Giovanni Franzoni erlebt einen der emotionalsten Winter seiner Karriere. Im September stirbt sein guter Freund Matteo Franzoso (†26) nach einem Trainingssturz. Rund zwei Monate später fährt Franzoni erstmals aufs Weltcuppodest, wird im Super-G von Gröden (It) Dritter. «Ich denke, er wäre stolz auf mich. Das hier ist für ihn», sagt er total emotional gegenüber ORF. Und fügt an: «Er ist wie mein älterer Bruder. Ich werde mein ganzes Leben lang für ihn Ski fahren. Wir werden das zusammen machen.» Bei der Siegerehrung weint er bittere Tränen. Und doppelt einen Monat später nach: Im Super-G von Wengen BE feiert Franzoni seinen ersten Sieg. Und das mit Startnummer 1.
Beim ersten Rennen des Lauberhorn-Wochenendes gibts gleich noch eine zweite Premiere. Stefan Babinsky (29) freut sich in seinem 94. Weltcup-Einsatz über seine erste Klassierung in den Top 3. Auf Sieger Franzoni büsst der zweitklassierte Österreicher 35 Hundertstel ein. Davor ist er schon viermal Vierter geworden – zuletzt im November in Copper Mountain (USA).
Kurz vor Weihnachten schreibt Jan Zabystran (27) Geschichte. Mit Startnummer 29 düpiert er im Super-G von Gröden (It) alle und schnappt Marco Odermatt (28) den Sieg vor der Nase weg. Als erster Tscheche gewinnt Zabystran ein Weltcuprennen. Davor ist er nur einmal in die Top 10 gefahren – im März 2025 als Achter in Kvitfjell (No).
Magdalena Egger (24) zählt zu den aufstrebenden Speedfahrerinnen in diesem Winter. Die erste Top-10-Klassierung im Weltcup führt die Österreicherin direkt aufs Podest. In der Abfahrt von St. Moritz GR ist nur Siegerin Lindsey Vonn (41) schneller als Egger. Das aber mit 0,98 Sekunden Vorsprung deutlich. Der Freude der jungen Österreicherin tut dies keinen Abbruch. Im zweiten Rennen wird sie Siebte. Und dann das. Im Heimrennen Anfang Januar in Zauchensee stürzt Egger und verletzt sich schwer. Sie reisst sich unter anderem das Kreuzband, ihre Saison ist vorzeitig vorbei.
Fünfmal ist Stefan Brennsteiner (34) vor dieser Saison schon aufs Podest gefahren. Nur ein Sieg hat dem Österreicher noch gefehlt. Ende November ist es in Copper Mountain (USA) so weit. Während etwa Marco Odermatt ausscheidet, schnappt sich Brennsteiner den Sieg. Und das mit 0,95 Sekunden Vorsprung auf Henrik Kristoffersen (31) deutlich. Auch danach gehört der Österreicher diesen Winter zu den konstantesten Riesenslalom-Fahrern. In sechs Rennen fährt er fünfmal in die Top 5 – zuletzt scheidet er in Adelboden BE allerdings aus.
Belgien jubelt beim Slalom von Gurgl (Ö). Dank Platz 2 von Armand Marchant (28) gibts den ersten Podestplatz für das Land. Mit Tränen in den Augen sagt er ins SRF-Mikrofon: «Es ist unglaublich und gibt mir viel Motivation.» Denn für Marchant ist das alles andere als selbstverständlich. 2017 gehen die Ärzte davon aus, dass er nicht mehr auf die Ski zurückkehren wird – denn bei einem Sturz hat sein Knie Totalschaden erlitten, sein Schienbeinkopf ist in 13 Teile zersplittert. Doch der Belgier gibt nicht auf, kämpft sich zurück. Und hat nun allen Grund zum Strahlen.
Fünf Weltcuprennen hat Lucas Braathen (25) schon gewonnen, bevor er im Slalom von Levi (Fi) zum sechsten Mal zuoberst aufs Podest steigt. Trotzdem ist es eine Premiere. Denn er bejubelt den ersten Sieg für Brasilien im Weltcup.
Die Franzosen haben einen neuen Siegfahrer. Beim Slalom von Gurgl (Ö) überflügelt Paco Rassat (27) alle und feiert seinen ersten Triumph. Doch damit nicht genug. Anfang Januar doppelt er nach, kurvt auch beim Klassiker in Adelboden BE an die Spitze.
Eduard HallbergIm Dezember 2007 gewinnt Kalle Palander (48) den Slalom von Alta Badia (It). Danach dauerts lange, bis wieder ein Finne aufs Zick-Zack-Treppchen steigt. In diesem Winter beendet Eduard Hallberg (22) die Durststrecke. Der junge Finne begeistert das Heimpublikum in Levi mit Rang 3 und lässt beim Nachtspekaktel von Madonna di Campiglio (It) Platz 2 folgen.
Mit ihrer Podest-Premiere (Dritte im Riesenslalom von Sölden) letzte Saison hat Julia Scheib (27) die Ski-Nation Österreich schon begeistert. In diesem Winter macht sie sich gleich bei erster Möglichkeit zur Siegfahrerin. Sie gewinnt am Ort ihrer Podest-Premiere. Und beendet damit eine Durststrecke, denn Österreich musste bei den Frauen elf Jahre auf einen Sieg beim ersten Saisonrennen warten. Danach lässt Scheib nicht nur weitere Podestplätze, sondern auch Siege folgen.