Nati-Star über Leidenszeit
Keiner wusste, wie schlimm es bei Niederreiter wirklich war

Olympia-Frust und Knie-OP. Nach dem Hühnerhaut-Moment fürs ganze Team blickt Nati- und NHL-Star Nino Niederreiter auf die schwierige Zeit zurück.
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Gegen Deutschland gelangen Nino Niederreiter mit zwei Assists die ersten Punkte des WM-Turniers.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Niederreiter liefert zwei Assists zu 6:1-Gala gegen Deutschland
  • Knie-Operation nach Olympia-Frust und sechs Wochen Pause für Genesung
  • Der NHL-Star braucht das Vertrauen ins Knie, um wieder Leistung bringen zu können
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Im dritten Spiel der Heim-WM in Zürich hat Nino Niederreiter (33) eingestempelt und zwei Assists verbucht bei der 6:1-Gala gegen Deutschland. Wichtige Momente für ihn. Das Hühnerhaut-Gefühl nach dem Sieg, als die Fans «W. Nuss vo Bümpliz» mitsingen, tut sein Übriges. Der Nati- und NHL-Star ist glücklich. Und erleichtert.

Denn: Je länger Niederreiter auf seine ersten Tore oder Assists warten muss, desto eher hadert er. «Ich bin sicher ein Kopfmensch, das weiss ich auch», sagt der 33-Jährige offen. «Das macht mich vielleicht auch aus. Der Wille, immer alles zu geben. Manchmal will ich etwas zu sehr und verkrampfe teilweise. Aber diese Eigenschaft hat mich so weit gebracht, wie ich gekommen bin. Es ist ein Vor- und Nachteil.»

Vor drei Monaten war es Letzteres.

Eine Operation wie eine Erlösung

Olympia-Frust bei Niederreiter. Er kommt in Mailand nicht auf Touren, nachdem es auch mit Winnipeg in der NHL harzt. Der Grund: Das Knie macht ihm schon seit längerer Zeit schmerzlich zu schaffen. Wie schlimm es wirklich ist, weiss da kaum jemand. Nach dem Fahnenträger-Highlight ist seine sportliche Leistung demoralisierend für ihn. «Meine ganze Karriere konnte ich bisher mehr oder weniger schmerzfrei durchspielen. Dass mir etwas schon die ganze Saison Schwierigkeiten bereitet, ist neu für mich», sagt er in Mailand zu Blick.

Als der Erstrunden-Draft (2010, Islanders) bei Olympia endlich reüssiert, ist es beim 2:3-Overtime-Out im Viertelfinal gegen Finnland (zu) spät. Was danach für Niederreiter folgt? Der fällige Eingriff am Knie. «Durch das Olympia-Turnier musste ich mich kämpfen, bis danach mit der Operation die Erlösung kam.» Er fällt sechs Wochen aus, absolviert noch sechs NHL-Partien, bevor er ins Nati-Tenue schlüpft. Und es langsam aufwärtsgeht.

Wann kann er besser schlafen?

Denn die letzten Monate sind nicht einfach gewesen für die Churer Frohnatur. «Es war ein mentaler Kampf bis zu diesem Punkt», sagt Niederreiter reflektiert. «Der begann allerdings schon im letzten Sommer mit dem Wissen, dass mein 1000. Spiel irgendwann ansteht, und der Frage, ob ich es mit dem verletzten Knie bis dahin schaffe.» Die Genesung sei dann zwar gut verlaufen, «aber es ist immer noch ein Prozess, mich auf dem Eis noch besser zu fühlen».

Auf seinem Auftritt gegen Deutschland könne er aufbauen. Und auch besser schlafen als nach misslungenen Spielen? «Nicht unbedingt, das ist schwierig zu sagen. Solange man Chancen kreiert, geht man mit einem positiven Gefühl ins Bett. Sobald man keine Chancen mehr hat, dann grübelt man eher. Im ersten Spiel gegen die USA hatte ich zwei, drei herrliche Möglichkeiten und gegen die Letten einen Lattenschuss. Aber das Wichtigste ist sowieso der Sieg.»

Dieser sowie die Punkteausbeute sind dennoch Balsam fürs Selbstvertrauen. Wobei ausgelassene Torchancen nicht allein darauf gründen, wie Niederreiter erklärt. «Das hat auch damit zu tun, cool bleiben zu können und sich im Spiel die Zeit zu nehmen, die es für den Abschluss braucht.» Manchmal habe man im Moment das Gefühl, gar nicht so viel Zeit zu haben. «Aber das Vertrauen, dass das Knie jetzt hält, hilft mir auch.»

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Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
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Schweiz
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9
2
Finnland
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3
9
9
3
Österreich
Österreich
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Ungarn
Ungarn
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0
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USA
USA
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6
Lettland
Lettland
3
-2
3
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Deutschland
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-9
0
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Großbritannien
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3
-12
0
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Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
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TD
PT
1
Kanada
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12
9
2
Slowakei
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5
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Tschechische Republik
Tschechische Republik
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3
7
4
Norwegen
Norwegen
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7
6
5
Schweden
Schweden
3
1
3
6
Slowenien
Slowenien
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-4
3
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Italien
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-13
0
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