Goalie bricht mit Tradition
Trotz WM-Rekord gibts von Genoni keine Schoggi für die Nati

13 – kein Torhüter der Geschichte hat so viele Shutouts hingelegt bei einer WM wie Leonardo Genoni. Nicht zum ersten Mal bekommt der 38-Jährige die Bezeichnung «The Wall». Er selbst bedankt sich nach Erreichen der Bestmarke beim Team.
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Torhüter Leonardo Genoni ist das Herz dieser Nationalmannschaft.
Foto: CLAUDIO THOMA/Keystone via AP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Leonardo Genoni erzielt mit 13 WM-Shutouts neuen Weltrekord in Zürich
  • Mit 243 Minuten ohne Gegentor stellte er 2025 weiteren WM-Rekord auf
  • Nächste Saison könnte er in der National League eine Bestmarke setzen
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Leonardo Genoni (38) hat etwas erreicht, das vor ihm noch kein Goalie geschafft hat – und dies nicht zum ersten Mal. Mit dem 9:0-Sieg der Schweizer gegen Österreich setzt der Nati-Keeper am Mittwoch eine neue Bestmarke: 13 Shutouts an Weltmeisterschaften.

Damit ist er alleiniger Rekordhalter, nachdem er vor einem Jahr an der WM in Stockholm im Halbfinal das zwölfte Spiel ohne Gegentreffer hingelegt und damit den Rekord des tschechischen «Hall of Fame»-Keepers Jiri Holecek (82) egalisiert hat.

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Genoni zeichnen seine herausragenden Qualitäten schon seit vielen Jahren aus. Er ist in Topform, wenn es ihn in grossen Spielen braucht. Der siebenfache Schweizermeister – ebenfalls ein Rekord – ist ein Perfektionist. Selbstreflektiert und immer auf der Suche nach Verbesserung. Für den 38-Jährigen gibt es keine alten und jungen Torhüter – nur gute und schlechte. Er zählt zu den besten. Trotzdem: Bescheidenheit ist eine seiner grossen Tugenden.

«Das ist ein gesuchter Rekord»

Bereits in Stockholm betont er, dass er nicht der Rekord wegen Hockey spielt, sondern fürs Team. Und sagt zu Blick nach der Silber-WM von 2025, dass er «alle Auszeichnungen gegen Gold eintauschen würde». Er ist der MVP jenes Turniers, nachdem er dort eine weitere WM-Bestmarke aufgestellt hat: 243 Minuten und 27 Sekunden am Stück hält er seinen Kasten rein. Im Netz wird er in etlichen Posts als «The Wall», die Mauer, bezeichnet. Auch nach dem historischen Moment in Zürich.

Sich selbst in den Mittelpunkt stellen, das tut Genoni aber auch bei der Heim-WM nicht. Der dreifache Silberheld (2018, 2024, 2025) streicht erneut heraus, dass er einst nicht einmal von der Existenz dieses Rekordes gewusst habe. Und sagt: «Es ist ein gesuchter Rekord, der auch bedeutet, dass man an einigen Weltmeisterschaften dabei gewesen ist. Es war vielleicht ein Zwischenziel für jemanden, aber für mich nicht.» Als er gefragt wird, ob ihn seine Teamkollegen in den Schlussminuten des Ösi-Spiels nicht darauf hingewiesen hätten, blitzt sein Humor auf: «Nein, sie waren aber auch nicht so oft in der Nähe meines Tores.» Und ernsthaft: «Als Goalie darf man auch wenige Minuten vor Schluss nicht an so etwas denken.»

Er denkt sowieso lieber ans Team. Als nach dem Kantersieg in der Garderobe grosser Applaus aufbrandet, er von Trainer Jan Cadieux Weltrekordhalter genannt wird und ihm von Freund und Konkurrent Reto Berra (39) der Matchpuck – er hat alle 13 – übergeben wird, sagt der Zürcher: «Ein unglaublicher Team-Effort. Wow, ich danke euch, es macht Spass, mit jedem von euch hier zu spielen.»

Genoni spricht nach Österreich-Glanzleistung zum Team
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Weltrekord-Shutout an der WM:Genoni spricht nach Österreich-Glanzleistung zum Team

Genoni bricht mit Kuchen-Tradition

Und wenn wir schon bei Rekorden sind: Auch bei Olympia in Mailand stellt er einen auf, der bis weit über die Landesgrenzen für Aufmerksamkeit sorgt, weil Genoni plötzlich ins nordamerikanische Rampenlicht gerät: In der Ära der Olympia-Turniere mit NHL-Beteiligung (1998, 2006, 2010, 2014, 2022, 2026) ist er der älteste Torhüter, dem ein Shutout gelungen ist.

Ein Ritual, das in seinen Zeiten beim SC Bern seinen Anfang genommen hat, ist, dass er nach jedem Shutout einen Schoggikuchen fürs Team backt. Auch bei der WM? «Das ist nicht geplant», grinst er, «gegen das Dessertbuffet im Hotel komme ich nicht an.» Beim Klub aber hat es Tradition.

Kommen die Zuger nächste Saison (sein Vertrag läuft bis 2027) noch einige Male in den Genuss seiner Backkünste, könnte Genoni den nächsten Rekord ins Visier nehmen: jenen der Anzahl Shutouts in der National League. Dort steht er mit 69 aktuell auf Platz 3 hinter Marco Bührer (73) und Tobias Stephan (75). Es wären süsse Leckerbissen für einen zuletzt von Problemen geplagten EVZ, der seinem Keeper ebenfalls gratuliert. Und der zumindest etwas weiss: Genoni ist kein Thema bei der noch andauernden Analyse der letzten durchzogenen Saison.

Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
4
18
12
2
Finnland
Finnland
3
9
9
3
Österreich
Österreich
4
-2
9
4
USA
USA
4
-1
5
5
Ungarn
Ungarn
3
0
3
6
Lettland
Lettland
3
-2
3
7
Deutschland
Deutschland
4
-10
1
8
Großbritannien
Großbritannien
3
-12
0
Playoffs
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Tschechische Republik
Tschechische Republik
4
5
10
2
Kanada
Kanada
3
12
9
3
Slowakei
Slowakei
3
5
8
4
Norwegen
Norwegen
3
7
6
5
Schweden
Schweden
4
7
6
6
Slowenien
Slowenien
4
-10
3
7
Dänemark
Dänemark
3
-11
0
8
Italien
Italien
4
-15
0
Playoffs
Abstieg
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