Der Robin des NHL-Batmans
Egli geniesst Platz an der Sonne neben Josi

Letztes Jahr gewann Dominik Egli WM-Silber, war aber nur noch Zuschauer, als es um die Wurst ging. Jetzt überrascht er in der Rolle des Josi-Assistenten.
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Roman Josi skort, Dominik Egli (links) und Simon Knak (rechts) strahlen.
Foto: Pascal Muller/freshfocus

Man machte sich vor der Heim-WM Sorgen, als bei der Nati mit Jonas Siegenthaler, Andrea Glauser und Michael Fora gleich drei Stammkräfte in der Abwehr verletzt ausfielen und der neue Nati-Coach Jan Cadieux Dallas-Back Lian Bichsel nicht begnadigte.

Doch bisher haben Dominik Egli oder Sven Jung, die bei Olympia den Sprung ins Aufgebot verpasst haben, und die ganze Verteidiger-Crew wenig Anlass zur Kritik gegeben. Die Nati hat alle sechs Spiele gewonnen und nur fünf Tore kassiert.

Einer, der dabei eine besonders prominente Rolle einnimmt, ist Egli. Der 27-Jährige, der nach zwei Jahren in Schweden bei Frölunda mit dem Sieg in der Champions Hockey League zum HC Davos zurückkehrt, spielt vorwiegend an der Seite von Captain Roman Josi (35), was viele überrascht hat. Denn wie Josi ist der Thurgauer ein Verteidiger, der sich gerne in die Offensive einschaltet. Da hätte man vielmehr erwarten können, dass Cadieux einen Mann neben den Star der Nashville Predators stellt, der ihm den Rücken freihält und seine Stärken im Defensivspiel und in den Zweikämpfen hat. Bei Egli ist das auch nach zwei Jahren nur bedingt der Fall, was auch seinen Massen (1,74 m/81 kg) geschuldet ist.

Josi: «Er ist mega intelligent»

In den letzten Jahren hatte Patrick Fischer jeweils Andrea Glauser oder Janis Moser an Josis Seite gestellt. Jetzt ist Egli der Robin neben dem NHL-Batman, der in der Nati einmal mehr einen heldenhaften Auftritt hat.

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«Wir konnten in der Vorbereitung (beim 0:3 gegen Schweden, die Red.) einmal zusammen spielen. Das war gut, um uns ein bisschen zu finden. Und jetzt konnten wir hier sechs Partien zusammen bestreiten und haben uns auch ein bisschen besser kennengelernt», sagt Egli. «Er ist ein unglaublicher Spieler. Ich versuche trotzdem, mein Spiel zu machen. Wir unterstützen uns gegenseitig und kommunizieren auf dem Feld miteinander. Auch auf der Bank, wenn es etwas gibt, dass wir sofort anschauen können. So wachsen wir im Verlauf des Turniers. Jetzt kommt gegen Finnland sicher ein grösserer Test und wenn es in die K.o.-Duelle geht ohnehin.»

Auch Josi spart nicht mit Komplimenten für seinen Abwehr-Partner. «Er ist ein super Spieler, mega intelligent, sehr gut mit dem Puck. Und er findet einen guten Pass hinten raus», sagt der Routinier. «Wir haben uns immer besser kennengelernt.» 

«Solange wir die Scheibe haben …»

Während Josi gegen Ungarn (9:0) den schnellsten Hattrick der WM-Geschichte buchte und je vier Tore geschossen und vorbereitet hat, kommt Egli bisher lediglich auf zwei Assists. Lässt er aufgrund der Hierarchie dem NHL-Star und Captain im Spiel nach vorne den Vortritt? «Nein, das ergibt sich situativ. Wenn er Anlauf nimmt und sein Schlittschuhlaufen ausspielt, bin sicher ich der, der hinten bleibt. Wenn es aber ein Loch gibt, versuche ich das zu nutzen und gehe auch nach vorne. Es ist ein Miteinander», sagt Egli. «Wir wissen beide, dass wir unsere Stärken ausspielen müssen. So können wir uns am besten helfen. Wenn er vorne ist, sichere ich ihn ab und umgekehrt.»

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Der Platz an der Sonne an der Seite des Berners, der 2020 die Norris-Trophy als bester NHL-Verteidiger gewann, scheint Egli gutzutun, nachdem er für Olympia von Fischer übergangen worden war und beim Silber-Gewinn vor einem Jahr in Herning (Dä) und Stockholm (Sd) in den K.o.-Spielen nicht mehr eingesetzt wurde. «Logischerweise hilft es, wenn du einen der besten Spieler neben dir hast. Ich geniesse das», sagt er. «Er ist ein Riesen-Spieler, eine Riesen-Persönlichkeit. Für mich ist es mega cool, mit ihm zu spielen. Ich kann wirklich nur lernen. Es macht enorm Spass. Ich versuche, alles aufzusaugen und trotzdem mich selbst zu bleiben und nicht zu viel daran zu denken, dass er neben mir ist.»

Und dann sagt er etwas, was vielleicht erklärt, warum Cadieux sich für die auf den ersten Blick überraschende Combo Josi/Egli entschieden hat: «Solange wir die Scheibe haben, müssen wir nicht den Job hinten machen.» In den Spielen gegen Topteams wird es wichtig sein, dass man nicht aufhört zu spielen und sich nicht zu fest hinten reindrängen lässt.

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Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
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1
Schweiz
Schweiz
6
30
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Finnland
Finnland
5
19
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3
Österreich
Österreich
5
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Lettland
Lettland
2:0
6
-4
9
5
Deutschland
Deutschland
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USA
USA
5
-3
5
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Ungarn
Ungarn
5
-13
3
8
Großbritannien
Großbritannien
0:2
6
-21
0
Playoffs
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
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TD
PT
1
Kanada
Kanada
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14
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Tschechische Republik
Tschechische Republik
5
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Slowakei
Slowakei
5
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Norwegen
Norwegen
5
7
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5
Schweden
Schweden
6
9
9
6
Dänemark
Dänemark
2:0
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6
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Slowenien
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3
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Italien
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