Startsieg gegen die USA
Polizei gratuliert Nati – Pfiffe für Trumps Botschafterin

Es war ein emotionaler erster WM-Abend am Freitag mit einem Sieg gegen die USA. Am Samstag geht es weiter mit dem Duell gegen Lettland. Hier kommt das Nati-Inside.
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Pfiffe für Trumps Botschafterin

Der Start ist geglückt. Die Nati bezwingt zum Auftakt der Heim-WM Weltmeister und Olympiasieger USA 3:1. Bei den Spieler-Ehrungen, bei denen Goalie Leonardo Genoni bei den Schweizern ausgezeichnet wird, gibt es Pfiffe für die US-Botschafterin Callista Gingrich (60). Die 60-jährige Diplomatin war von Präsident Donald Trump nach Bern berufen worden.

US-Botschafterin Callista Gingrich sieht sich die Niederlage gegen die Schweiz an und erntet danach Pfiffe.
Foto: keystone-sda.ch

Radau zur Schlusssirene

Ob die Animositäten gegenüber der US-Botschafterin mit ihrem Präsidenten, der sich mit seinen Zöllen in der Schweiz keine Freunde gemacht hat, oder aber mit den Scharmützeln zur Schlusssirene zusammenhängen, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Wie es oft während einer Playoff-Serie vorkommt, fliegen nach dem Spiel noch die Fetzen, als die Amerikaner das Ventil öffnen und ihrem Frust freien Lauf lassen. Dabei gibt es noch Strafen gegen Janis Moser und Damien Riat auf Schweizer Seite und Matt Coronato sowie Ryan Leonard. Möglicherweise sieht man sich ja hier in Zürich (frühestens im Halbfinal) wieder. Letztes Jahr hatte die Schweiz ebenfalls das Gruppenspiel (3:0) gewonnen – und dann den Final in der Overtime 0:1 verloren. 

Nach dem Spiel gibts noch Radau.
Foto: keystone-sda.ch

Genoni leidet mit krankem Berra

Trotz langjähriger Karriere, ist es für Leonardo Genoni (38) die erste Heim-WM. Seine Gefühle, nachdem er von seinem Einsatz erfahren hat? «Gemischt», gesteht er, «weil Reto (Berra, die Red.) krank ist, was mir extrem leid tut für ihn.» Überwältigend ist es aber auch für ihn, als er einläuft und die Swiss Life Arena in Rot erstrahlt, «das war unglaublich. Und nach elf Minuten führen wir 2:0, besser kann man gar nicht starten». Weil dem Team ein gutes Spiel gelungen ist, habe sich das auf die Atmosphäre übertragen. «Sie war noch extremer, als ich es mir vorgestellt habe.»

Genoni: «Hatte gemischte Gefühle, weil Reto krank ist»
2:07
Emotionaler Start in Heim-WM:Genoni: «Hatte gemischte Gefühle, weil Reto krank ist»

Polizei feiert mit

Nicht schlecht staunten die Fans, als sie nach dem Sieg gegen die USA zum Bahnhof Altstetten schlenderten und vor der Unterführung ein leuchtender Polizeiwagen stand. Ausschreitungen? Nein, im Gegenteil – die Polizei feierte mit. «Die Stadtpolizei Zürich gratuliert zum Sieg» stand da in grossen Lettern und daneben zu den Landesflaggen der USA und der Schweiz das Resultat von 1:3. Da zückte manch einer das Handy und machte ein Foto.

Die Polizei in Zürich-Altstetten gratuliert.
Foto: Marcel Allemann

Kritisch trotz Sieg

«Die WM ist lanciert», freute sich Nati-Verteidiger Christian Marti zwar über den 3:1-Traumstart gegen die USA, aber er hob auch sogleich den Mahnfinger: «Wir dürfen jetzt nicht das Gefühl haben, dass es dadurch ein Selbstläufer wird. Es warten bereits die nächsten harten Spiele auf uns. Die USA sind sicher noch nicht so gut eingespielt, wie wir das sind. Deshalb ist es auch schwierig, dieses erste Spiel zu werten.» Auch Stürmer Simon Knak gab sich durchaus kritisch: «Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, aber können es noch besser. An einigen Dingen müssen wir arbeiten, um unser bestes Level zu erreichen.»

Kabinen-Ansprache von Parmelin

Rund eineinhalb Stunden vor der Start-Partie gegen die USA kam bei den Security-Leuten Nervosität auf. Bundespräsident Guy Parmelin wurde ins Stadion gelotst – und hielt danach in der Nati-Kabine eine kleine Ansprache. Und wurde wieder einmal zum Glücksbringer.

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OK-Boss lässt sein Handy liegen

Durch den Security-Check müssen auf dem Weg ins Stadion alle – auch OK-Boss Christian Hofstetter. Nur lässt er dabei am Freitagabend vor dem Match USA – Schweiz auf dem Tisch, auf dem die elektronischen Geräte und Metallgegenstände zwischengelagert werden, sein Handy liegen. Eine Mitarbeiterin trägt es ihm schliesslich hinterher, worauf er mit einem Schmunzeln fragt: «Brauche ich das noch?» Nun ja, wenn der WM-Chef schon ab dem ersten Tag nicht mehr erreichbar ist, wäre das durchaus suboptimal.

(Fast) Immer erreichbar: WM-Boss Christian Hofstetter.
Foto: PIUS KOLLER

Cadieux rief seine Familie vor dem Spiel an

Erstes WM-Spiel, erster Sieg für Nati-Coach Jan Cadieux (46). «Ich habe jeden Moment genossen. Egal, ob ich vorher als Assistent oder jetzt als Headcoach gearbeitet habe, ich geniesse diese Erfahrungen. Ich habe einen Final der National League erlebt, die Olympischen Spiele... und jetzt das», sagt der Sohn der verstorbenen Trainer-Legende Paul-André Cadieux. «Ehrlich gesagt, habe ich es vor allem genossen, zu sehen, wie die Mannschaft spielt. Das macht auch meine Arbeit viel einfacher.» Er sei nicht nervös gewesen, so der Trainer, der mit Servette 2023 Meister und 2024 Champions-League-Sieger gewesen war. «Einige Minuten bevor ich aus der Kabine kam, dachte ich vor allem an meine Familie. Ich rief sie an, um ihnen für ihre Unterstützung zu danken. Dann bin ich auf die Bank gegangen und habe den Moment genossen.» Cadieux hatte es sich auch nicht nehmen lassen, die Starting 6 zu verlesen, was unter seinem Vorgänger Patrick Fischer meist die Aufgabe von Christian Marti gewesen war.

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Letztes WM-Duell ging verloren

Schon am Samstagabend geht es für die Nati weiter. Gegner ist Lettland. Gegen die Balten hat die Nati das letzte WM-Duell (3:4 n.V.) 2023 in Riga verloren. Durch den späten Ausgleich hatten sich die Letten erst für den Viertelfinal qualifiziert – und holten sich dann Bronze. Den Siegestreffer erzielte damals ZSC-Stürmer Rudolfs Balcers. Nati-Coach Patrick Fischer hatte damals die teilweise erkrankten Leonardo Genoni, Nico Hischier, Dean Kukan, Nino Niederreiter und Denis Malgin geschont und Joren van Pottelberghe ins Tor gestellt. Zwei Tage später scheiterte die Nati im Viertelfinal mit Robert Mayer zwischen den Pfosten an Deutschland (1:3).

Letten-Goalie Arturs Silovs und Overtime-Torschütze Rudolfs Balcers feiern 2023 den Sieg gegen die Schweiz und den Einzug in den Viertelfinal.
Foto: freshfocus

Scouts haben Smits im Visier

Bei den Letten richten sich die Augen der NHL-Scouts auf einen 18-Jährigen: Den 1,91 Meter grossen München-Verteidiger Alberts Smits, der als heisser Kandidat für die erste Runde im Draft gilt und schon bei Olympia im Team stand.

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Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Österreich
Österreich
1
3
3
2
Finnland
Finnland
1
2
3
2
Schweiz
Schweiz
1
2
3
4
Ungarn
Ungarn
0
0
0
4
Lettland
Lettland
0
0
0
6
Deutschland
Deutschland
1
-2
0
6
USA
USA
1
-2
0
8
Großbritannien
Großbritannien
1
-3
0
Playoffs
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Tschechische Republik
Tschechische Republik
1
3
3
2
Kanada
Kanada
1
2
3
3
Slowakei
Slowakei
1
1
3
4
Italien
Italien
0
0
0
4
Slowenien
Slowenien
0
0
0
6
Norwegen
Norwegen
1
-1
0
7
Schweden
Schweden
1
-2
0
8
Dänemark
Dänemark
1
-3
0
Playoffs
Abstieg
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