Darum gehts
- Christian Hofstetter pendelt aktiv zwischen Zürich und Freiburg während Heim-WM
- Trotz turbulenter Startphase glänzt die Nati mit starken Leistungen und Teamgeist
- Tagestickets füllen Stadien gut, aber Einlassprobleme bleiben Herausforderung
Seine Nächte sind kurz, die Präsenzzeiten lang. Ständig pendelt Christian Hofstetter (58) zwischen Zürich und Freiburg. Trotzdem wirkt der WM-OK-Boss entspannt, als er zum Termin mit Blick erscheint. «Ich bin von einem tollen Team umgeben und profitiere auch von meiner Erfahrung. Das gibt Sicherheit», sagt er. Zuvor hat Hofstetter während 15 Jahren in verschiedenen Funktionen für den Hockeyweltverband IIHF gearbeitet und war dabei ebenfalls an WM-Turnieren engagiert.
Hofstetter hat guten Grund, sich zu freuen. Die Heim-WM hat sich optimal angelassen, «die hervorragenden Leistungen der Nati helfen da enorm». Als diese nach dem 6:1-Sieg gegen Deutschland von der singenden Menge zur «W.Nuss vo Bümpliz» von Patent Ochsner abgefeiert wurde, war das nicht nur für die Nati-Spieler, sondern auch für ihn als Chef des Veranstalters emotional: «Diese Begeisterung der Fans, diese Stimmung im Stadion – das reisst auch mich mit.»
Nati-Turbulenzen kein Thema mehr
Dabei gab es Ende April noch gute Gründe, sich Sorgen um die Heim-WM zu machen: Der Skandal rund um die Entlassung von Nati-Trainer Patrick Fischer und nachdem die Nati kurz darauf an der Euro Hockey Tour gegen Schweden ein 1:8-Debakel erlitt. «Solche Ereignisse helfen der ganzen Organisation natürlich nicht. Es half uns aber, dass es danach wieder einen Aufwärtstrend gab.» Drei Wochen später ist das alles weit weg, als wäre es ein Relikt aus einer anderen Zeit. Hofstetter, einst selbst Verteidiger und Captain von Fribourg-Gottéron, meint: «Das spricht für die Nati, diese Spielerpersönlichkeiten, ihren Fokus und Teamgeist.»
Auch der Dienstag, der wegen des Spielplans ohne Partien der Topteams im Vorfeld als Problemtag ausgemacht wurde, ist gut über die Bühne gebracht worden. Die Stimmung war in beiden Stadien keineswegs trostlos, da hat man auch mit der Einladung von Schulklassen nachgeholfen. «Ich war in Freiburg, die Schulklassen haben so lautstark das eine oder andere Team unterstützt, als kämen sie aus diesen Ländern», erzählt Hofstetter begeistert. Die offiziellen Fanzonen sind an beiden Orten ein voller Erfolg.
Einlassprobleme am Eröffnungstag
Ein Erfolgsgeheimnis für die gute Atmosphäre an praktisch allen Spielen sind die Tagestickets, die das zentrale Element im Ticketverkauf darstellten. So wurden beispielsweise in Zürich, an Spieltagen der Nati, die Zuschauerränge auch an den anderen Matches mit vielen Schweizer Fans sehr gut gefüllt. Andererseits sorgte es aber teilweise auch für Frust, weil Leute auf der Suche nach Einzeltickets erfolglos waren. «Diese Formel mit den Tagestickets ist ein Rezept, die Spiele gut zu verkaufen und vor möglichst vollen Rängen spielen zu können», so Hofstetter.
Natürlich gab und gibt auch weiterhin Herausforderungen für das OK. «Wir wollen es jeden Tag noch besser machen als am Vortag», sagt Hofstetter. Die Abläufe mussten sich zunächst einspielen, am Eröffnungstag lief beispielsweise in Zürich noch nicht alles optimal. «Die Arena muss nach dem ersten Spiel jeweils geleert und gereinigt werden. Die Leute hatten da beim strömenden Regen aber nicht wirklich Lust, rauszugehen. Es kam zu Verzögerungen.» Deshalb staute es sich anschliessend vor den Eingängen bei garstigen Wetterbedingungen mit Fans, die hereinwollten und teilweise auch noch am falschen Ort anstanden, was bei diesen nicht eben für gute Laune gesorgt hat.
Die nächste Herausforderung: 30 Grad
Da habe man bei den Abläufen und der Beschilderung nachgebessert, so Hofstetter. Auf die Menschenströme sei man zwar vorbereitet gewesen, aber sie haben sich teilweise anders bewegt, als man dies in der Planung erahnte. Um die Zuschauer besser leiten zu können, habe man ebenfalls gewisse Anpassungen vorgenommen. Und ist weiterhin daran. Am Montag herrschte nach dem Spiel Schweiz – Deutschland ein ziemliches Chaos am Bahnhof in Altstetten, zuvor, bei den beiden ersten Nati-Spielen lief das noch geordnet ab. Auch in diesem Bereich sucht Hofstetter mit seinen Leuten nach Lösungen.
Eine weitere Herausforderung, die das OK erwartet, ist, dass sich nach den kühlen ersten WM-Tagen nun der Sommer ankündigt – mit Temperaturen um 30 Grad. «Wir sind daran, uns zu überlegen, was wir da tun können», sagt Hofstetter. Sei es durch mehr Schatten in der offiziellen Fanzone oder indem bei den Getränkeausgabestellen Anpassungen vorgenommen werden. Da sei man auch im Austausch mit den Behörden sowie Schutz und Rettung. Langweilig wird es Hofstetter und seinen Mitarbeitern nicht.
Nati-Tickets? Schwierig, aber noch möglich
Und wenn man schon mit dem OK-Boss einen Termin hat, darf zum Schluss eine Frage nicht fehlen: Gibt es noch eine Chance auf Tickets für Schweizer Spiele? Hofstetter dazu: «Es ist schwierig, aber lohnt sich weiterhin, regelmässig auf dem Ticketportal nachzuschauen. Es kommt immer wieder mal vor, dass Tickets von Kontingenten, die nicht ausgeschöpft wurden, frei werden.» Dann eilt Hofstetter davon, zum nächsten Termin. Für die WM-Delegation gibt es an diesem Donnerstag in Zürich einen Empfang bei Stadtpräsidentin Corine Mauch (65).
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 4 | 18 | 12 | |
2 | Finnland | 3 | 9 | 9 | |
3 | Österreich | 4 | -2 | 9 | |
4 | Lettland | 3 | -2 | 3 | |
5 | Ungarn | 3 | 0 | 3 | |
6 | USA 2:3 | 4 | -3 | 3 | |
7 | Deutschland 3:2 | 4 | -8 | 3 | |
8 | Großbritannien | 3 | -12 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Tschechische Republik | 4 | 5 | 10 | |
2 | Kanada | 3 | 12 | 9 | |
3 | Slowakei | 3 | 5 | 8 | |
4 | Schweden 6:0 | 4 | 7 | 6 | |
5 | Norwegen | 3 | 7 | 6 | |
6 | Slowenien 0:6 | 4 | -10 | 3 | |
7 | Dänemark | 3 | -11 | 0 | |
8 | Italien | 4 | -15 | 0 |
