«Kämpfe gerne gegen Widerstände»
Schweden-Kracher ist der neuste Fall für Mister-K.o. Genoni

K.o.-Spiele an grossen Turnieren? Keiner kennt sich damit besser aus als Leonardo Genoni. An den letzten zwei Weltmeisterschaften sowie an Olympia stand stets der 38-Jährige im Kasten der Nati. Am Donnerstag bekommt er es mit Schweden zu tun.
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Nach dem Puckeinwurf spielt es für Nati-Goalie Leonardo Genoni mental keine Rolle mehr, ob es ein Test- oder ein WM-Viertelfinal-Spiel ist.
Foto: Thomas Oswald/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Leonardo Genoni vor WM-Viertelfinal gegen Schweden am Donnerstagabend
  • 38-Jähriger hat mit 52 Spielen WM-Rekord für Schweizer Torhüter
  • Schweden gewann neun der letzten zehn Duelle gegen Schweiz
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Seinen ungebrochenen Ehrgeiz und Willen, wenn immer möglich spielen zu wollen, bricht Leonardo Genoni (38) vor dem Viertelfinalknüller gegen Schweden auf einen Satz runter: «Ich kämpfe einfach gerne gegen Widerstände.» Das nächste Mal wohl am Donnerstagabend in einem K.o.-Spiel. Denn grundsätzlich stellt man sich – zumindest seit 2023, doch dazu später – nicht mehr die Frage, wer im Kasten der Nati steht, wenn Genoni dabei ist.

Darauf hingewiesen, dass er die letzten acht K.o.-Spiele an WM- und Olympia-Turnieren bestritten hat, sagt der 38-Jährige wie schon nach seinen WM-Shutout-Rekorden: «Das ist wieder so eine gesuchte Zahl.» Davon ist der siebenfache Meister- und dreifache Silberheld kein Fan. Eine jedoch hat für ihn eine (simple) Bedeutung: «Mein 50. WM-Spiel zeigt, dass ich häufig dabei bin.» Aktuell steht der EVZ-Keeper bei 52 und ist der Schweizer Torhüter mit den meisten WM-Partien.

Trotz seiner Verlässlichkeit – als selbstverständlich erachtet Genoni seinen Einsatz in wichtigen Spielen nicht. «Als Goalie will man dem Trainer den Entscheid einfach schwer machen. Wir drei Torhüter haben alle ein gutes Gefühl und erfüllen die Ansprüche, die an uns gestellt werden.» Nun, er vielleicht ein klein wenig mehr. Er verrät, dass Nati-Trainer Jan Cadieux im Gegensatz zu seinem Vorgänger Patrick Fischer keinen langfristigen Einsatzplan hat oder zumindest bespricht, sondern die Keeper meistens erst am Vortag des Spiels informiert.

Deshalb zurück zu 2023: Fischers Plan in Riga hat vorgesehen, dass der damalige Genfer Meistergoalie Robert Mayer (36) im Viertelfinal gegen Deutschland (1:3) zwischen den Pfosten steht. Danach nahm Fischer seinen (Fehl-)Entscheid und Mayer das kassierte faule Ei auf seine Kappe. Die Schweiz flog aus dem Turnier. Und Genoni relativiert drei Jahre später (zu Recht), dass man nicht wisse, wie das Spiel mit ihm oder einem anderen Torhüter ausgegangen wäre.

Das waren noch Zeiten

Tatsächlich gibt es Statistiken, die man nicht bemühen sollte. Die letzten zehn Aufeinandertreffen der Schweizer und Schweden an WM- oder Olympia-Turnieren zum Beispiel. Neun Duelle haben die «Tre Kronor» gewonnen. Beim letzten an der WM 2021 in Lettland setzte es gleich eine 0:7-Klatsche ab, Genoni wurde nach dem vierten Gegentor ausgewechselt. Früher ist eben doch nicht immer alles besser gewesen. Nicht diese Schweizer. «Ich spielte noch zu Zeiten, wo man auf den Viertelfinal hoffte, dann vielleicht einen gewinnen konnte, und als man über den Viertel- und Halbfinal hinauskam», so Genoni.

Die Nati hat sich entwickelt. Das aufgebauschte Angstgegner-Thema schüchtert nicht ein, «so wie wir auftreten, können wir mit breiter Brust antreten». Darauf angesprochen, dass Genoni der Mann für die K.o.-Spiele geworden ist, sagt der Rekordhalter: «Ich komme einfach in den Genuss einer Mannschaft, die defensiv funktioniert und sehr gut organisiert ist.» Die laut seinem Rat auch nach makelloser Gruppenphase so an die Sache rangehen soll: «Nicht an Gold denken, sondern das Potenzial abrufen.»

Übrigens hat der Zürcher in der Vergangenheit schon oft Einblick gewährt in seinen Kopf – Genoni blendet die Bedeutung jedes grossen Spiels aus: «Nachdem der Puck eingeworfen wurde, spielt es mir mental tatsächlich keine Rolle, ob es ein Vorbereitungsspiel mit dem EVZ oder ein WM-Viertelfinal ist.»

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Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
7
32
21
2
Finnland
Finnland
7
20
18
3
Lettland
Lettland
7
7
12
4
USA
USA
7
4
11
5
Deutschland
Deutschland
7
1
10
6
Österreich
Österreich
7
-12
9
7
Ungarn
Ungarn
7
-24
3
8
Großbritannien
Großbritannien
7
-28
0
Playoffs
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kanada
Kanada
7
20
20
2
Norwegen
Norwegen
7
11
15
3
Tschechische Republik
Tschechische Republik
7
2
13
4
Schweden
Schweden
7
11
12
5
Slowakei
Slowakei
7
2
11
6
Dänemark
Dänemark
7
-11
6
7
Slowenien
Slowenien
7
-12
6
8
Italien
Italien
7
-23
1
Playoffs
Abstieg
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