«Wir sind rausgekommen wie die Feuerwehr»
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Niederreiter über Nati-Sieg:«Wir sind rausgekommen wie die Feuerwehr»

Goldener Start in Heim-Turnier
Hockey-Nati nährt den grossen WM-Traum

Die Nati begeistert von der ersten Sekunde an. Sie setzt mit dem Traumstart gegen Titelverteidiger USA ein Zeichen nach einer schwierigen Vorbereitung, die von der Trennung von Nati-Coach Patrick Fischer überschattet war.
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Bereits in der dritten Minute geht die Schweiz gegen die USA in Führung.
Foto: keystone-sda.ch

Der erste WM-Torschütze der Schweizer umschreibt es perfekt. «Einen besseren Start kann ich mir nicht vorstellen», sagt Pius Suter (29). Bereits nach 123 Sekunden gelingt dem Zürcher, der seit fünf Jahren in der NHL spielt und jetzt bei den St. Louis Blues tätig ist das 1:0 gegen Weltmeister und Olympiasieger USA. «Man will richtig in eine WM starten. Das haben wir getan», so der Mann aus Wallisellen ZH, nachdem die Nati die Neuauflage des letztjährigen WM-Finals mit 3:1 für sich entschieden hat.

Auch wenn Suter den Sieg nicht überbewerten will, hat die Nati mit dem Traumstart den grossen Traum vom ersten Gold nach zuletzt zwei Silbermedaillen genährt. Und die Mannschaft hat auch dafür gesorgt, dass zumindest vorerst nicht mehr die Rede vom weissen Elefanten im Raum, dem vor einem Monat nach dem Covid-Beschiss gefeuerten Nati-Coach Patrick Fischer, die Rede sein wird. Auf die Frage, wie das erste WM-Spiel ohne Fischer gewesen sei, sagt Suter trocken: «Es ist ein Hockey-Spiel gewesen.»

Besonders wichtig ist der perfekte WM-Start für Fischers Nachfolger Jan Cadieux (46), der ohne Verschulden frühzeitig in die erste Reihe gerückt ist. «Es war ein guter Start. Wir wollten die WM gut beginnen, für die Mannschaft wie auch für die Fans, die eine unglaubliche Atmosphäre kreiert haben. Diese Mission haben wir erfüllt, aber man muss demütig bleiben. Es war nicht mehr als ein Spiel.»

«Für uns ist die Heim-Heim-WM noch spezieller»

Auch der zweite Treffer an diesem Abend geht an einen Zürcher: Sven Andrighetto (33). Er hat einen Wettlauf gegen die Zeit hinter sich und nur ein Spiel seit Ende März: Trotzdem stempelt Andrighetto gleich zum WM-Auftakt an seiner Heimstätte ein. Ein Tor, ein Assist – läuft beim 33-Jährigen, der sich im dritten Spiel des Playoff-Viertelfinals bei einem Zusammenstoss mit Teamkollege Rudolfs Balcers eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte. Er hält sich so gut wie möglich fit, scharrt mit den Kufen, darf im letzten Vorbereitungsspiel endlich ran – und zeigt im ersten WM-Duell seine Qualitäten.

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«Ich fühle mich sehr gut», sagt der Torschütze zum 2:0. «Mit Denis (Malgin, die Red.) und Pius (Suter, die Red.) funktioniert es sehr gut, wir reden viel miteinander, wir unterstützen uns gut, es ist einfach, mit ihnen beiden zu spielen.» Es sei ein guter Anfang gewesen, auf dem man aufbauen könne. Wie sich dieser Auftritt angefühlt hat? «Es ist mega speziell, hier für die Schweiz spielen zu dürfen», so Andrighetto, «für uns Zürcher ist die Heim-Heim-WM noch spezieller, einfach mega geil.»

Dass mit Andrighetto und zum Schluss auch noch Ken Jäger zwei Spieler aus der National League gegen einen Gegner vom Format der USA treffen, macht ebenfalls Hoffnung. Denn alleine auf die Treffer der NHL-Stars kann man sich nicht verlassen.

Genoni erneut in WM-Form

Dass es am Ende für den Sieg reicht, liegt nicht zuletzt an einem weiteren der neun Zürcher im WM-Kader. Leonardo Genoni (38) sorgt dafür, dass nichts mehr anbrennen kann.

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Vor einem Jahr hatt er eine bittere Overtime-Niederlage gegen die USA im Final in Stockholm hinnehmen müssen. Beim Nati-Goalie spielt sie keine Rolle mehr, die Erinnerung an das 0:1 ist längst verblasst, Rachegelüste hat er keine. Der 38-Jährige legt 2025 einen Rekord von 243 Minuten und 17 Sekunden ohne Gegentreffer hin – und 2026 zum Auftakt der Heim-WM einen fast makellosen und beeindruckenden Start. Mit einigen Paraden verzückt er das Publikum, sorgt für Szenenapplaus, wird nach dem 3:1-Sieg als bester Spieler ausgezeichnet. Genoni macht da weiter, wo er aufgehört hat.

Ein dreifacher Silberheld auf dem Weg zum Gold-Goalie? Die Hoffnung auf den grossen Wurf hat die Nati jedenfalls genährt. Und gerade bei einer Heim-WM kann der Rückenwind nicht schaden. Nicht dass plötzlich noch jemand den Begriff «Heim-Nachteil» hervorkramt.

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Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Finnland
Finnland
1
2
3
1
Schweiz
Schweiz
1
2
3
3
Österreich
Österreich
0
0
0
3
Großbritannien
Großbritannien
0
0
0
3
Ungarn
Ungarn
0
0
0
3
Lettland
Lettland
0
0
0
7
Deutschland
Deutschland
1
-2
0
7
USA
USA
1
-2
0
Playoffs
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Tschechische Republik
Tschechische Republik
1
3
3
2
Kanada
Kanada
1
2
3
3
Italien
Italien
0
0
0
3
Norwegen
Norwegen
0
0
0
3
Slowakei
Slowakei
0
0
0
3
Slowenien
Slowenien
0
0
0
7
Schweden
Schweden
1
-2
0
8
Dänemark
Dänemark
1
-3
0
Playoffs
Abstieg
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