1. Stefan Brennsteiner (Ö) 1:13,27
2. Henrik Kristoffersen (No) +0,95
3. Filip Zubcic (Kro) +1,00
Thomas Tumler hat schon mehrfach bewiesen, dass ihm der Schnee bei den US-Rennen liegt. 2018 fuhr er in Beaver Creek als Dritter erstmals aufs Podest, letztes Jahr feierte er an gleicher Stätte seinen ersten Weltcupsieg. Und auch in Copper Mountain ist er zur Halbzeit vorne dabei. Als Dritter hat er das Podest im Visier. Das gilt auch für Loïc Meillard, der mit einer halben Sekunde Rückstand auf Tumler in Schlagdistanz zum Treppchen liegt. Die beiden müssen für die Schweiz die Kohlen aus dem Feuer holen – denn Teamkollege Marco Odermatt scheidet im ersten Lauf aus.
Meillard gelingt das nicht. Er startet im zweiten Lauf zwar stark, fährt ein schönes Polster heraus. Doch dann geht ihm die Puste aus, im zweiten Teil kann er nicht mehr mithalten. Und fällt weit zurück. Damit wartet er weiter auf den Befreiungsschlag. Bleibt nur noch Trumpf Tumler. Und auch der sticht nicht. Oben ist er noch voll dabei, doch dann muss auch er abreissen lassen. Und muss sich mit einem Top-10-Platz begnügen. Damit reisst eine Schweizer Serie. Zuletzt stand neunmal mindestens einer auf dem Riesen-Podest. Dieses Mal steigen da andere rauf.
Allen voran Stefan Brennsteiner. Schon zur Halbzeit in Führung lässt sich der Österreicher den ersten Weltcupsieg nicht mehr nehmen. Er deklassiert die Konkurrenz – und macht sich mit 34 Jahren zum viertältesten Sieger eines Riesenslaloms. Nur Didier Cuche, Thomas Tumler und Thomas Fanara waren älter. Mit ihm steigen Henrik Kristoffersen und Filip Zubcic aufs Podest.
9. Thomas Tumler +1,58
18. Loïc Meillard +2,36
19. Luca Aerni +2,38
DNF1: Marco Odermatt, Lenz Hächler
Den 2. Lauf verpassen: 33. Fadri Janutin +3,18, 44. Sandro Zurbrügg +4,45, 45. Livio Simonet +4,70
Im ersten Lauf verschläft Luca Aerni den Start etwas. Dennoch qualifiziert er sich als 22. problemlos für den zweiten Lauf. Erneut zeigt er eine solide Fahrt, aber der letzte Angriff fehlt. So wirds nichts mit der zwischenzeitlichen Führung. Dennoch schneidet er am Ende besser ab als beim Saisonauftakt in Sölden (Ö), als er 30. wurde.
Marco Odermatt ist richtig schnell unterwegs. Alle Zwischenzeiten leuchten grün auf. Und dann das. Er rutscht auf dem Innenski weg und scheidet aus. Ebenfalls im ersten Lauf nicht ins Ziel kommt Lenz Hächler.
13 Hundertstel – die fehlen Fadri Janutin, um im zweiten Lauf dabei zu sein. Letztmals hat er sich im Dezember 2024 in Alta Badia (It) für die Entscheidung qualifiziert. Neben ihm handeln sich auch Sandro Zurbrügg und Livio Simonet einen zu grossen Rückstand ein.
Marco Odermatt zeigt den besten Saisonstart seiner Karriere. Den Riesenslalom in Sölden (Ö) und den Super-G in Copper Mountain gewinnt er – noch nie hat er seine ersten beiden Rennen gewonnen. Auch im Riesenslalom ist er auf dem besten Weg, eine gute Grundlage für den Sieg-Hattrick zu schaffen. Er ist schnell unterwegs, hat die Bestzeit im Visier – und dann das. Odermatt rutscht auf dem Innenski weg und scheidet aus. Bitter. Auch wenn Odermatt gegenüber SRF sagt: «Komischerweise bin ich nicht verärgert.» Wieso, erfährst du hier. Mit dem Ausscheiden reisst auch eine Serie. In den letzten acht Riesenslaloms stand Odermatt immer auf dem Podest. Viermal siegte er, je zweimal wurde er Zweiter und Dritter. Nun gilt sein Fokus der Erholung. «Und dann in Beaver Creek wieder Vollgas.»
In Sölden (Ö) standen Marco Odermatt, Marco Schwarz und Atle Lie McGrath gemeinsam auf dem Podest. An diese Leistung kann das Trio im ersten Lauf nicht ganz anknüpfen. Sieger Odermatt scheidet nach starken Zwischenzeiten aus. Der Drittplatzierte McGrath büsst 3,78 Sekunden auf die Bestzeit ein. Der 40. Platz reicht nicht, um noch ein zweites Mal fahren zu dürfen. Einzig Schwarz darf noch einmal ran. Als Halbzeit-Neunter liegt er 1,03 Sekunden hinter seinem österreichischen Landsmann Stefan Brennsteiner. Er hat das Rennen eröffnet – nach dem ersten Lauf führt die Startnummer 1, vor der 2 (Zan Kranjec) und der 3 (Thomas Tumler). Am Ende ist Brennsteiner der einzige, der seinen Platz verteidigen kann. Und weil sich Schwarz zwar verbessert, aber das Podest um zwei Hundertstel verpasst, stehen drei andere Athleten erstmals in dieser Saison auf dem Riesen-Treppchen.
Vor dem Rennen geht der Schweizer Riesenslalom-Co-Trainer Renzo Valsecchi davon aus, «dass wir in diesem Rennen eine Laufzeit zwischen 1 Minute 10 und einer Minute 15 haben werden». Mit seiner Schätzung liegt er gar nicht mal so falsch. Halbzeit-Leader Stefan Brennsteiner kommt im ersten Lauf nach 1:13,27 im Ziel an. Und ist damit knapp sechs Sekunden länger unterwegs als Marco Odermatt am Donnerstag bei seiner Siegfahrt im Super-G.
Thomas Tumler: «Es ist komisch, ich darf nicht nach Gefühl gehen. Im ersten Lauf war es miserabel und ich war Dritter. Im zweiten Lauf dachte ich, das reicht für die Führung. Dass ich dann Siebter im Ziel war, das hat schon weh getan. Ich dachte, ich habe mehr Zug auf dem Ski und konnte die Technik besser auf den Schnee setzen. Der Schnee war anders als etwa in Beaver Creek, aber trotzdem so, wie ich ihn mag. Der zweite Lauf mit dem drehenden Kurs ist mir nicht so entgegengekommen. Schlussendlich muss man alles fahren können – das ist mir nicht gelungen.»
Luca Aerni: «Ich hatte in beiden Läufen gute Abschnitte. Wenn ich die jetzt noch zusammen tue – ich fühle mich gut auf den Ski. Grundsätzlich bin ich auf dem richtigen Weg. Ich musste weniger kämpfen als in Sölden.»
Loïc Meillard: «Mein erster Gedanke im Ziel war, dass es nicht so schlecht war. Am Ende gab es keinen Speed und ich habe keine Antwort wieso und was ich zu tun habe. In diesem Lauf hatte niemand ein gutes Gefühl – es war langsam und drehend. Ich habe alles probiert, hatte das Gefühl, es sei okay. Am Ende aber offenbar gar nicht. Nun werde ich das analysieren und weiter arbeiten.»
Strahlend blauer Himmel über Copper Mountain und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt. Die Bedingungen könnten kaum besser sein. Trotzdem ist das Rennen für die Athleten eine besondere Herausforderung. Nicht nur, weil die Riesen-Strecke in Copper Mountain zu den längsten im Weltcup gehört, sondern auch, weil der Start auf über 3000 und das Ziel auf rund 2900 Meter über Meer liegt.
Die Ski-Cracks verlassen Copper Mountain in Richtung Beaver Creek. Dort steht, nachdem die für Donnerstag vorgesehene Abfahrt wegen Schneemangels abgesagt wurde, ein Triple auf dem Programm. In einer Woche findet die erste Abfahrt des Winters statt, gefolgt von einem Super-G und dem nächsten Riesenslalom zum Abschluss.



