Darum gehts
- Erst kurz vor Turnierstart war klar, dass Kevin Fiala die Heim-WM verpasst
- Der Comeback-Traum platzt, doch Fiala fliegt trotzdem nach Zürich zur Nati
- Fiala stellt klar: «Die Wahrheit ist, ich spiele erst nächste Saison wieder»
Die Schweizer Nati spielt sich an ihrer Heim-WM in eine Euphorie – und Kevin Fiala ist drei Monate nach seinem Olympia-Drama in Mailand mittendrin. Zwar nicht auf dem Eis, aber beim Team. Der Uzwiler versucht alles für ein rechtzeitiges Comeback, trainiert in Los Angeles bis zwei Tage vor dem Turnierstart. Er hofft bis zuletzt, bekam aber wohl von den Kings-Ärzten kein grünes Licht. Näher will Fiala nicht auf die Umstände eingehen, die seinen Traum von der Heim-WM platzen lassen. «Es war hart, das zu akzeptieren.»
Grünes Licht geben sie dem 29-Jährigen aber für die Reise in die Schweiz, nachdem er die ersten drei Nati-Spiele noch in Kalifornien am TV schaut. «Als ich diesen Bescheid bekam, habe ich am Morgen spontan einen Flug gebucht und bin am Abend noch nach Zürich geflogen.» Mit seiner Frau Jessica, den beiden Töchtern Masie-Mae (2) und der erst sieben Wochen alten Zoie-Lou sowie Hündchen Foxi.
Fiala blickt auf Olympia-Horror zurück
Statt Nati-Star ist der NHL-Stürmer jetzt Edel-Fan der Schweizer. Zur Erinnerung: Im zweiten Spiel des Olympia-Turniers fällt der 100-Kilo-Kanadier Tom Wilson nach einem Zweikampf unglücklich auf das Bein des Schweizers. Fiala zieht sich dabei eine Unterschenkel-Verletzung zu. Olympia-Aus – Saisonende – keine Heim-WM.
Hat er das einfach so weggesteckt? «Nein, es war wirklich hart, ganz ehrlich. Man will sich nie verletzen, aber bei Olympia war es doppelt so hart.» Von einem Moment auf den andern dem Team nicht mehr helfen zu können, damit hadert Fiala, als er die Spiele aus dem Spitalbett schaut.
«Mental ein Rückschritt»
Lange hält er sich jedoch nicht damit auf. Gleich nach Olympia habe er sich, abgesehen davon, dass ihn auch seine Familie braucht, ein neues Ziel gesetzt: für die Heim-WM in Zürich wieder fit zu sein. «Dieses Ziel habe ich nicht erreicht. Das fühlt sich irgendwie wie ein Rückschritt an», so Fiala, «auch mental. Die Wahrheit ist: Ich werde erst nächste Saison wieder spielen können.»
Das ist umso bitterer für den dreifachen WM-Silberhelden (2018, 2024, 2025), weil er laut eigener Aussage körperlich sehr nahe an einem Comeback gewesen sei. «Darum war es noch schwieriger zu akzeptieren. Ich kämpfte drei Monate dafür und investierte viele Stunden. Dann platzte der Traum, es ging von hundert auf null, jetzt ist Sommerpause für mich.»
Den Anfang davon verbringt er im Kreise der Nati-Kollegen, ist zusammen mit den ebenfalls rekonvaleszenten Jonas Siegenthaler (New Jersey Devils) und Andrea Glauser (Fribourg) unterstützend beim Team. «Wir bringen gute Vibes rein.» Fiala zuletzt auch als Heissmacher in der Kabine mit der Verkündung der «Starting Six» vor dem Briten-Spiel. Der NHL-Star betont jedoch, dass es hier und jetzt nicht um ihn geht, «um den armen Kevin». Sondern das Team soll glänzen, «ich gebe ihm meine Liebe, meine Energie».
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 6 | 30 | 18 | |
2 | Finnland | 5 | 19 | 15 | |
3 | Österreich 2:4 | 5 | -4 | 9 | |
4 | Deutschland 4:2 | 6 | -4 | 7 | |
5 | Lettland | 5 | -6 | 6 | |
6 | USA | 5 | -3 | 5 | |
7 | Ungarn | 5 | -13 | 3 | |
8 | Großbritannien | 5 | -19 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 5 | 15 | 14 | |
2 | Tschechische Republik | 5 | 6 | 13 | |
3 | Slowakei | 5 | 8 | 11 | |
4 | Norwegen 3:2 | 5 | 7 | 10 | |
5 | Schweden 2:3 | 6 | 9 | 9 | |
6 | Dänemark | 5 | -11 | 3 | |
7 | Slowenien | 6 | -16 | 3 | |
8 | Italien | 5 | -18 | 0 |

