Emotionale «Heim»-WM
Ösi-Coach Bader coacht erstmals vor Augen seiner Eltern

In der Schweiz stand Roger Bader nie im grossen Rampenlicht. Mit 61 Jahren bekommt er dieses nun als Trainer von Österreich doch noch. Mit einem Spitzenkampf gegen die Nati.
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Darum gehts

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Marcel AllemannReporter Eishockey

Die Nationalmannschaft Österreichs wohnt während der WM in einem Flughafenhotel, fünf Minuten von der Privatwohnung ihres Trainers Roger Bader (61) in Kloten entfernt. Trotzdem sagt der Zürcher: «Da werde ich nie hingehen. Während der WM bin ich in meiner Blase. Zu Hause kann ich anschliessend noch genug Zeit verbringen.»

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Vertraute Umgebung: Roger Bader an der Bande von Österreich an der WM in Zürich.
Foto: keystone-sda.ch

Damit ist Bader sehr gut gefahren. Mit Siegen gegen Grossbritannien, Ungarn und Lettland haben die Österreicher nicht nur den Ligaerhalt vorzeitig sichergestellt – sie können mittlerweile gross träumen.

Uzwil war das höchste der Gefühle

Seit zehn Jahren ist der Vater von ZSC-Stürmer Thierry Bader (28) Nationaltrainer von Österreich. Unter ihm hat sich die einstige Liftmannschaft auf Toplevel etabliert, ist seit dem letzten Wiederaufstieg 2020 nicht mehr abgestiegen. Vor einem Jahr führte Bader sein Team sensationell in die Viertelfinals, wo man dann gegen die Schweiz (0:6) allerdings chancenlos war. «Das war eine neue Erfahrung für uns, wir waren gegen eine starke Schweiz nicht wirklich bereit», sagt Bader im Rückblick. 

In der Schweiz erhielt er nie die Chance, sich als Chef auf höchster Stufe zu zeigen. Beim ZSC, Kloten und Fribourg diente er als Assistenztrainer, Headcoach war er im Junioren-Bereich und beim drittklassigen Uzwil. Es gibt aber auch hierzulande Spieler, die von ihm erfolgreich geschliffen wurden. So sagt etwa der langjährige National-League-Profi Claudio Moggi (43) über Bader: «Er ist der beste Trainer, den ich je hatte.»

Vertrag um zwei Jahre verlängert

Wurde der Winterthurer demnach in seinem eigenen Land verkannt? «Das kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass ich mit sehr viel Freude Nationaltrainer von Österreich bin», entgegnet er. Im März hat Bader seinen Vertrag im Doppelmandat als Headcoach und Sportdirektor beim ÖEHV bis 2028 verlängert.

An der WM in der Schweiz kann er sich jetzt in seinem Heimatland doch noch auf grosser Bühne zeigen. Auch wenn Bader betont, dass er diese in seiner Funktion als Trainer genau gleich wie jede andere WM auch behandelt, ist es für ihn speziell. 

Vater kam erstmals ans Spiel

«Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es wäre nicht so. Vor Heimpublikum aufzutreten, motiviert mich zusätzlich. Indem ich in den letzten Jahren wahrscheinlich einen ordentlichen Job gemacht habe in Österreich, habe ich mir das verdient», gesteht Bader. Am Samstag gegen Grossbritannien war sein Vater erstmals überhaupt an einem Spiel von ihm, am Sonntag gegen Ungarn kam die Mutter. Es sind emotionale Tage für Roger Bader.

Aber der emotionale Höhepunkt steht ihm mit dem Duell gegen die Schweiz am Mittwochnachmittag (16.20 Uhr) erst noch bevor. Es ist zwar der Spitzenkampf zweier ungeschlagener Teams, aber die Rollenverteilung ist dennoch klar: Die Nati ist der Favorit, Österreich der Aussenseiter. Das sieht auch Bader so: «Die Schweizer haben sechs NHL-Spieler hier dabei, wir keinen. Sie sind für mich ohnehin ein Gold-Kandidat.»

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Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
4
18
12
2
Finnland
Finnland
3
9
9
3
Österreich
Österreich
4
-2
9
4
Ungarn
Ungarn
3
0
3
5
USA
USA
3
-2
3
6
Lettland
Lettland
3
-2
3
7
Deutschland
Deutschland
3
-9
0
8
Großbritannien
Großbritannien
3
-12
0
Playoffs
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Tschechische Republik
Tschechische Republik
4
5
10
2
Kanada
Kanada
3
12
9
3
Slowakei
Slowakei
3
5
8
4
Norwegen
Norwegen
3
7
6
5
Schweden
Schweden
3
1
3
6
Slowenien
Slowenien
3
-4
3
7
Dänemark
Dänemark
3
-11
0
8
Italien
Italien
4
-15
0
Playoffs
Abstieg
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