Auch Coach Kreis unter Druck
Für die Deutschen ist das Nati-Duell bereits ein Prüfstein

Nach den Niederlagen gegen Finnland und Lettland sind die Deutschen heute Abend gegen unsere Nati schon gehörig unter Druck. Was Trainer Kreis und Lausannes Kahun vor dem Knüller sagen.
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Nach der 0:2-Niederlage gegen Lettland sind Bundestrainer Harold Kreis (M.), Marcus Weber (l.) und Andreas Eder konsterniert.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Deutschland steht nach Niederlagen gegen Finnland und Lettland unter Druck
  • Nur vier NHL-Spieler und Kritik an Spielweise erschweren Kreis' Aufgabe
  • Für K.o.-Runde nötig: Punkte gegen Schweiz oder USA
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Bundestrainer Harold Kreis (67) hat sich im Vorfeld der Weltmeisterschaft in der Schweiz gewünscht, dass sein Team am Anfang des Turniers auf die stärkeren Gegner trifft. Sein Wunsch wird ihm erfüllt.

Nach der 1:3-Niederlage gegen die Finnen und dem ernüchternden 0:2 gegen Lettland stehen die Deutschen gegen unsere Nati jedoch bereits gehörig unter Druck. Um es in die K.o.-Runde zu schaffen, müssen entweder gegen die Schweiz oder die USA Punkte her. Aber wie, wenn nicht stehlen?

Die Schweiz ist nicht nur für Kreis’ Mannschaft ein Prüfstein und wegweisend, sondern vielleicht auch für den Headcoach selbst, dessen Vertrag noch bis nach seiner Heim-WM 2027 in Düsseldorf und Köln läuft. Denn: Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) rutschte in eine kleine Krise nach dem Vorrunden-Aus an der WM 2025 in Herning (Dä) und der Viertelfinal-Pleite bei Olympia (2:6 gegen die Slowakei), weil vor allem nach den Auftritten in Mailand Kritik an der auf die NHL-Stars ausgerichteten Spielweise laut wurde. Sogar aus den eigenen Reihen.

Das Kollektiv soll wieder an erste Stelle

Im Team habe es Uneinigkeit sowie Diskussionen über die verlorene Identität gegeben, wie die «Süddeutsche Zeitung» schreibt. So sagte NHL-Grösse Nico Sturm (31): «Erst kämpfen und verteidigen. Und nicht in Schönheit sterben.» Die Analyse von Moritz Müller, WM-Silberheld von 2023 und langjähriger Captain: «Wir haben als gesamtes Team versucht, mit jeder Aktion Offensive zu kreieren. Das war vielleicht etwas zu riskant.»

Bei Olympia war das Team mit acht NHL-Stars gespickt, in Zürich sind es nun nach Absagen nur die Hälfte: Goalie Philipp Grubauer (Seattle), Joshua Samanski (Edmonton), Moritz Seider (Detroit) und Lukas Reichel (Vancouver). Das Kollektiv soll wieder an erster Stelle stehen. Doch auch sie rennen am Vortag des Duells gegen die Gastgeber vergeblich bei Letten-Goalie Kristers Gudlevskis an, versemmeln alle Chancen. Lausanne-Stürmer Dominik Kahun nach der Pleite auf Pro7: «Die Enttäuschung ist gross, die Analyse schwierig. Wir waren nicht gut genug, erwarten mehr von uns. Genügend Torchancen hatten wir.» Gegen die Schweiz müsse man jetzt alles reinwerfen, «sie ist der grösste Mitfavorit».

Das Fazit von Headcoach Kreis (ex Zug, Zürich) fällt sportlicher und simpler aus: «Wir haben es dem Goalie zu einfach gemacht und für zu wenig Verkehr vor seinem Tor gesorgt. Es braucht mehr Schüsse und mehr Bewegung in der Offensivzone.» Der 67-Jährige streicht noch heraus, dass man gegen die Schweiz zwar als Underdog ins Spiel gehe, «aber trotzdem haben wir eine Erwartungshaltung».

Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Finnland
Finnland
3
9
9
2
Österreich
Österreich
2
5
6
3
Schweiz
Schweiz
2
4
6
4
Lettland
Lettland
2
0
3
5
USA
USA
3
-2
3
6
Deutschland
Deutschland
2
-4
0
7
Ungarn
Ungarn
2
-5
0
8
Großbritannien
Großbritannien
2
-7
0
Playoffs
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kanada
Kanada
3
12
9
2
Slowakei
Slowakei
2
4
6
3
Tschechische Republik
Tschechische Republik
2
2
4
4
Norwegen
Norwegen
2
3
3
5
Schweden
Schweden
2
2
3
6
Slowenien
Slowenien
2
-3
2
7
Italien
Italien
2
-9
0
8
Dänemark
Dänemark
3
-11
0
Playoffs
Abstieg
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