Darum gehts
- Patrick Fischer verlässt Nati, Heim-WM 2026 wird mit Jan Cadieux geplant
- Trotz Unruhen bleibt Team um Josi und Genoni konkurrenzfähig und motiviert
- Ziel: Viertelfinal über Siege gegen Lettland, Österreich, Grossbritannien, Ungarn
Was sollen wir jetzt von dieser Nati erwarten? Gold nach zwei Silbermedaillen? Ein Totalversagen nach der Affäre um Patrick Fischer? Oder hat das Schicksal einen anderen Dreh in petto? Im Dezember vergangenen Jahres wollte der Verband die Frage nach der Zukunft des erfolgreichen Nati-Trainers frühzeitig beantworten, kündigte Fischers Rücktritt für den Sommer 2026 an und präsentierte seinen Assistenten Jan Cadieux als Nachfolger. Fünf Monate vor dem Beginn der Heimweltmeisterschaft, damit man sich danach in Ruhe den Präparationen auf das grosse Turnier widmen kann. Alles für die Katz. Diese WM hätte eine Krönungsmesse werden sollen, für Fischer, für diese Generation von Spielern um Genoni, Josi, Niederreiter oder Andrighetto. Jetzt ist Fischer nur noch der Elefant im Raum, einer, über den man nicht sprechen will oder soll, der bei dieser WM aber trotzdem präsent sein wird.
Cadieux ist sowieso aus dem Schneider
Die Fäden laufen jetzt bei Jan Cadieux zusammen, oder besser gesagt: jetzt schon. Ein krisenbedingter Machtwechsel kommt für irgendwen oder irgendwas immer zur Unzeit, aber hier führte keine sportliche Krise zur Trennung, sondern ein Versagen auf persönlicher Ebene. Für Cadieux muss das kein schlechtes Zeichen sein, für die Umstände kann er nichts, und so eigenartig es rüberkommen mag: Zu verlieren hat er auch nichts. Brechen alle Dämme und die Nati verpasst den Viertelfinal, wird man das Debakel Fischer oder den Verbandsfunktionären in die Schuhe schieben, aber bestimmt nicht Cadieux.
Aber das Spiel mit breiter Brust, das Fischer seit seinem Amtsantritt 2016 zum Programm erhoben hatte, ist in der DNA dieser Mannschaft verankert. Selbst Turniergrünschnäbel haben heute keine Angst mehr vor der eigenen Courage, und Genoni, Josi, Niederreiter oder Andrighetto sind noch immer da. Eine Mannschaft, die zuletzt zweimal im Final stand, wird sich auch bei einer Heimweltmeisterschaft mit dem Druck arrangieren können, das Fischer-Cadieux-Prinzip sieht zudem keine Zuflucht hinter der Wortkreation «Heimnachteil» vor. Ein Turnier, das für die Schweiz eine Viertelfinal-Teilnahme über Siege gegen Lettland, Österreich, Grossbritannien und Ungarn vorsieht, ist im Prinzip ein Spaziergang, mit Deutschen, Amerikanern und Finnen kann man sich dann immer noch um die beste Ausgangslage für die Knockout-Phase auseinandersetzen.
Zweimal Silber ist nicht gleich Gold
Von Edelmetall träumen darf man zwar jetzt schon, aber Gold ist nicht die logische Konsequenz aus zwei Silbermedaillen, dafür ist die Konkurrenz trotz Olympia-Kater bei einigen NHL-Stars nach wie vor zu gross. In Mailand hatte die Nati den olympischen Halbfinal nach einer Overtime-Niederlage gegen die besten Finnen der Welt nur haarscharf verpasst – und die Finnen holten sich immerhin Bronze. Das kann man als Orientierungshilfe beiziehen oder ignorieren – aber Tatsache ist, dass sich die Schweizer Nati auch unter Jan Cadieux an einem festen Kern von Leistungsträgern orientieren kann. Aus der NHL ist dabei, wer dabei sein kann. Captain Roman Josi hat sich für Patrick Fischer ins Zeug gelegt, aber der Nati hält er trotzdem die Stange. Cadieux ist nicht Fischer, aber Cadieux wird bezüglich der Grundeinstellung zur Mannschaft das weiterführen, was Fischer über Jahre zum Grundsatz erhoben hat.
Trotzreaktion und Extraschübe an Motivation?
Nach der Heimweltmeisterschaft hätte der Meister und Champions-League-Sieger mit Servette ohnehin den Stab übernommen, das gerät in der ganzen Diskussion um die frühzeitige Entlassung Fischers zuweilen in Vergessenheit. In Zürich herrscht zwischendurch zwinglianische Strenge, heisst es. Aber diese Nati mit Jan Cadieux wird in der Swiss Life Arena mit entwaffnender Lebensfreude empfangen werden. Vielleicht hat die maximale Unruhe während der Vorbereitung eine Trotzreaktion ausgelöst, eine «Jetzt erst recht»-Einstellung, die Extraschübe an Motivation und Kampfgeist auslöst. Vielleicht wird das Turnier trotz allem zu einer Krönungsmesse. Auch der Elefant im Raum träumt von Gold.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Österreich | 0 | 0 | 0 | |
1 | Finnland | 0 | 0 | 0 | |
1 | Deutschland | 0 | 0 | 0 | |
1 | Großbritannien | 0 | 0 | 0 | |
1 | Ungarn | 0 | 0 | 0 | |
1 | Lettland | 0 | 0 | 0 | |
1 | Schweiz | 0 | 0 | 0 | |
1 | USA | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 0 | 0 | 0 | |
1 | Tschechische Republik | 0 | 0 | 0 | |
1 | Dänemark | 0 | 0 | 0 | |
1 | Italien | 0 | 0 | 0 | |
1 | Norwegen | 0 | 0 | 0 | |
1 | Slowakei | 0 | 0 | 0 | |
1 | Slowenien | 0 | 0 | 0 | |
1 | Schweden | 0 | 0 | 0 |

