Perfekter WM-Start
Sechs Nati-Stars ragen besonders heraus

Die Schweiz hat an der Heim-WM in Zürich gegen die USA und Lettland zwei nicht zu unterschätzende Gegner bezwungen. Dabei sind sechs Spieler aus dem Kollektiv herausgestochen.
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Simon Knak (24)

Die ZSC-Fans reiben sich bereits die Hände. Ihr künftiger Stürmer fährt dort fort, wo er in den Playoffs mit Davos aufgehört hat. Er bringt Schwung ins Spiel und bereitete sowohl im ersten Spiel gegen die USA (3:1) als auch am Samstag gegen Lettland (4:2) das Tor vor, das der Nati eine nervöse Endphase ersparte. Die vierte Linie mit Ken Jäger und Damien Riat funktioniert hervorragend. «Die Chemie ist vorhanden. Wenn man mit viel Energie spielt, erarbeitet man sich auch viele Chancen. Alle drei bewegen die Beine. Es macht einfach nur Spass, mit den beiden zusammenzuspielen», sagt Knak, dem es «mega viel» bedeutet, dass seine Reihe die Spiele als Starting 6 begonnen hat. «Das ist auch eine Auszeichnung. Da kann man den Takt angeben. Wir wollen Energie reinbringen, einen guten ersten Shift haben.» Hatte er nach dem verlorenen Playoff-Final keinen Durchhänger? «Nein, es hat mir geholfen. Wenn ich jetzt in den Ferien wäre, hätte ich mehr Zeit gehabt, darüber nachzudenken. Doch jetzt gehts weiter und ich bin megafroh, dass ich gleich wieder Hockey spielen kann und sofort wieder ein neues Ziel vor Augen habe.»

Simon Knak hat den Schwung aus den Playoffs in die Nati mitgenommen.
Foto: keystone-sda.ch

Roman Josi (35)

Die Eleganz, mit welcher der Verteidiger der Nashville Predators spielt, ist atemberaubend. Josi liebt es, das Spiel anzukurbeln und sich in die Offensive einzuschalten. Auch wenn er in den ersten beiden Spielen noch ohne Skorerpunkt blieb, macht es Spass, ihm zuzuschauen. Man sieht dem Captain an, wie viel Spass es ihm macht, in diesem Team zu spielen. Vielleicht ist er eine Spur zu verspielt. Und auch er lässt ungewohnt viele Tormöglichkeiten liegen, sodass es gegen Lettland bis zur 31. Minute 0:0 steht. «Wir wussten, wenn wir so weiterspielen, werden die Tore kommen», sagt der dreifache Silberheld. Er habe nie zu zweifeln begonnen. «Mir ist wichtig, dass ich Chancen kreiere und involviert bin. Dann kommen auch die Tore irgendwann.» 

Eine Augenweide: Captain Roman Josi.
Foto: keystone-sda.ch

Leonardo Genoni (39)

Nach einer durchwachsenen Saison mit dem EV Zug sind beim einen oder anderen Zweifel am Routinier aufgekommen. Doch der Goalie aus dem Schokoladenfabrik-Dorf Kilchberg ZH macht beim Auftaktspiel gegen die USA (3:1) klar, dass diese unbegründet sind und auch unter Jan Cadieux Verlass auf ihn ist, nachdem er davor unter Patrick Fischer seit 2023 die unbestrittene Nummer 1 war.

Auch unter Jan Cadieux ist auf Leonardo Genoni verlass.
Foto: Pius Koller

Janis Moser (25)

Wenn man den Seeländer ab der Heim-WM bei der Arbeit sieht, wird einem klar, warum der Verteidiger der Tampa Bay Lightning ein solch hohes Standing in der NHL geniesst. Weil er das Spiel so gut lesen kann, ist er defensiv enorm stark. Dazu scheut er keinen Zweikampf und lässt sich gegen die Amerikaner auch auf Scharmützel ein. Und dann sorgt er mit seinem Tanz vor dem 1:0 von Pius Suter gegen die USA dafür, dass die Nati den perfekten Start ins Heim-Turnier hat.

Janis Moser greift sich US-Störenfried Matt Coronato.
Foto: Nico Ilic/freshfocus

Damien Riat (29)

Der Lausanne-Captain ist es, der im Spiel gegen Lettland, in dem die Schweizer zu viele Chancen vergeben, für Zählbares sorgt. Im Powerplay, das Trainer Jan Cadieux aufs zweite Spiel hin umstellt, schiesst er das 2:1. Dann putzt der Genfer mit dem 4:1 die letzten Bedenken aus dem Weg und wird danach als bester Spieler der Nati ausgezeichnet. Im Klub ein Mann für die erste Reihe akzeptiert der Rechtsschütze seine Rolle als Flügel der vierten Reihe. Keiner hat bei den Schweizern bisher so viele Schüsse aufs Tor gebracht wie Riat (8).

Damien Riat feiert seinen zweiten Treffer gegen Lettland.
Foto: keystone-sda.ch

Sven Andrighetto

Zusammen mit ZSC-Teamkollege Dean Kukan ist der hochkarätige Flügel mit einem Tor und zwei Assists bisher der beste Skorer der Nati. Was noch wichtiger ist: Nach seiner Pause wegen einer Hirnerschütterung, die ihn in den Playoffs ausser Gefecht setzte, spielt er ohne Hemmungen. Er ist bissig in den Zweikämpfen und hat bei seinem Heim-Turnier eine gute Körpersprache. Und bei seinem Assist auf Riat gegen Lettland bleibt er im Powerplay so lange ruhig, dass sich schon mancher fragt, warum er nicht endlich schiesst. «Das zweite Tor war sehr schön. Da hat Andrighetto sehr viel Geduld gezeigt», lobt Captain Josi.

Sven Andrighetto ist auch nach seiner Hirnerschütterung noch bissig.
Foto: Nico Ilic/freshfocus


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Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Österreich
Österreich
2
5
6
2
Finnland
Finnland
2
5
6
3
Schweiz
Schweiz
2
4
6
4
USA
USA
2
2
3
5
Lettland
Lettland
1:0
2
-1
3
6
Deutschland
Deutschland
0:1
2
-3
0
7
Ungarn
Ungarn
2
-5
0
8
Großbritannien
Großbritannien
2
-7
0
Playoffs
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kanada
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2
8
6
2
Slowakei
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4
6
3
Tschechische Republik
Tschechische Republik
2
2
4
4
Schweden
Schweden
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2
3
5
Norwegen
Norwegen
1:0
2
0
3
6
Slowenien
Slowenien
0:1
2
0
2
7
Dänemark
Dänemark
2
-7
0
8
Italien
Italien
2
-9
0
Playoffs
Abstieg
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