«Das Jugendheim sagte mir, dass er vermisst werde»
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Mutter von Opfer Fabian (†16):«Das Jugendheim sagte mir, er werde vermisst»

Jetzt spricht seine Mutter
Fabian Keller ist das jüngste Opfer (†16) von Kerzers FR

Sechs Menschen sterben beim Postauto-Brand in Kerzers. Das jüngste Opfer war gerade einmal 16 Jahre alt. Nun spricht die Mutter von Fabian Keller über den Verlust ihres Sohns.
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Beim Busbrand in Kerzers kam auch ein Jugendlicher ums Leben.
Foto: Screenshot Leservideo

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Fabian Keller (†16) starb am Dienstag beim Postauto-Brand in Kerzers FR
  • Täter Roger K. (†65) zündete sich mit brennbarer Flüssigkeit an
  • Sechs Tote, darunter Keller, der Schreinerlehre begann und viel Hoffnung hatte
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Er hatte noch sein ganzes Leben vor sich, machte gerade seine ersten Schritte ins Berufsleben. Doch eine Busfahrt beendete sein Leben abrupt. Denn Fabian Keller (†16) sass am Dienstagabend im Postauto, als sich Roger K.* (†65) mit brennbarer Flüssigkeit übergoss und selbst anzündete. Fünf weitere Menschen riss der mutmassliche Brandstifter mit sich in den Tod – darunter der 16-Jährige.

«Er hat viel zu jung gehen müssen», sagt Fabians Mutter Regula Keller (54) am Freitag zu Blick. Am Dienstag hatte Fabian gerade den zweiten Schnuppertag seiner Schreinerlehre in Courtepin FR absolviert, schildert sie. Auf dem Heimweg stieg Fabian in Gurmels FR in ein Postauto um. Darin sass bereits der mutmassliche Brandstifter Roger K., der zuvor in Düdingen FR eingestiegen war.

«Da habe ich gedacht, das ist nicht gut»

In Kerzers FR kam es schliesslich zur schockierenden Tat. Fabian hätte nur 200 Meter weiter als die Brandstelle fahren müssen.

Am Dienstagabend erhielt Regula Keller einen Anruf vom Jugendheim, in dem Fabian untergebracht war. Es hiess, Fabian sei vermisst. «Zuerst haben wir gedacht, vielleicht ist er nur verletzt. Aber dann hat es geheissen, dass er nicht auf der Verletztenliste ist. Und da habe ich gedacht, das ist nicht gut.»

Fabian freute sich über seinen Einstieg in die Schnupperlehre

Seither kann sie kaum noch schlafen. «Ganz traurig, dass er so aus dem Leben gehen musste – auf so eine brutale Weise», sagt Fabians Mutter und schaut dabei traurig zu Boden.

Familie filmt Inferno direkt vor dem Stubenfenster
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Postauto-Drama in Kerzers FR:Familie filmt Inferno direkt vor dem Stubenfenster

Einen Tag zuvor sei Fabian noch voller Euphorie gewesen. Nach dem ersten Schnuppertag bei der Schreinerlehre am Montag habe er sich sofort bei ihr gemeldet. «Er hat noch per Videoanruf erzählt, dass alles gut gegangen sei und er in der kommenden Woche auf die Baustelle könne. Er hat so viel Freude gehabt. Und dann passiert am nächsten Tag so etwas.»

Mit seinem ersten Töffli fuhr er nur ein einziges Mal

Die Trauer und der Verlust sind schwer zu ertragen. Bereits vor fünf Jahren verlor Regula Keller ihren Mann an Krebs. Nun musste ihr einziges Kind sterben. Kraft findet sie jetzt bei ihrem Lebenspartner Viktor Maradan (78). Und in den Erinnerungen an Fabian.

«In Frankreich ist er gern mit dem Traktor auf dem Feld herumgefahren. Dafür hat er auch eine Prüfung gemacht. Den Traktor hat er im Griff gehabt – besser als ich», erzählt sie und lächelt. Doch die Erinnerungen schmerzen auch. Zu Weihnachten hatte Fabian ein Töffli geschenkt bekommen. «Damit hat er jedoch nur ein einziges Mal fahren können, als schönes Wetter war.»

Keller zeigt Blick die Medaillen, die Fabian im Skilager in Saas-Fee VS gewonnen hatte. «Er hatte so viel Spass im Schnee. Für ihn begann das Leben jetzt so richtig gut zu starten», erzählt die Hausfrau mit Tränen in den Augen. «Er hatte sich sehr auf den Frühling gefreut. Und jetzt musste er gehen. Viel zu früh. So schlimm, wir können es noch gar nicht fassen.»

* Name bekannt

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