Postauto steht in Vollbrand
1:05
Mehrere Leservideos zeigen:Postauto steht in Vollbrand

Postauto-Täter von Kerzers lebte zurückgezogen im Camper
«Was passiert ist, ist unglaublich tragisch»

Nachdem am Dienstag in Kerzers FR insgesamt sechs Menschen gestorben sind, sind viele Fragen offen. Die Nachbarn von Roger K. sind geschockt und sagen, er habe sehr zurückgezogen in einem Camper gelebt.
1/8
Die Trauer sitzt noch immer tief. Nachdem in Kerzers FR am Dienstag sechs Menschen starben, legen Menschen Blumen nieder.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein 65-Jähriger zündete sich in einem Postauto in Kerzers an
  • Roger K. lebte zurückgezogen und fühlte sich von Behörden im Stich gelassen
  • Fünf weitere Menschen starben
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.

Am Dienstag riss der 65-jährige Roger K.* fünf unschuldige Menschen mit sich in den Tod. In einem Postauto in Kerzers im Kanton Fribourg übergoss er sich mit Benzin und zündete sich an. Die Trauer und der Schock sitzen tief. Auch in dem Dorf, in dem der 65-Jährige gewohnt hat.

Er lebte zurückgezogen in einem Camper in der Nähe von Aarberg, einer Gemeinde im Berner Seeland. «In dem Weiler stehen nur wenige Häuser und die Stimmung ist sehr trist, weil es heute geregnet und geschneit hat», sagt Reporterin Helena Graf, die sich am Samstag ein Bild vor Ort machen wollte.

Chaotische Zustände und Kindervelos

«Das Wohnmobil steht auf einem Vorplatz eines Bauernhauses. Bei dem Haus stehen auch viele Kindervelos», schildert sie ihre Eindrücke. Der Camper ist in einem schlechten Zustand und quer über die Motorhaube liegt ein Solarpanel. «Durch die Scheibe konnte ich etwas ins Innere schauen. Jedoch ist die Fahrerkabine so zugestellt, dass man nicht viel erkennt. Es sah sehr chaotisch aus», sagt die Reporterin.

Relativ schnell wurde sie von einer Anwohnerin angewiesen, den Ort zu verlassen. Die Vermieter hätten strikte Anweisungen gegeben, die Presse wegzuschicken.

Nachbarn sind geschockt

Bereits am Freitag berichteten mehrere Medien über das Leben und den Wohnort von Roger K. Gegenüber «Ajour» sagte eine Nachbarin: «Es ist schrecklich, es fehlen einem die Worte für das, was passiert ist». Gekannt habe sie ihn kaum. Er sei sehr verschlossen gewesen und «lebte in seiner eigenen Welt». 

«Ich denke oft daran, dass er auch den Camper in Brand hätte stecken können. Und der steht so nahe am Haus», sagte sie. Der Hauseigentümer, der Roger K. den Platz zur Verfügung stellte, erzählte, dass die Tochter von Roger K. ein Pferd im Stall nebenan hatte und so der Kontakt zu K. zustande kam. 

Anfangs habe K. ihm bei kleineren Arbeiten auf dem Hof geholfen. Aufgrund grosser Schmerzen und Gelenkproblemen sei das aber nicht mehr möglich gewesen. «Er war ein zurückgezogener Mensch, aber seine Enkelkinder haben ihm immer Freude bereitet», erinnerte sich der Vermieter. Von den Behörden aber habe er sich im Stich gelassen gefühlt.

Polizei suchte nach Roger K.

Einmal, vor etwa drei Jahren, habe er gesagt: «Ihr werdet euch noch an mich erinnern.» Am Dienstag sei er plötzlich verschwunden und von der Polizei gesucht worden. Als die Polizei den Hauseigentümer am Mittwoch erneut aufsuchte, sei ihm schlagartig klar geworden, was passiert war. «Dass er zu so einer schlimmen Tat fähig wäre, hätte ich nie gedacht», sagt er. 

Das Geschehene bewegt die Nachbarschaft. «Was passiert ist, ist unglaublich tragisch», sagt eine Anwohnerin am Samstag gegenüber Blick. Gekannt habe sie Roger K. aber nicht.

*Name bekannt

«Sie hatte so viele Ideen und so viel Lebensenergie»
2:15
Energy gedenkt Moderatorin:«Sie hatte so viele Ideen und so viel Lebensenergie»
Heiss diskutiert
    Meistgelesen