Round-up zur 36. Runde der National League
Retro-SCB kassiert Genfer Prügel – HCD im Torrausch

Der SCB feiert seinen 95-Jahre-Geburtstag, allerdings crasht Servette diese Party und gewinnt 3:0. Währenddessen fegt National-League-Spitzenreiter Davos Ambri mit 7:3 aus der Halle.
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Der Auftritt in den Retro-Shirts geht schief – Bern unterliegt Servette.
Foto: Claudio de Capitani/freshfocus

Bern – Genf-Servette 0:3

Karrer lanciert Vesey mit grandiosem Steilpass
4:20
SC Bern – Genève-Servette 0:3:Karrer lanciert Vesey mit grandiosem Steilpass

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker.

Erstmals konnte der SCB am Freitag in dieser Saison Ajoie bezwingen und drei Siege aneinanderreihen. Das gibt dem Team sichtlich Mumm. Nachdem die Fans den 95. Geburtstag des Klubs mit einer gigantischen Rundum-Choreo gefeiert haben, legen die Berner in ihren Retro-Shirts aus dem Meisterjahr 1959 entschlossen los. Doch ein Treffer gelingt ihnen nicht.

Derweil wird die rassige Partie immer giftiger. Erst geraten Vermin und Karrer nach einem wuchtigen Check des Genfer Verteidigers aneinander. Und der nächste Knall lässt nicht auf sich warten: Scherwey nietet Manninen mit einem frontalen Hammer-Check um, just als dieser angespielt wird. Darauf gehen Berni und dann auch Granlund auf den Berner Publikumsliebling los. Während Manninen unverletzt bleibt, handelt sich sein Landsmann so eine Strafe ein. Doch der SCB kann auch die dritte Überzahl nicht nutzen.

Scherwey für Hammer-Check sofort bestraft
1:18
Gleich zwei Genfer rächen sich:Scherwey für Hammer-Check sofort bestraft

Das rächt sich. Mitten in eine Druckphase des SCB schlagen die Genfer im 2. Drittel zu. Karrer, der nach einem geblockten Schuss noch humpelt, lanciert nach einem Puckverlust von Kindschi sofort Vesey. Der Amerikaner mit NHL-Vergangenheit zieht alleine auf Zurkirchen zu und trifft. Während die Berner viel Aufwand betreiben, aber kein Mittel finden, um Goalie Charlin zu bezwingen, sind die Genfer effizient. Ex-SCB-Stürmer Praplan, der davor in 17 Spielen torlos geblieben war, erhöht auf 2:0.

Im Gegensatz zu den letzten Spielen bleibt diesmal die Berner Aufholjagd trotz insgesamt 38 Schüssen aufs Tor aus. Mit einem Treffer ins leere Tor macht Manninen den dritten Sieg der Genfer in Folge klar.

Fans: 17'001.
Tore: 23. Vesey (Karrer) 0:1. 34. Praplan (Jooris) 0:2. 59. Manninen (SH) 0:3 (ins leere Tor).

Davos – Ambri-Piotta 7:3

Ambris Slapstick-Einlage sorgt für Tambellini-Tor
5:07
HC Davos – Ambri-Piotta 7:3:Ambris Slapstick-Einlage sorgt für Tambellini-Tor

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Die Spieler des HC Davos sind müde. Das ist nichts als logisch beim siebten Spiel innert acht Tagen – auch die Feierlichkeiten nach dem 17. Triumph am Spengler Cup dürften an Silvester noch etwas Substanz gekostet haben. Aber für das kriselnde Ambri, das seine sechste Niederlage in Folge bezieht, und sich allmählich auf einen knüppelharten Playout-Final gegen Ajoie einrichten kann, reicht es dennoch problemlos.

«Wenn wir gehen, dann gehen wir richtig»
0:34
HCD-Frehner nach Sieg:«Wenn wir gehen, dann gehen wir richtig»

Die Leventiner sind zwar zunächst durchaus bemüht, aber auch ziemlich naiv unterwegs. Der Tiefpunkt ist das 1:3 aus ihrer Sicht, als sich Virtanen mit dem Stock in Goalie Senn verhakt und HCD-Tambellini nach dieser Slapstick-Einlage richtiggehend zu seinem zweiten Tor an diesem Abend genötigt wird. Danach brechen beim Tabellenvorletzten alle Dämme. Es sind bittere Tage in einer enorm schwierigen Saison für Ambri.

Umso mehr lassen die Aussagen von CEO Andreas Fischer vor dem Spiel auf Mysports aufhorchen, als er ankündigt: «Wir werden in Zukunft eine Strategie haben, die es in Ambri noch nie gegeben hat.» Er kündigt auch News in den nächsten Wochen an. Man darf gespannt sein.

«Werden Strategie haben, die es in Ambri noch nie gegeben hat»
0:58
CEO Fischer gibt Einblicke:«Strategie hat es in Ambri noch nie gegeben»

Doch zurück zum Spiel. Tambellini macht die Müdigkeit offensichtlich gefährlicher. Denn während er in frischem Zustand in dieser Saison Mühe hatte, seine Torinstinkte zu finden, klappt es mit schwindenden Kräften wieder. Ein Doppelpack im Spengler-Cup-Final gegen die U.S. Collegiate Selects und ein Doppelpack nun gegen Ambri – das kann sich sehen lassen. Auch Asplund glänzt als Doppeltorschütze. Am Ende steht auf der Anzeigetafel ein 7:3-Sieg und zur Belohnung gibt’s mal zwei spielfreie Tage für den HCD.

Fans: 6547.
Tore: 5. Tambellini (Corvi, Frehner) 1:0. 23. Müller (Kostner, Grassi) 1:1. 28. Frehner (Fora) 2:1. 38. Tambellini (Corvi) 3:1. 46. Zadina (Fora) 4:1. 47. Asplund (Parréé) 5:1. 51. Heim (Formenton, Joly) 5:2. 54. Lemieux (Frick, Zadina) 6:2. 57. Bachmann (DiDomenico, Zwerger) 6:3. 58. Asplund (Stransky) 7:3.

ZSC Lions – Lausanne 3:2

Malgins Spektakeltor erlöst den ZSC
4:47
ZSC Lions – Lausanne 3:2:Malgins Spektakeltor erlöst den ZSC

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Zunächst scheint es so, als hätte der ZSC den Ernst der Lage noch immer nicht erkannt. Bereits in der 3. Minute geraten sie durch einen Treffer von Ex-ZSC-Stürmer Zehnder in Rückstand. Darauf finden die Lions dann zwar sogleich eine Antwort, indem Grant ausgleicht. Aber die Fehlerquote im Aufbauspiel ist viel zu hoch und so sieht sich Trainer Bayer bereits in der 8. Minute genötigt, sein Timeout zu beziehen.

Danach wird dem Puck in der Tat etwas mehr Sorge getragen. Die beiden Teams liefern sich einen Schlagabtausch auf Augenhöhe. Czarnik bringt Lausanne nach einem Laserpass von Rochette wieder in Front, Riedi sorgt mit seinem schon 10. Saisontreffer sogleich wieder für den Ausgleich. Lausanne wirkt eine Spur gefährlicher, während sich der ZSC mit Strafen immer wieder selbst schwächt und einen starken Zumbühl im Tor braucht, um im Geschäft zu bleiben.

«Ich hoffe, es werden noch einige mehr»
1:03
ZSC-Riedi über 10. Saisontor:«Ich hoffe, es werden noch einige mehr»

In der 59. Minute, als fast alle sich auf eine Verlängerung einstellen, tritt plötzlich Malgin auf den Plan. In seiner genialen Art läuft er los, zieht seine Kurven – bis er eine Lücke sieht und den Siegtreffer markiert. Zuvor hatten «Malghetto», Denis Malgin und sein kongenialer Linienpartner Sven Andrighetto, in den ersten 118 Eishockey-Minuten des Jahres 2026 nichts Fruchtbares für den ZSC beisteuern können. Doch als es gegen Lausanne um die Punktevergabe geht, sind sie wieder da. Die Waadtländer hätten sich im Minimum einen Punkt verdient gehabt, aber stehen am Ende mit leeren Händen da.

Fans: 12'000.
Tore: 3. Zehnder (Bougro) 0:1. 4. Grant (Kukan, Frödén) 1:1. 34. Czarnik (Rochette/Strafe angezeigt) 1:2. 35. Riedi (Baechler, Aberg) 2:2. 59. Malgin (Rohrer, Andrighetto) 3:2.

SCL Tigers – Biel 4:0

Langnau machts vor – so geht Powerplay
2:06
SCL Tigers – EHC Biel 4:0:Langnau machts vor – so geht Powerplay

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Wer sich selber derart in die Bredouille bringt, der muss sich am Ende nicht wundern, wenn die Play-In-Qualifikation flötengeht. Da wird Biel vom Glück geküsst, weil Langnaus Patrick Petrini den Puck übers statt ins offene Tor schiesst, und Sekundenbruchteile später lässt sich EHCB-Verteidiger Rodwin Dionicio zu einem Cross-Check gegen Joel Salzgeber hinreissen. Während Dionicio auf der Strafbank sitzt, sorgt Saku Mäenalanen mit dem 3:0 für die Vorentscheidung zugunsten der Tigers in der 33. Minute.

Mäenalanen ist die grosse Figur an diesem Samstagabend im Emmental bei diesem wichtigen Duell zweier Play-In-Aspiranten. Der Finne beendet den Match mit zwei Toren und einem Assist. Durch die Mäenalanen-Show fällt es nicht ins Gewicht, dass die Tigers erneut nur mit vier Import-Akteuren auskommen müssen. Und Headcoach Thierry Paterlini hat zudem den richtigen Riecher, indem er im Tor auf Robin Meyer anstatt auf Luca Boltshauser, der am Freitag einen Shutout in Ambri feierte, setzt.

Die Langnauer gewinnen erstmals einen Direktvergleich in dieser Saison mit Biel, ihnen ist der Start ins neue Jahr vollauf geglückt. Biel hingegen muss nach dem Sieg am Freitag gegen Lugano einen Rückschlag hinnehmen. Einen, den sich die Seeländer selber zuzuschreiben haben.

Fans: 6000.
Tore: 5. Mäenalanen (Allenspach, F. Schmutz/PP) 1:0. 9. Felcman (Mäenalanen, Petersson) 2:0. 33. Mäenalanen (F. Schmutz, Rohrbach/PP) 3:0. 53. Riikola (Salzgeber/Strafe angezeigt) 4:0.

Zug – Kloten 1:2 n.V.

EVZ-Genoni chancenlos bei Leino-Ablenker
2:37
EV Zug – EHC Kloten 1:2 n.V.EVZ-Genoni chancenlos bei Leino-Ablenker

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker.

Die Regelmässigkeit der geblockten Schüsse der Zuger im Duell gegen Kloten vermittelt immerhin einen Fakt: Das Spalierstehen des Vorabends wird nicht weitergeführt, als sie die meisten der Lausanner Treffer auf den besten Zuschauerplätzen verfolgen können. Das ist es aber auch schon gewesen mit den guten Nachrichten. Ansonsten ist nicht viel Besserung eingetreten beim EVZ. Ausser jene von Captain Kovar (Tsch), der am Vorabend noch krank gefehlt hat. Für ihn überzählig auf der Tribüne: Landsmann Vozenilek, der in Zug vom letztjährigen Helden irgendwie zum Buhmann geworden ist.

Die Puckkontrolle seiner Teamkollegen ist dermassen liederlich, dass praktisch keine gefährlichen Offensivaktionen lanciert werden können. Zweikämpfe um die Scheibe werden nur selten gewonnen. Beim EVZ passt gerade nicht viel zusammen – und das passt den Zürcher Unterländern bestens in den Kram. Sie nützen wie schon am Vorabend gegen Spengler-Cup-Triumphator Davos (4:1) aus, dass der Gegner nicht ganz auf der Höhe ist. Sie stellen auch die Zuger mit ihren Vorstössen regelmässig vor Probleme und wittern ihre Chancen. Auch der Kanadier Gignac, der von der Mitte des Spielfeldes aus alleine losziehen kann und ungestört bleibt vor seinem Führungstreffer.

Ein Weckruf für den EVZ? In etwa so wie wenn man morgens noch drei-, viermal den Schlummerknopf drückt beim Wecker. Zu viele Aktionen sind Zufallsprodukte – auch der Ausgleich: Irgendwie schiesst Senteler den Puck noch Richtung Waebers Kasten, Kloten-Verteidiger Steiner schiebt Wingerli so hin, dass die Scheibe von dessen Schlittschuh ins Tor gelenkt wird. Viel schöner kann das Klotens Leino, also er bei seinem Ablenker von Puhakkas Schuss EVZ-Keeper Genoni keine Chance lässt.

Fans: 7450.
Tore: 24. Gignac 0:1. 40. Wingerli (Senteler) 1:1. 62. Leino (Puhakka) 1:2.

Lugano – Fribourg-Gottéron 3:2

Berra pariert erst hinter der Linie
2:41
HC Lugano – Gottéron 3:2:Berra pariert erst hinter der Linie

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker.

Nach der enttäuschenden Niederlage zum Jahresauftakt in Biel ist Lugano gleich doppelt motiviert. Denn die ersten Duelle gegen Gottéron hatten die Südtessiner verloren (2:3 n.V. und 0:4). Und schon früh gehen sie im Powerplay durch den 13. Saisontreffer von Scharfschütze Fazzini in Führung.

Bald jubelt auch Luganos Topskorer Sanford. Gottéron-Goalie Berra hat die Scheibe zwar in seinem Fanghandschuh – allerdings hinter der Linie. Und im Gegensatz zum Spiel gegen die ZSC Lions vor Weihnachten, als Berra auch hinter der Linie parierte, behalten die Schiedsrichter beim Video-Review den Überblick und bestätigen den Treffer.

Auch als Kapla kurz darauf im Powerplay verkürzt, bleibt Lugano am Drücker. So nimmt Coach Rönnberg im Mitteldrittel sein Timeout. Mit mässigem Erfolg. Und als Lugano nach Spielmitte kurz in doppelter Überzahl spielen kann, nimmt im Duell der schwedischen Trainer auch Mitell ein Timeout. Auch dies bringt den gewünschten Erfolg. Vielmehr gelingt Marchon, als die Fribourger wieder komplett sind, der Ausgleich.

Kurz vor der zweiten Pause gehen die Bianconeri aber wieder in Führung. Ob Fazzinis Schuss tatsächlich noch vom offiziellen Torschützen Thürkauf abgelenkt wird, dürfte die Luganesi nicht kümmern.

Gottéron kann kein weiteres Mal mehr ausgleichen. Und zur Niederlage kommt noch der Ausfall von zwei Ausländern: Topskorer Sörensen humpelt im Mitteldrittel in die Kabine und Borgström muss nach drei Minuten Eiszeit Forfait geben.

Fans: 6422.
Tore: 5. Fazzini (Simion, Sanford/PP) 1:0. 12. Sanford (Fazzini, B. Zanetti) 2:0. 13. Kapla (Sörensen, Bertschy/PP) 2:1. 36. Marchon (Walser, Sprunger) 2:2. 40. Thürkauf (Fazzini) 3:2.

SCRJ Lakers – Ajoie 2:1 n.V.

Strömwall machts alleine – und trifft herrlich zum Sieg
2:49
SCRJ Lakers – Ajoie 2:1 n.V.Strömwall machts alleine – und trifft herrlich zum Sieg

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker.

Da strahlt er in die Kameras. Schwingerkönig Armon Orlik (30) ist in Rapperswil zu Gast. Vor dem Spiel darf er mit seinen Nordostschweizer Schwingerkollegen aufs Eis. Er kriegt von Rappi-CEO Markus Bütler ein Trikot des Klubs geschenkt – mit der Nummer 25 und dem Wort Schwingerkönig auf dem Rücken. Königlich.

Königlich ist auch der Start für Ajoie in der St. Galler Kantonalbank Arena: Nach zehn Minuten profitiert das Schlusslicht von einem Totalausfall des Rappi-Spielers Igor Jelovac. Julius Nättinen drückt die Scheibe über die Linie. Aber die Lakers, die bis zu diesem Zeitpunkt besser sind, reagieren umgehend und gleichen im Powerplay aus. Danach ist die Partie ausgeglichen. Die Jurassier setzen Nadelstiche, Goalie Nyffeler zeigt starke Paraden.

Rappi ist besser, kann aber nicht profitieren. Marlon Graf haut die Scheibe an den Pfosten – und kurz vor Schluss lässt Rappi-Captain Nico Dünner eine dicke Chance liegen. So gehts in die Verlängerung: Dort trifft Malte Strömwall herrlich zum Sieg für Rappi. Da gibts auch von König Orlik Applaus.

Fans: 5026.
Tore: 10. Nättinen 0:1. 14. Dünner (Strömwall, Honka/PP) 1:1. 64. Strömwall (Lammer) 2:1.

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National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
46
61
102
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
47
42
88
3
HC Lugano
HC Lugano
46
34
81
4
ZSC Lions
ZSC Lions
46
27
80
5
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
46
3
77
6
Lausanne HC
Lausanne HC
46
21
76
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
46
-14
67
8
EV Zug
EV Zug
46
-16
67
9
SC Bern
SC Bern
46
-4
64
10
SCL Tigers
SCL Tigers
46
4
64
11
EHC Biel
EHC Biel
46
-22
59
12
EHC Kloten
EHC Kloten
46
-23
53
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
46
-44
52
14
HC Ajoie
HC Ajoie
47
-69
39
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