Darum gehts
- Timo Meier und Nico Hischier verstärken die Nati nach verpassten NHL-Playoffs
- Meier will seine Offensiv-Qualitäten bei der Heim-WM in Szene setzen
- Schon bei Olympia glänzte der NHL-Star für die Schweiz
Timo Meier kommt aus einer durchzogenen NHL-Saison zur Nati, erstmals seit fünf Jahren ist der 29-Jährige mit 44 Zählern (24 Tore, 20 Assists) unter 50 Skorerpunkten geblieben. Für die Schweiz die gute Nachricht dabei: Die New Jersey Devils haben die Playoffs verpasst, Meier und Teamkollege Nico Hischier (27) können zur Abwechslung sogar eine Vorbereitungswoche mit der Nati absolvieren. Das Devils-Duo sieht darin einen Vorteil, denn den letzten Ernstkampf hat es Mitte April bestritten, so bleibt etwas mehr Zeit, wieder in Schwung zu kommen.
Apropos Schwung: Den hat sich Meier bereits einmal mit der Nati geholt. Bevor er im Februar zum Olympia-Abenteuer aufgebrochen ist, ist in Übersee die Kritik am 70-Millionen-Mann immer lauter geworden. Er erfülle die Erwartungen nicht mehr. In den zwei Wochen in Mailand stopft er den Zweiflern das Maul, lässt mit kernigen Checks die Banden krachen und bucht sieben Skorerpunkte in fünf Partien. Hischier lobte ihn damals im Blick, dass er auf dem Höhepunkt seines Potenzials spiele.
Nach dem Olympia-Turnier will Meier in der Meisterschaft daran anknüpfen, es gelingt dem Erstrundendraft (2015 von den San Jose Sharks) nicht restlos. Aufgrund seiner eher defensiv ausgerichteten Rolle bei den Devils kommen seine Offensiv-Qualitäten nicht gleichermassen zur Geltung wie in der Nationalmannschaft. Da ist Meier im Angriff wichtig, darf schalten und walten, «ich war schon immer einer, der gerne Tore schiesst, das ist kein Geheimnis», sagt er während des letzten Vorbereitungscamps in Schweden, wo er auch an der Seite seines Devils-Captains Hischier eingesetzt worden ist.
Er will ein noch kompletterer Spieler werden
«In der Nati kann ich meine Stärken ausspielen», so Meier, dessen Bestrebung es allerdings ist, «in allen drei Zonen meinen Job zu machen». Manchmal beginne sein Einsatz in der defensiven Zone und weg vom Puck, dann habe er auch andere Aufgaben. «Ich möchte ein noch kompletterer Spieler werden.» Wenn er dann noch auf dem Scoreboard auftauche, umso besser.
Für Meier ist es dennoch schwierig gewesen, die vergangene NHL-Saison ratzfatz abzuhaken, «trotz einer nur geringen Playoff-Chance lief es dem Team etwas besser – umso bitterer ist es dann, wenn man sie so knapp verpasst». Die drei Wochen zwischen dem letzten NHL-Spiel und dem Einrücken ins Camp nutzt Meier zu Hause in der Ostschweiz, um den Kopf zu lüften «und nicht über Hockey nachzudenken». Um danach befreit wieder den Fokus für die Nati zu schärfen. Die Vorfreude auf die Heim-WM ist jetzt sein grösster Energieschub.