Darum gehts
- Yannick Frehner erhält mit 28 Jahren erstes Nati-Aufgebot nach Playoffs
- Nati-Coach Cadieux informierte Frehner per Anruf kurz vor Mitternacht
- Um die Final-Pleite zu verdauen, hat der HCD-Stürmer erst später Zeit
HCD-Stürmer Yannick Frehner hat sich mit überzeugendem Playoff-Hockey ins Rampenlicht gespielt – und ins Notizbuch von Nati-Trainer Jan Cadieux. Der Bündner bekommt mit 28 Jahren das erste Aufgebot seiner Karriere. Sein Handy klingelte rund 24 Stunden nach der Davoser Saisonschlussparty, «also der Trauerfeier», präzisiert er mit Galgenhumor. «Das Bier schmeckt nach einer Finalniederlage nicht gleich gut.»
Noch immer mit Playoff-Adrenalin geladen und deshalb aus dem Schlafrhythmus geraten, sieht Frehner, als er in der Sonntagnacht einmal mehr erwacht, dass Cadieux kurz vor Mitternacht angerufen hat. «Ich rief ihn etwa um halb eins zurück.» Als ihm der neue Nati-Headcoach die frohe Botschaft mitteilt, kann es Frehner kaum glauben. Und: An Schlaf war danach auch nicht zu denken.
Trotz der Vorwarnung, die er noch von HCD-Materialwart Stefan Steiner, der bei den Schweizern das gleiche Amt ausübt, bekommen hat. «Er sagte mir, dass ich nirgendwo hingehen soll, da ich allenfalls auf Pikett sei. Da dachte ich nur: Ja, genau.» Hätte er denn Ferien geplant gehabt? «Nein, aber kommende Woche müsste ich langsam mal wieder die Schulbank drücken.» Frehner absolviert die Ausbildung zum Physiotherapeuten, die er seit Playoff-Beginn etwas vernachlässigt hat.
Belohnung für Playoff-Leistungen
Die könnte natürlich auch noch länger warten, wenn das einträfe, was der Nati-Neuling kaum auszusprechen wagt: eine Nomination für die Heim-WM. Deshalb sieht Frehner dieses Aufgebot primär als Belohnung für seine Playoff-Leistungen: «Cadieux sagte, dass ich mir diese Chance verdient habe.» Die Beijer Hockey Games in Ängelholm in Schweden lenken Frehner auch von der Final-Pleite gegen Fribourg ab. «Sie tut noch immer weh, aber ich muss sie später verdauen.» Vielleicht in einer, vielleicht in vier Wochen.
Der Powerstürmer muss sich zuerst ins System der Schweizer einfuchsen, bekommt eine Schnellbleiche. «Zum Glück ist es jenem der Davoser recht ähnlich.» Er beschreibt, dass er den Tritt immer besser gefunden habe. Trotz intensiven Final-Duells sei er jedoch erschrocken, wie das Niveau hier nochmals höher sei.
«Mit der Scheibe hat man viel weniger Zeit», bemerkt er nach dem 5:4-Penaltysieg gegen Finnland. Seine Premiere meisterte er ordentlich. Und er habe noch genug Benzin im Tank. «Vor dem ersten Training am Mittwoch hatte ich nach den paar freien Tagen etwas mehr Respekt.» Jetzt möchte Frehner erneut das Beste aus sich herausholen.


