«Wusste nicht, dass es so einen Menschen gibt für mich»
Nati-Star Andrighetto hat sein privates Glück gefunden

An die grosse Liebe haben beide nicht mehr geglaubt. Umso glücklicher sind Eishockey-Nati-Star Sven Andrighetto und sein Schatz Lynn, dass sie sich gefunden haben. Kein Zufall, sondern Schicksal. Ein Hausbesuch vor der Heim-WM.
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Nicole Vandenbrouck
Schweizer Illustrierte
Seelenverwandte: Sven Andrighetto, 33, und seine grosse Liebe Lynn, 32, kuscheln mit Hündchen Kylie zu Hause auf dem Sofa.
Foto: Fabienne Bühler

Es gibt Momente, die das ganze Leben verändern. Bei Sven Andrighetto (33) ist es ein Lächeln von Lynn im Sommer 2023 an einer Day-Party in Zürich. «Auf den ersten Blick hatte ich ein ganz besonderes, vertrautes Gefühl», erinnert sich der Nati- und ZSC-Star, der sich stets auf sein Gespür für Menschen verlässt. Es sagt ihm, dass er bei dieser Frau er selbst sein kann, «weil ich sofort erkannte, dass sie an mir als Mensch interessiert ist».

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

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Tatsächlich wirkt der Hockey-Profi manchmal etwas distanziert, ihm wird ein Hang zur Arroganz nachgesagt. Dabei ist das bloss sein Schutz vor jenen, die ihn seiner Bekanntheit wegen ansprechen. Dass da ein dreifacher WM-Silberheld und zweifacher Schweizer Meister vor ihr steht, ein Nationalspieler, eine Sportgrösse, das weiss Lynn damals noch nicht. «Ich sah einfach sein offenes Strahlen. Er hätte von mir aus auch ein Bürogummi sein können», erzählt die 32-Jährige und schaut ihren Schatz liebevoll an. «Meine Freundinnen fragten mich erst später, ob ich nicht wisse, wer Sven sei.»

In seinem stylisch eingerichteten Hockeyzimmer zieren besondere Auszeichnungen die Regale.
Foto: Fabienne Bühler

Wie der Zufall so will

Es ist ein zufälliges Kennenlernen, weil sich ihr Kollegenkreis überschneidet. Drei Wochen später laufen sie sich an der Street Parade zwischen Hunderttausenden von Tanzfreudigen erneut über den Weg und quatschen. Beim dritten ungeplanten Aufeinandertreffen glauben sie nicht mehr nur an Zufall. Lynns Mutter wird bald sagen: «Die beiden werden heiraten.» Das wissen die Singles selber da noch nicht.

Die beiden Verliebten ergänzen sich perfekt – auch im Haushalt. «Ich putze die Küche, nachdem sie gekocht hat.»
Foto: Fabienne Bühler

«Schicksal» ist ein Wort, das in der stilvoll eingerichteten Wohnung im Zürcher Unterland fällt. «Seelenverwandte» ebenfalls. An der Wand in der Küche die Sternbilder der beiden im Sternzeichen Widder Geborenen – sie sind praktisch identisch. Auch die beiden Verliebten ticken gleich. «Wir haben die gleichen Einstellungen zum Leben», sagt Lynn, die in Pfäffikon SZ aufgewachsen und normalerweise eher vorsichtig ist, wenn sie einen Mann im Ausgang kennenlernt. Doch nach dem dritten Zufallstreffen verbringen sie einen gemeinsamen Tag, führen stundenlange Gespräche, auch tiefgründige, schreiben sich Nachrichten, telefonieren. Und merken: Es passt perfekt.

«Ich bin angekommen.» Grosse Worte des Ex-NHL-Stürmers (Montréal, Colorado). In früheren Beziehungen habe er sich oft erklären müssen und sich unverstanden gefühlt. «Ich wusste nicht, dass es so einen Menschen gibt für mich und habe nicht mehr an die grosse Liebe geglaubt.» Lynn ergänzt: «Wir sind beste Freunde, können über alles reden.» Dann muss die Absolventin einer Handelsschule, die im Pilates-Studio Move me von Andrighettos Mutter und Schwester arbeitet, lächeln. Nicht weil Hündchen Kylie zu ihnen zum Kuscheln auf die Couch springt. Sondern weil ihre Vertrautheit und die enge Bindung als Paar aktuell für ein Problem sorgen: «Weil wir uns immer alles sagen, ist es schwierig für mich, Sven nichts von meinem Hochzeitskleid zu erzählen oder ihm kein Foto davon zu schicken.»

Vor einem Jahr ist Lynn zu ihrem Sven ins Zürcher Unterland gezogen. Seither hat sie die Wohnung geschmackvoll mit eingerichtet.
Foto: Fabienne Bühler

Es hängt schon im Schrank, denn ja, Andrighetto hat seiner Freundin in der letzten November-Nati-Pause einen Antrag gemacht. Romantisch in einem Wellnesshotel im Allgäu. «Ich war so nervös», gesteht der 33-Jährige, «den Ring hatte ich während des ganzen Abendessens in meiner Jackentasche.» Er entschuldigt sich kurz, doch statt auf die Toilette zu gehen, versichert er sich an der Rezeption, dass alles wie besprochen vorbereitet ist. Lynn ahnt erst etwas, als die Liebe ihres Lebens sie später bittet, die Zimmertür zu öffnen. Inmitten von Kerzen, Blumen und Ballons geht Andrighetto auf die Knie, und Lynn sagt Ja. «Vorher bat er sogar noch meine Eltern um ihren Segen.»

Einige Highlights stehen an

Die Traumhochzeit wird noch in diesem Sommer stattfinden – drei Jahre nachdem sie ihre Mutter vorausgesagt hat. Die Planungen laufen auf Hochtouren, die beiden Verlobten freuen sich riesig. Zunächst aber steht für den Nati-Star ein anderer Höhepunkt an: die Weltmeisterschaft in Zürich, in «seinem» Stadion.

Dabei drohte der Goalgetter und Leistungsträger der Nati, das Heimturnier beinahe zu verpassen. Am 25. März prallte er im dritten Viertelfinalspiel gegen Lugano unglücklich mit einem Teamkollegen zusammen. Er erlitt eine Gehirnerschütterung, war für kurze Zeit komplett weggetreten und kann sich an nichts mehr erinnern. Auch in diesem Schockmoment war Lynn unterstützend an seiner Seite. Der ZSC-Teamarzt holte sie sofort von der Tribüne in die Garderobe, «das tat mir extrem gut».

Der Nati-Stürmer wusste lange nicht, ob er bis zur Heim-WM wieder gesund sein wird.
Foto: Fabienne Bühler

In den Wochen danach hielt sie ihn zu Hause bei Laune. Denn sein Ausfall dauerte länger als erhofft. «Ich hatte Zweifel und Stress, weil ich in den Playoffs unbedingt nochmals spielen wollte», so Andrighetto, «dass es für die WM knapp werden könnte, damit rechnete ich nicht.»

Seine Genesung war ein Wettlauf gegen die Zeit. Erst im letzten Testspiel krönte der Nati-Stürmer sein Comeback gleich mit einem Tor gegen Tschechien. Nur fünf Tage vor dem WM-Auftakt gegen die USA am Freitag, 15. Mai ist klar: Andrighetto ist bereit. Die Heim-WM lässt sein Sportlerherz höherschlagen, die bevorstehende Hochzeit beflügelt ihn – die grosse Liebe erdet ihn.

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