«Es macht uns stolz, das passt zu ihm»
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Sohn von Busfahrer:«Es macht uns stolz, das passt zu ihm»

«Mein Vater starb als Held»
Jetzt spricht der Sohn vom toten Postauto-Chauffeur

Albino R. sass am Steuer, als sich in seinem Bus ein Mann mit Benzin in Brand setzte. Der Postauto-Chauffeur ergriff nicht die Flucht. Er half den Passagieren, wollte sie retten.
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Leandro G. hat bei der Tragödie von Kerzers seinen Vater verloren.
Foto: Ralph Donghi/Blick

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Postautofahrer rettet Leben bei Brand in Kerzers FR am Dienstag
  • Er öffnete Türen für Passagiere, statt selbst zu flüchten
  • Fünffacher Opa stirbt als Held, 42-jähriger Sohn zeigt Stolz
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«Er ist zur Arbeit gefahren und nicht nach Hause gekommen», sagt Leandro G.* (42) am Donnerstag zu Blick. Er hat gerade seinen Vater verloren. Und seine Kinder, einen liebevollen Opa.

Albino R.* (†63) hatte am Dienstag Dienst und fuhr das Postauto, das in Kerzers FR in Flammen aufgegangen ist. Er sass am Steuer, als ein 65-jähriger Mann in Düdingen FR einstieg und 40 Minuten später, während der Fahrt plötzlich sich mit Benzin übergoss und anzündete. Innert Sekunden schlugen die Flammen durch den Bus.

«Er war jemand, der niemals aufgibt»

Statt schnell zu flüchten und irgendwie rauszukommen, blieb Albino R. laut seinem Sohn im Bus. «Mein Vater starb als Held.» Der Chauffeur habe reflexartig angehalten und die Türen geöffnet. G. weiter: «Er hat sich also entschieden, nicht auszusteigen, möglicherweise, um besser helfen zu können.»

So ein Verhalten passe zu seinem Vater. «Er war jemand, der niemals aufgibt. Ein lebensfroher Mensch, immer für andere da, für die Familie, für die Enkelkinder.» Dass der fünffache Grossvater als Held gestorben ist, ist ein kleiner Trost für den 42-Jährigen. «Auf jeden Fall macht uns das stolz.»

«Jetzt ist die Zeit für die Trauer»

Zuletzt habe er seinen Vater am Montagabend gesehen. Die Verabschiedung war wie immer. «Schönen Abend und bis morgen. Das habe wir uns immer gesagt.» Leandro G. möchte noch mehr sagen. Aber ihm fehlt die Kraft. «Jetzt ist die Zeit für die Trauer.»

Er denkt auch an die anderen Familien, die durch die Tragödie einen geliebten Menschen verloren haben. «Ich denke an die anderen Opfer, an die Familien der anderen Opfer.» Wieso der Täter andere mit in den Tod reissen musste, kann er nicht verstehen. Er hofft, dass die Behörden ihre Lehren aus der Katastrophe ziehen, «damit sich so etwas in Zukunft vielleicht vermeiden lässt». Zum Schluss richtet er sich an Albino R.: «Ruhe in Frieden, Papa.»

* Namen bekannt 

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