Darum gehts
Manometer, was für ein Start ins neue Jahr. Auf dem Eis quittieren alle Einzelteile gleichzeitig den Dienst, daneben kündigt sich der Untergang an. Geschäftsführer Fischer verspricht in einem bizarren Mysports-Interview grossspurig, man werde in ungefähr zwei Wochen «eine Sportstrategie präsentieren, die es in Ambri in dieser Form bisher nicht gab». Damit kann er nicht die Verpflichtung von Lars Weibel gemeint haben, Sportmanager gibt es in Ambri schon seit längerer Zeit.
Was es in Ambri zumindest in diesem Jahr bisher nicht gab? Punkte. Die benötigt der marode Klub aber gerade dringender als eine revolutionäre Strategie oder den dritten Sportdirektor seit den Wirren des vergangenen Oktobers. Die sportliche Blutung muss jetzt gestoppt werden, nicht in zwei oder drei Wochen. In dieser Verfassung ist Ambri selbst für Ajoie ein gefundenes Fressen.
Der Gegenentwurf zu Ambri: Auf und neben dem Eis ziehen alle am gleichen Strick, die sportliche Strategie entspricht den Bedürfnissen des Klubs. Mit zwei Zu-Null-Siegen (in Ambri, gegen Biel) festigen die Emmentaler ihre Position als erster Verfolger der Top-8.
Die Reaktion auf das 0:7 in Lausanne ist eine Heimniederlage gegen Kloten. Vorderhand dient die erfolgreiche Champions-League-Kampagne noch als Feigenblatt für das Verwirrspiel in der nationalen Meisterschaft. Irgendwie steckt da aber der Wurm drin.
Es fehlt nicht an Angriffslust, nur an Durchschlagskraft. In Pruntrut reicht die Angriffslust für die Wende gegen Ajoie (vom 0:2 zum 4:3), zu Hause in Bern fehlt die Durchschlagskraft gegen die Genfer Autowaschanlagen-Abwehr (überall Walzen und Fangarme) und einen Hexer in Bestlaune. Das ist der SCB: Ein Sieg gegen Ajoie reicht bereits für eine gute Note.
Im neuen Jahr auch auswärts konkurrenzfähig sein. Das war der gute Vorsatz, aber der hielt nur drei Tage. Oder: Zwei Spiele als Storyline für die bisherige Kampagne: Zu Hause schlägt man Lugano (3:1), auswärts bleibt man gegen die Tigers (0:4) chancenlos.
Kurve gekratzt – Davos und Zug geschlagen. Wenn man am 2. Januar einen verkaterten und dezimierten Leader auf dem Silbertablett serviert bekommt, muss man ja fast zugreifen. Der Sieg am Tag danach in Zug (2:1 n.V.) liefert die Bestätigung dafür, dass man auf dem richtigen Weg ist.
Machen die jetzt ernst? Kommen ohne Punktverlust durchs erste Wochenende im Jahr 2026, das haben ansonsten nur die SCL Tigers hinbekommen. Beim 3:0 in Bern demonstriert Hexer Charlin magische Kräfte wie in der vergangenen Saison. Die Konkurrenz kann sich auf was gefasst machen. Vielleicht.
Der Nuller nach einem späten Gegentreffer in Zürich schmerzt, daran ändert das rauschhafte 7:0 gegen den EVZ vom Vortag auch nichts. In Lausanne orientiert man sich an den ZSC Lions, das ist die Messlatte. Die Waadtländer warten in dieser Saison weiter auf einen Vollerfolg gegen den Meister, bisher gab es in drei Spielen nur einen Sieg (2:1 am 16. November) nach Penaltyschiessen.
Einem Leader fällt gelegentlich auch mal was in den Schoss: Weil die Verfolger Fribourg und Lausanne auch nicht ungeschoren davonkommen, baut der HCD den Vorsprung an der Spitze auf 12 Punkte aus. Nimmt man gerne mit.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 38 | 45 | 81 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 38 | 29 | 69 | |
3 | Lausanne HC | 37 | 33 | 68 | |
4 | Genève-Servette HC | 38 | 4 | 65 | |
5 | HC Lugano | 36 | 24 | 62 | |
6 | ZSC Lions | 37 | 19 | 61 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 37 | -8 | 58 | |
8 | EV Zug | 36 | -7 | 56 | |
9 | SCL Tigers | 37 | 3 | 51 | |
10 | SC Bern | 37 | -11 | 47 | |
11 | EHC Biel | 37 | -16 | 46 | |
12 | EHC Kloten | 37 | -17 | 46 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 37 | -38 | 41 | |
14 | HC Ajoie | 38 | -60 | 29 |













