Darum gehts
Als er die Anzahl Spiele nennen soll, die er diese Saison bereits absolviert hat, lautet die Schätzung von Nati-Stürmer Christoph Bertschy: «Es müssten so rund 80 sein.» Als der 32-Jährige dann erfährt, dass das Duell gegen Finnland am Dienstag sein 96. Ernstkampf ist, ist er erstaunt. Schwer fühlten sich seine Beine deswegen trotzdem nicht an, scherzt er. Und selbst wenn, «das ganze Drum und Dran hier an dieser WM gibt mir genug Energie».
Meisterschaft, Spengler Cup, Nati-Camps, Olympia, Playoffs, Heim-WM. Diese Saison ist vollgepackt für Bertschy, dessen Playoffs mit Fribourg bis zum ersten Titel der Klub-Geschichte ganze 19 Partien gedauert haben. Doch der frisch gebackene Meister hat sein «Load Management», also den Umgang mit der Belastung, bestens im Griff. «Ich habe ein gutes Körpergefühl und spüre, was mein Körper braucht und was ihm hilft.» Seit seiner Rückkehr aus Nordamerika 2018 achtet er darauf, dass die Balance stimmt. Er hat seine Routinen gefunden. Nicht nur der Körper braucht Regeneration, auch der Kopf.
So geisselt sich Bertschy nicht durch die Saison, indem er sich nie etwas gönnt. Im Gegenteil. «Manchmal braucht es etwas Genussvolles, um abschalten zu können.» So sei manchmal der Sonntag zum sogenannten «Cheat day» geworden, an dem es auch mal ein Fondue sein darf und ein Glas Wein dazu. «Ich erlaube mir dann, worauf ich gerade Lust habe.» Bei Oma ab und zu auch den seit der Kindheit geliebten Kartoffelstock mit Bratwurst und Zwiebelsauce. Ansonsten ernähre er sich ausgewogen. Bertschy hat erkannt, dass er diesen Ausgleich braucht. «Ich bin extrem verbissen, was den Erfolg anbelangt. Aber ich sehe ein, dass ich zwischendrin auch geniessen kann, weil das meiner Balance hilft.»
Sollte er sich vor einem Spiel doch mal erschöpft fühlen, hat er seine eingeschliffenen Abläufe, die ihn auf Match-Temperatur bringen. «Das sind gewisse Übungen beim Aufwärmen.» Zum Beispiel? «Ich jongliere dann, weil das meinen mentalen Fokus schärft.» Schwung verleihen dem Energiespieler auch besonders intensive Duelle. Einziger Nachteil: Das Adrenalin und die Emotionen danach lassen ihn nur schwer einschlafen. Doch auch das scheint Bertschy problemlos wegzustecken.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 6 | 30 | 18 | |
2 | Finnland | 6 | 22 | 18 | |
3 | Deutschland 6:2 | 7 | 2 | 10 | |
4 | Österreich | 6 | -9 | 9 | |
5 | Lettland | 6 | 0 | 9 | |
6 | USA | 6 | 1 | 8 | |
7 | Ungarn | 6 | -17 | 3 | |
8 | Großbritannien 2:6 | 7 | -29 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 6 | 19 | 17 | |
2 | Norwegen | 6 | 10 | 13 | |
3 | Tschechische Republik | 6 | 3 | 13 | |
4 | Slowakei | 6 | 4 | 11 | |
5 | Schweden | 6 | 9 | 9 | |
6 | Slowenien 3:1 | 7 | -14 | 6 | |
7 | Dänemark | 6 | -10 | 5 | |
8 | Italien 1:3 | 7 | -21 | 1 |

