenkfeier.

Fabian Keller

Fabian Keller (†16) hatte noch sein ganzes Leben vor sich, machte gerade seine ersten Schritte ins Berufsleben. «Er hat viel zu jung gehen müssen», sagte Fabians Mutter Regula Keller (54) wenige Tage nach der Tragödie zu Blick. Am Unglückstag hatte Fabian gerade den zweiten Schnuppertag seiner Schreinerlehre in Courtepin FR absolviert. 

Fabian Keller hatte gerade den zweiten Schnuppertag seiner Schreinerlehre in Courtepin absolviert, als er in den Bus stieg, in dem der Täter bereits sass.
Foto: Beat Michel

Einen Tag zuvor sei Fabian noch voller Euphorie gewesen. Nach dem ersten Schnuppertag bei der Schreinerlehre habe er sich sofort bei ihr gemeldet. «Er hat noch per Videoanruf erzählt, dass alles gut gegangen sei und er in der kommenden Woche auf die Baustelle könne. Er hat so viel Freude gehabt. Und dann passiert am nächsten Tag so etwas.»

«Das Jugendheim sagte mir, dass er vermisst werde»
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Mutter von Opfer Fabian (†16):«Das Jugendheim sagte mir, er werde vermisst»

Postauto-Chauffeur Albino R.

Albino R.* (†63) hatte am 10. März Dienst und fuhr das Postauto, das in Kerzers in Flammen aufgegangen ist. 

Bus-Chauffeur Albino R. sass hinter dem Steuer des Postautos, als der Brand in der Mitte des Fahrzeuges ausbrach.
Foto: Zvg

Statt schnell zu flüchten und irgendwie rauszukommen, blieb Albino R. laut seinem Sohn Leandro G.* (42) im Bus. «Mein Vater starb als Held», sagte G. zu Blick. Der Chauffeur habe reflexartig angehalten und die Türen geöffnet. G. weiter: «Er hat sich also entschieden, nicht auszusteigen, möglicherweise, um besser helfen zu können.» Technische Feststellungen ergaben später, dass der Bus mit zwei Passagiertüren ausgestattet war, welche sich normal, erst bei Stillstand des Busses, öffnen liessen.

So ein Verhalten passe zu seinem Vater, schilderte Albino R. «Er war jemand, der niemals aufgibt. Ein lebensfroher Mensch, immer für andere da, für die Familie, für die Enkelkinder.» Dass der fünffache Grossvater als Held gestorben ist, ist ein kleiner Trost für den 42-Jährigen. «Auf jeden Fall macht uns das stolz.»

«Es macht uns stolz, das passt zu ihm»
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Sohn von Busfahrer:«Es macht uns stolz, das passt zu ihm»

Lara Baumgartner

Im Bus sass auch Lara Baumgartner (†26), Moderatorin von Energy Bern. Radio Energy gehört wie Blick zu Ringier. Ein Schock für Familie, Freunde und Arbeitskollegen. Um der 26-Jährigen zu gedenken, gab es zwei Tage nach der Tragödie eine Spezialsendung. Simon Moser von Energy Bern, Anja Schäublin von Energy Zürich und Vivian Kunkler von Energy Basel führten gemeinsam durch den Morgen. Es gab keine Spiele, keine Rubriken. Lara Baumgartner stand im Mittelpunkt – und die Trauer.

Die Moderatorin von Radio Energy, Lara Baumgartner, kam beim Brand ums Leben.
Foto: zVg

Der Schock, dass die 26-Jährige nicht mehr da ist, war deutlich zu spüren. «Wir haben im Team Kerzen für die Opfer angezündet und der Familie von Lara einen Brief geschrieben», erzählte Anja Schäublin in der Sendung. Dann kam auch noch eine Kollegin zu Wort. «Hoi Lara, erst am Montag sassen wir noch in der Sonne und haben über das Leben philosophiert und du hast mir von deinen Zukunftsplänen erzählt.» Sie vermisse Lara Baumgartner sehr. «Mir fehlen die Worte. Ich denke fest an dich. Du wirst so fehlen.»

«Sie hatte so viele Ideen und so viel Lebensenergie»
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Energy gedenkt Moderatorin:«Sie hatte so viele Ideen und so viel Lebensenergie»

Ramesh S.

«Er war ein Sonnenschein. Er hatte Träume, Wünsche und Ziele in seinem Leben», sagte ein Geschwisterpaar aus Wohlen AG, das anonym bleiben will, über Ramesh S.** (†29), zu Blick. 

Ramesh S. aus Kerzers ist beim Postautobrand gestorben.
Foto: zvg

Auf seinem Arbeitsweg in die Coop-Filiale Düdingen FR sei er jeweils eine Station mit dem Bus gefahren. «Er hat mir immer am Morgen, wenn er arbeiten gegangen ist, ein Snapchat-Foto vom Bus geschickt», erzählt eine Verwandte. Auf dem Heimweg nochmals. «Am Dienstagabend kam aber kein Snap mehr an.»

Die Verwandten sind traurig und wütend auf Roger K. und diese furchtbare Tat. «Wenn er sich umbringen wollte, dann hätte er es auch einfach irgendwo allein machen können.»

Viktoria P.

Viktoria P.** (†39) starb bei der Katastrophe von Kerzers. Sie war an der Universität Freiburg angestellt und stammte aus der Region. In den sozialen Medien finden sich viele Beileidsbekundungen, in denen um die 39-Jährige getrauert wird. Sie sei jetzt endlich bei ihrem Sohn im Himmel, heisst es in einem Beitrag der Familie. Dahinter versteckt sich eine traurige Geschichte: P. verlor ihren Sohn 2014 unter tragischen Umständen. 

Roger K.

Roger K. lebte zurückgezogen in einem Camper in der Nähe von Aarberg, einer Gemeinde im Berner Seeland. Er fiel schon in der Vergangenheit negativ auf. Er verschanzte sich 2019 im SRF-Gebäude in Bern und drohte, sich etwas anzutun. Und er meldete sich auch bei Blick in einem Schreiben.

Roger K., der Täter von Kerzers, fiel schon früher auf.
Foto: zvg

«Ich bin schwer an einer Muskelerkrankung erkrankt und habe mein Leben lang gearbeitet», erzählte K. in einer Nachricht an den Blick damals. «Jetzt möchte ich meinen letzten Willen noch ausleben, bevor ich in Frieden gehen kann.» Er gab im E-Mail an, dass er aktuell in einem Arbeitsprogramm im Kanton Freiburg arbeite.

Die Ermittlungselemente zeigten, dass der mutmassliche Täter Roger K. allein gehandelt habe. Die Polizei ging von einem erweiterten Suizid aus. 

Hier findest du Hilfe

Diese Stellen sind rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen und für ihr Umfeld da:

Adressen für Menschen, die jemanden durch Suizid verloren haben

Diese Stellen sind rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen und für ihr Umfeld da:

Adressen für Menschen, die jemanden durch Suizid verloren haben

* Namen bekannt 

** Namen geändert 

Hinweis der Redaktion: Teile dieses Beitrags erschienen erstmals am 16. März 2026. Der Artikel ist am Freitag (10. April 2026) auf den neusten Stand aktualisiert worden.

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