Wer spielt wo?
Die Gruppe A mit der Schweiz, Weltmeister USA, Finnland, Deutschland, Österreich, Lettland, Ungarn und Grossbritannien spielt in der Swiss Life Arena in Zürich. Die Gruppe B mit Kanada, Schweden, Tschechien, der Slowakei, Dänemark, Norwegen, Slowenien und Italien ist in der BCF-Arena in Freiburg beheimatet. In Freiburg und Zürich gibt es anschliessend je zwei Viertelfinalspiele zu sehen. Ab den Halbfinals finden alle Partien am Hauptspielort Zürich statt. Die Nati wird all ihre Matches in Zürich austragen, auch einen allfälligen Viertelfinal.
Wie gross ist an der WM das Fassungsvermögen der Stadien in Zürich und Freiburg im Vergleich zur Meisterschaft?
Es gibt weniger Plätze für die Fans, da gewisse bauliche Massnahmen vorgenommen werden mussten, wie beispielsweise der Umbau auf Kosten von Sitzplätzen in Zürich oder der massiv grössere Anspruch an einer WM für Medienplätze sowie Partneraktivitäten. In der Swiss Life Arena schrumpfen dadurch die Zuschauerplätze von 12 000 auf 10 000, in der BCF-Arena von zuletzt in den Playoffs 9372 auf 7500.
Gibt es noch Tickets?
Ja, sowohl in Zürich als auch in Freiburg sind noch Tickets für die Spiele, auch mit den Topnationen, verfügbar. Die Schweizer Spieltage sowie die attraktivsten Spieltage in Freiburg sind praktisch ausverkauft, es kommen aber – auch jetzt noch – immer wieder einzelne Kontingente in den Verkauf.
Wie hoch sind die Eintrittspreise?
Es gibt keine Einheitspreise, sie variieren je nach Attraktivität der Partien. Am teuersten sind die Tickets für die Schweizer Spiele, die besten Sitzplätze wurden da für 190 Franken verkauft. Einen Stehplatz für Slowenien – Italien in Freiburg, ein möglicher Abstiegskampf-Knüller, gibt es dagegen schon ab 9 Franken. Stehplätze gibt es nur in Freiburg, in Zürich nicht.
Mit wie vielen Zuschauern wird gerechnet?
Mit rund 400 000 in allen 64 Spielen. Das wären rund 89 450 weniger als letztes Jahr in Schweden und Dänemark. Allerdings waren dort die Zuschauerkapazitäten der Spielstätten mit 12 530 in Stockholm und 10 500 in Herning deutlich höher.
Wodurch unterscheidet sich die Eishockey-WM in der Schweiz von den letzten Titelkämpfen?
Dadurch, dass mit der Swiss Life Arena in Zürich und der BCF-Arena in Freiburg in Stadien gespielt wird, die für das Eishockey konzipiert und gebaut wurden. Das war in den letzten Jahren an der WM nicht mehr üblich. Es wurde grossmehrheitlich in Mehrzweckarenen gespielt. Letztmals fanden 2022 in Finnland mit der Helsingin Jäähalli in Helsinki als Zweitspielort in einer Eissporthalle WM-Spiele statt. Allerdings war dies damals ein kurzfristiger Entscheid, weil die finnische Regierung wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine gegen die russischen Besitzer der für die WM vorgesehenen Mehrzweckarena Helsinki Halli, Arkadi Rotenberg und Gennadi Timtschenko, Sanktionen verhängte. Zuvor war 2019 in der Slowakei die Steel Arena in Kosice als Zweitspielort das letzte WM-Stadion, das primär für Eishockey genutzt wird. Die letzte WM, bei der an beiden Austragungsorten in Eissporthallen gespielt wurde, war 2009 in der Schweiz mit Bern und Kloten – womit sich ein Kreis schliesst.
Sind Zürich und Freiburg erstmals Austragungsstädte einer Eishockey-WM?
Nein. Zürich war schon 1939 mit der Spielstätte Dolder-Eisbahn und 2009 mit dem Hallenstadion WM-Austragungsort – jeweils zusammen mit Basel. Für Freiburg ist es das zweite Mal nach 1990. Damals zusammen mit Bern als Hauptspielort. 1990 war das Teilnehmerfeld mit acht Teams halb so gross wie heute, und die Gastgebernation Schweiz spielte gar nicht mit, sondern war an der B-WM in Lyon und Megève engagiert und schaffte dort – quasi ein Jahr zu spät – den Aufstieg.
Wie viele freiwillige Helfer sind im Einsatz?
Es wurden insgesamt rund 2000 Volunteers rekrutiert. Die Suche ist noch nicht ganz abgeschlossen, für einzelne Bereiche werden noch Volunteers gesucht.
Wie viele Medienschaffende werden über die WM berichten?
Rund 850, davon kommen 130 aus der Schweiz.
Wie funktioniert der Modus?
In zwei Achtergruppen spielt jeder einmal gegen jeden. Die ersten vier jeder Gruppe erreichen die Viertelfinals, die Teams auf den Plätzen fünf bis acht scheiden aus, wobei der Letzte jeder Gruppe absteigt. In den Viertelfinals kommt es zu folgenden Paarungen: Sieger der Schweizer Gruppe A – Vierter Gruppe B, Zweiter Gruppe B – Dritter Gruppe A, Sieger Gruppe B – Vierter Gruppe A, Zweiter Gruppe A – Dritter Gruppe B. In den Halbfinals duelliert sich das bestverbliebene Team aus der Vorrunde mit der letztplatzierten Mannschaft aus der Gruppenphase. Die weiteren zwei Halbfinalisten machen das zweite Final-Ticket unter sich aus.
Wer sind die Favoriten?
Anhand der bislang bekannten Kader stellt Kanada ein hochkarätiges Team. Daneben wird Titelverteidiger und Olympiasieger USA sicherlich mit einer schlagkräftigen Truppe anreisen, und auch Schweden ist stark einzuschätzen. Zu den üblichen Verdächtigen gehören zudem Tschechien, Finnland und mittlerweile auch die Schweiz, nach zuletzt zwei WM-Silbermedaillen in Folge.
Wer kämpft gegen den Abstieg?
Seit der Aufstockung auf 16 Teams ist die WM zu einer Zwei- oder gar Dreiklassengesellschaft geworden, in der zwischen den besten und den schlechtesten Teams hohe Resultate an der Tagesordnung sind. Neben den genannten favorisierten Teams könnten auch die Slowakei, Deutschland und Lettland sowie allenfalls Dänemark (letztes Jahr überraschend im Halbfinal), Österreich (letztes Jahr überraschend im Viertelfinal) und Norwegen durchaus eine gute Rolle spielen. Für Ungarn, Slowenien sowie die beiden Aufsteiger Grossbritannien und Italien geht es vom ersten Spieltag an gegen den Abstieg.
Wie stark ist die Schweiz?
Die Nati wird einmal mehr von ihren NHL-Stars angeführt. Mit Roman Josi, Nico Hischier, Janis Moser, Timo Meier, Nino Niederreiter, Pius Suter sind sechs dabei, auf Philipp Kurashev wird noch gehofft. Allerdings fehlen mit den NHL-Cracks Jonas Siegenthaler und wohl auch Kevin Fiala zwei wichtige Spieler der beiden letzten WM-Silber-Teams verletzungsbedingt. Zudem muss die Nati auf Stammkräfte wie Andrea Glauser, Michael Fora und Sandro Schmid verzichten. Die Verteidigung ist auf dem Papier eine Spur weniger stark einzuschätzen als an den letzten grossen Turnieren.
Dazu herrschte während der WM-Vorbereitung viel Unruhe, zunächst rund um die Entlassung von Nati-Trainer Patrick Fischer, dann auch wegen teilweise schwacher Leistungen auf der Euro Hockey Tour, wie des erschreckenden 1:8 gegen Schweden. Trotzdem träumen die Nati-Spieler gross, streben endlich WM-Gold an, müssen aber auch mit dem Erwartungsdruck als Gastgeber klarkommen. Die Schweiz gehört zu den Favoriten, sollte aber schon von Anfang an in der Gruppenphase abliefern. Holt sie sich nicht einen der beiden ersten Plätze, droht in den Viertelfinals ein Duell mit Kanada oder Schweden.
Kommen auch grosse NHL-Stars?
Absolut, und zwar mehr, als man dies in einem Olympia-Jahr an einer WM erwarten konnte. Kanada beispielsweise lässt sich nicht lumpen und entsendet NHL-Topshots wie Macklin Celebrini, Mark Scheifele, John Tavares, Evan Bouchard oder Ryan O’Reilly. Schweden hat neben viel Talent mit Oliver Ekman Larsson, Lucas Raymond und Mattias Ekholm auch NHL-Grössen am Start. Bei den USA ragen Olympiasieger Matthew Tkachuk und Jungstar Ryan Leonard heraus. Alexander Barkov ist die grosse Nummer bei den Finnen, die Deutschen freuen sich auf Moritz Seider. Weitere Stars werden in den nächsten Tagen dazukommen. Bei der Schweiz sind alle NHL-Spieler mit dabei, sofern es deren Gesundheitszustand erlaubt, ausser dem intern bis nach der Heim-WM gesperrten Lian Bichsel und dem noch in den NHL-Playoffs engagierten Akira Schmid.

