Darum gehts
- Jan Cadieux reduziert Nati-Kader nach Ängelholm-Spielen – wer muss weichen?
- Philipp Kurashev wartet noch immer auf die Ergebnisse der medizinischen Tests
- Es gibt einen prominenten Wackelkandidaten und einen jungen Gewinner
Nach den letzten Vorbereitungsspielen in Ängelholm (Sd) hat der neue Nati-Trainer Jan Cadieux mit dem letzten Kaderschnitt wichtige Personal-Entscheide vor sich. Seine aktuelle Besetzung wird noch um drei Verteidiger und zwei bis drei Stürmer verkleinert. Der 46-Jährige lässt jedoch bereits durchblicken, dass er sich die Möglichkeit offenlässt, für den Auftakt-Knüller vom Freitag gegen die USA noch nicht das volle Kontingent von 25 Spielern zu melden.
Hinter dieser Überlegung steckt vor allem die noch offene Situation um Philipp Kurashev. Der vertragslose NHL-Stürmer (zuletzt San Jose Sharks) muss noch medizinische Tests abwarten, von Tag zu Tag kann sich seine Verfassung ändern. Sofern es diesbezüglich einen Lichtblick gibt beim 26-Jährigen, würde Cadieux für ihn einen Platz offenlassen. Das bedeutet, dass dann aus dem Aufgebot der Beijer Hockey Games drei Stürmer weichen müssten.
Ein junger Gewinner unter den Kandidaten
Der prominenteste Wackelkandidat? Tyler Moy. Der letztjährige WM-Topskorer der Schweizer kann sich in Ängelholm nicht aus dem Schatten spielen. Ihm gelingt nicht viel. Er selbst beurteilt seine Leistung als solide, aber so richtig geschmeidig läuft es ihm nicht in der vierten Linie mit Nicolas Baechler und Yannick Frehner. Sie beide dürften es schwierig haben, dem letzten Kaderschnitt zu entgehen.
Moys Konkurrent um den Platz ist einer der Gewinner dieser letzten WM-Vorbereitungswoche: Théo Rochette (24). Lausannes Goalgetter ist ein Aktivposten, auch im Powerplay. Und der tschechischen Härte hält der Romand beim 6:1-Kantersieg stand. Rochette hat für ein allfälliges WM-Debüt eine gute Visitenkarte hinterlassen.
Zu den Gewinnern gehört auch Sven Andrighetto. In den Playoffs hat der ZSC kokettiert mit einer möglichen Rückkehr des Leaders, der nun aber insgesamt über sechs Wochen keinen Ernstkampf bestritten hat. In Ängelholm scharrt er mit den Kufen, um endlich zum Belastungstest auflaufen zu können. Im letzten Spiel gegen die Rumpel-Tschechen darf er ran, krönt sein Comeback mit einem Tor und zwei Assists. Nach dem Sieg gibts einen Daumen hoch, abgesehen vom noch fehlenden Timing ist Andrighetto parat und dieses Fragezeichen für Cadieux aus dem Weg geräumt.
Das bereitet Sorgenfalten
Sorgenfalten bereitet eher die Abwehr der Nati. Die Ausfälle der verletzten Stammkräfte Jonas Siegenthaler, Andrea Glauser und Michael Fora wiegen schwer. Die Ankündigung der Ankunft von JJ Moser aus Florida ist ein Segen. Somit müssen noch drei der zehn Verteidiger über die Klinge springen. Zwei von ihnen dürften Meister Simon Seiler und Giancarlo Chanton (Genf) sein. Zittern müssen Lukas Frick, Fabian Heldner und Dominik Egli. Obwohl auch Tim Berni keine überzeugenden Zeichen gesetzt hat. Doch bei Kritik um seine Personalie wird oft seine NHL-Vergangenheit (bei Columbus) als Pluspunkt herausgestrichen.
Nati-Trainer Cadieux betont in Ängelholm vor der Heimreise, dass für seine letzten Kader-Entscheide nicht mehr nur die Auftritte aus diesen drei Spielen ausschlaggebend sind, sondern auch die Bereitschaft des jeweiligen Spielers, seine Rolle zu akzeptieren.



