Darum gehts
- Leonardo Genoni bleibt unangefochtene Nummer 1 im Schweizer Olympia-Tor 2026
- Trainer Fischer wählt überraschend den 39-jährigen Reto Berra trotz seiner Nati-Auszeit
- Der Fribourg-Routinier weist aktuell die beste Statistik der Liga auf
Die Frage nach der Nummer 1 in der Nati stellt sich so lange nicht, wie Leonardo Genoni sein hohes Niveau hält. Die Rolle des 38-Jährigen ist unbestritten, der Torhüter ist hochdekoriert mit drei WM-Silbermedaillen und sieben Meistertiteln. Dass Genoni im Olympia-Team für Mailand fungiert, ist weder Überraschung noch Aufreger.
Doch dahinter? Wen nimmt Nati-Trainer Patrick Fischer aus dem bunten Goalie-Kandidatenstrauss mit ans Olympia-Turnier? An den Beijer Hockey Games in Tampere (Fi) haben Reto Berra (39, Fribourg) und Sandro Aeschlimann (31, Davos) die Chance bekommen, sich aufzudrängen. An den Swiss Ice Hockey Games in Zürich nebst dem gesetzten Leonardo Genoni (Zug) noch Stéphane Charlin (25, Servette), dem eine grosse Zukunft vorausgesagt wird. Auch im Rennen ist fraglos Akira Schmid (25), der sich in der NHL bei den Vegas Golden Knights beweist.
Am Mittwoch wird die Schweizer Olympia-Mannschaft enthüllt. Gemäss Blick-Informationen soll sich Fischer für das Torhüter-Trio Genoni, Berra und Schmid entschieden haben. Dabei würde vor allem die Nomination Berras auf den ersten Blick überraschen. Der Fribourg-Keeper, der nach dieser Saison zum EHC Kloten wechselt, hat nach langwierigen Rückenproblemen 2022 seine Topform wiedergefunden und ist derzeit der statistisch beste Goalie der National League.
Berra sprach sich mit Fischer ab
Allerdings ist Berras Nati-Aufgebot im November 2025 das erste seit der WM 2024. Denn der Routinier hat sich nach der intensiven Saison 2024/25 mit Spengler-Cup-Triumph und Halbfinal-Showdown, die körperlich Spuren hinterlassen hat, eine Auszeit genommen – was im Kreise der Nati eigentlich nicht goutiert wird und bei anderen Spielern schon mit längeren Ausschlüssen geahndet worden ist.
Vor dem November-Camp darauf angesprochen, sagt Berra im Blick: «Mit Fischer habe ich damals darüber geredet und ihm ehrlich gesagt, dass ich eine Pause brauchen könnte.» Mental wie physisch. «Um in meinem Alter noch regelmässig auf hohem Niveau spielen zu können, geht es auch darum, auf den Körper zu hören.» Im Gespräch betont der Schweizermeister von 2009 (Davos) gleichzeitig, dass er im besonderen Hockey-Jahr mit Olympia und Heim-WM gerne wieder um einen Platz in der Nationalmannschaft kämpfen würde.
Drei Jahre nach der Rückenoperation stellt sich Berra diesem (Generationen-)Kampf – demnach erfolgreich und verdient. «Dieser gesunde Konkurrenzkampf pusht uns Routiniers», so Berra, «ich merke, ich will mich weiterhin beweisen und darf nicht nachlassen.» Steht er im Olympia-Aufgebot, hat er Charlin ausgestochen, der wohl die nächste Wahl gewesen wäre nebst Genoni und Schmid.







