Es sind verrückte Tage im Leben von Simon Seiler (29). Zunächst am Donnerstag der emotionale Meistertitel mit Fribourg und am Sonntag das erste Nati-Aufgebot. «Erwartet hätte ich das nie, innert weniger Tage sind zwei grosse Träume in Erfüllung gegangen. Das eine hat zum anderen geführt, und jetzt bin ich da», sagt er. Das Nati-Aufgebot habe sich zunächst surreal angefühlt, «aber es ist ein unglaublich schönes Gefühl».
Vor der Gottéron-Meisterparade vom Samstag fragte ihn Assistenztrainer Rikard Franzén, der in der gleichen Funktion auch bei der Nati tätig ist, ob er in nächster Zeit etwas vorhabe. «Ich dachte zunächst, es handle sich um Small-Talk, doch dann sagte er, dass sie in der Nati über mich diskutieren und ich vorsichtshalber noch keinen Flug in die Ferien buchen soll.»
Junggesellen-Trip fällt ins Wasser
Dies hatte der Thurgauer ohnehin nicht vor, aber organisieren musste sich Seiler dennoch, nachdem ihn Nati-Trainer Jan Cadieux am Sonntagabend angerufen und definitiv aufgeboten hatte. «Es galt, Hockeystöcke zu beschaffen, ich hatte nur noch zwei. Die anderen habe ich geschlissen oder nach dem Meistertitel in Davos verschenkt. Ich dachte, dass ich erst im August wieder Stöcke brauche.» Zudem musste er einen Junggesellen-Trip von guten Freunden absagen: «Das war kein Problem, die freuen sich alle für mich.»
Von der Nati geträumt habe er als Bub schon, «wie alle», aber realistisch war dies bis zum vergangenen Wochenende nie. Denn Seiler, der das Hockey-ABC beim EHC Frauenfeld erlernte und später in den ZSC-Nachwuchs wechselte, galt nicht als grosses Talent. In den nationalen Junioren-Auswahlen wurde er stets übergangen. «Ich gehörte nie zu den Besten, musste mir auf jeder Stufe alles erarbeiten», gibt er zu.
Ein Tausch, der alles verändert
Zu seiner sportlichen Heimat wurde die Swiss League, wo er während sieben Jahren für die GCK Lions, Thurgau, Kloten und Olten spielte. Ein Stück weit hatte er sich damit abgefunden, dass es womöglich nicht für mehr reicht, obwohl er sich durchaus mehr zutraute.
Vor dreieinhalb Jahren gab es dann eine Wendung in seinem Leben, als er Teil eines Tauschgeschäfts wurde: Defensivverteidiger Seiler zu Fribourg und im Gegenzug Offensivverteidiger Joel Scheidegger zu Olten. «Ich musste nicht zweimal überlegen», so Seiler. Bei Gottéron entwickelte er sich zu einem zuverlässigen Abräumer, gegen den es mühsam zu spielen ist. In diesen Playoffs wurde er mit seiner schnörkellosen Spielweise zu einem unerwarteten Fribourg-Helden.
«Du musst in die Stöcke beissen!»
«Paul Berri, mein Juniorentrainer in Zürich, sagte mir immer, ich müsse meinen Gegenspielern in den Stock beissen. Damals fragte ich mich, was er von mir erwartet. Aber mir wurde dann rasch klar, was hinter dieser Aussage steckt», sagt Seiler mit einem Schmunzeln. Denn «in die Stöcke beissen» will der Spätberufene auch in der Nati im Kampf um eines der begehrten Tickets für die Heim-WM: «Ich werde mein Ding durchziehen. Verstellen kann und will ich mich nicht.»
Das aktuelle Aufgebot
Goalies: Sandro Aeschlimann (Davos), Reto Berra (Fribourg), Leonardo Genoni (Zug)
Verteidiger: Tim Berni (Servette), Giancarlo Chanton (Servette), Dominik Egli (Frölunda), Lukas Frick (Davos), Fabian Heldner (Lausanne), Roman Josi (Nashville), Sven Jung (Davos), Dean Kukan (ZSC Lions), Christian Marti (ZSC Lions), Simon Seiler (Fribourg)
Stürmer: Sven Andrighetto (ZSC Lions), Nicolas Baechler (ZSC Lions), Christoph Bertschy (Fribourg), Attilio Biasca (Fribourg), Yannick Frehner (Davos), Nico Hischier (New Jersey), Ken Jäger (Lausanne), Simon Knak (Davos), Denis Malgin (ZSC Lions), Timo Meier (New Jersey), Tyler Moy (SCRJ Lakers), Nino Niederreiter (Winnipeg), Damien Riat (Lausanne), Théo Rochette (Lausanne), Pius Suter (St. Louis), Calvin Thürkauf (Lugano)
Spiele
16. April: Slowakei – Schweiz 3:1
17. April: Slowakei – Schweiz 3:4
23. April: Schweiz – Ungarn 6:1
24. April: Schweiz – Ungarn 6:1
30. April: Schweden – Schweiz 8:1
2. Mai: Schweiz – Finnland 3:5
3. Mai: Tschechien – Schweiz 0:1 n.P.
7. Mai: Finnland – Schweiz, 15 Uhr in Ängelholm (Sd, Euro Hockey Tour)
9. Mai: Schweden – Schweiz, 16 Uhr in Ängelholm (Euro Hockey Tour)
10. Mai: Schweiz – Tschechien, 12 Uhr in Ängelhom (Euro Hockey Tour)
WM-Start
15. Mai: USA – Schweiz, 20.20 Uhr in Zürich
Das aktuelle Aufgebot
Goalies: Sandro Aeschlimann (Davos), Reto Berra (Fribourg), Leonardo Genoni (Zug)
Verteidiger: Tim Berni (Servette), Giancarlo Chanton (Servette), Dominik Egli (Frölunda), Lukas Frick (Davos), Fabian Heldner (Lausanne), Roman Josi (Nashville), Sven Jung (Davos), Dean Kukan (ZSC Lions), Christian Marti (ZSC Lions), Simon Seiler (Fribourg)
Stürmer: Sven Andrighetto (ZSC Lions), Nicolas Baechler (ZSC Lions), Christoph Bertschy (Fribourg), Attilio Biasca (Fribourg), Yannick Frehner (Davos), Nico Hischier (New Jersey), Ken Jäger (Lausanne), Simon Knak (Davos), Denis Malgin (ZSC Lions), Timo Meier (New Jersey), Tyler Moy (SCRJ Lakers), Nino Niederreiter (Winnipeg), Damien Riat (Lausanne), Théo Rochette (Lausanne), Pius Suter (St. Louis), Calvin Thürkauf (Lugano)
Spiele
16. April: Slowakei – Schweiz 3:1
17. April: Slowakei – Schweiz 3:4
23. April: Schweiz – Ungarn 6:1
24. April: Schweiz – Ungarn 6:1
30. April: Schweden – Schweiz 8:1
2. Mai: Schweiz – Finnland 3:5
3. Mai: Tschechien – Schweiz 0:1 n.P.
7. Mai: Finnland – Schweiz, 15 Uhr in Ängelholm (Sd, Euro Hockey Tour)
9. Mai: Schweden – Schweiz, 16 Uhr in Ängelholm (Euro Hockey Tour)
10. Mai: Schweiz – Tschechien, 12 Uhr in Ängelhom (Euro Hockey Tour)
WM-Start
15. Mai: USA – Schweiz, 20.20 Uhr in Zürich


