Noch vier Tage bis zur WM
Pizza für die Nati – Deutsche mit speziellem Neuling

Am Freitag ist es so weit: In Zürich und Freiburg beginnt das Eishockey-Spektakel – mit WM-Eröffnungsshows in beiden Städten. Derweil hofft unser WM-Gegner Österreich noch auf Last-minute-Verstärkung aus Übersee.
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Rund 40 Pizzen werden für den Heisshunger der Nati angeliefert.
Foto: Nicole Vandenbrouck

Pizzas zum Abschluss der WM-Vorbereitung

Die Schweizer Nati hat ihre letzte Vorbereitungswoche vor dem WM-Start mit einem 6:1-Kantersieg gegen Tschechien am Sonntag abgeschlossen. Das Mittagsspiel in Ängelholm war um 14.30 Uhr zu Ende – der Hunger entsprechend gross. Noch während die Spieler beim Auslaufen oder Zusammenpacken waren, lieferte ein Mitarbeiter der Organisatoren der Beijer Hockey Games die Pizza-Bestellung aus – in Schweden natürlich auf einem Ikea-Packwagen.

Vor der Garderobe der Schweizer wurden rund 40 Pizzas durchgezählt und gestapelt, bevor einige Spieler sie in die Kabine brachten. Damit wurde nicht nur der Sieg gefeiert, oftmals enden die Nati-Camps mit einer Pizza-Party in der Kabine. Danach gings schnurstracks zum Flughafen im dänischen Kopenhagen. Kurz nach 22 Uhr landete das Team dann in Kloten. Montag und Dienstag geniessen die Spieler noch zwei freie Tage, bevor sie in Zürich-Altstetten in ihr WM-Domizil einrücken.

Eröffnungsfeier in Zürich – mit Baker?

Am Freitag geht es los mit der WM. In Freiburg steht deshalb vor dem ersten Match um 16.20 Uhr zwischen Kanada und Schweden eine Eröffnungsshow auf dem Programm. Die offizielle Eröffnungsfeier gibt es dann in Zürich vor dem Abendspiel USA – Schweiz um 20.20 Uhr. Es würde nicht überraschen, wenn da auch Sänger Bastian Baker mit seinem WM-Song «Time to Shine» auftreten würde. Offiziell bestätigt ist dies allerdings noch nicht.

Visitenkarte für die Olympia-Kandidatur

Dass die Schweiz sportliche Grossanlässe erfolgreich stemmen kann, zeigte sie an der letztjährigen Fussball-EM der Frauen. Nun steht mit der Eishockey-WM der nächste an und ist zugleich auch eine Visitenkarte für die geplante Schweizer Olympia-Bewerbung 2038. «Natürlich können wir jetzt zeigen, wie man ein internationales Eishockey-Turnier auf höchster Stufe organisieren kann, und sammeln Erfahrungen, die auch für das Olympia-Projekt sehr wertvoll sind», sagt WM-OK-Boss Christian Hofstetter. Es sind aber auch noch viele Fragezeichen da, unter anderem die Infrastruktur: «Wenn man die Swiss Life Arena in Zürich als Massstab nimmt, gibt es schon Herausforderungen für ein olympisches Turnier, die nochmals grösser sind als für eine WM. Man weiss aber heute auch nicht, ob bis 2038 neue Arenen entstehen, die dann eine spannende Option sind, beispielsweise in Bern.»

Österreich hält Plätze für Reinbacher und Rohrer offen

Unser Gruppengegner Österreich hat gewichtige Absenzen zu beklagen: Die beiden NHL-Söldner Marco Rossi und Marco Kasper, SCB-Stürmer Benjamin Baumgartner und die international erfahrenen Thomas Raffl und Lukas Haudum stehen alle verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Nach dem Ausscheiden von David Reinbacher (Ex-Kloten) und Vinzenz Rohrer (Ex-ZSC) mit Laval aus den AHL-Playoffs hofft Roger Bader, der Schweizer Headcoach der Österreicher, jetzt aber doch noch auf Verstärkung. Er hat angekündigt, zwei Plätze für sie offenzulassen. Die Freigabe für die beiden Vorarlberger müssen die Montreal Canadiens erteilen, bei denen sie unter Vertrag stehen. Da diese aktuell in den NHL-Playoffs engagiert sind, ist ungewiss, ob sie Reinbacher und Rohrer ziehen lassen. Und im Fall von Reinbacher sieht es für Österreich in der Tat nicht gut aus, dieser wurde vorerst von Montreal als Reservespieler von Laval zurückgerufen.

Papa mit Bundesverdienstkreuz, Sohn WM-Neuling

Deutschland, ebenfalls Gruppengegner der Nati, reist mit fünf WM-Neulingen nach Zürich. Einer von ihnen hat eine besonders spannende Biografie: Samuel Dove-McFalls (29). Seine Grossmutter war in den 1950er-Jahren einst nach Deutschland ausgewandert, sein Vater erhielt 2016 das Bundesverdienstkreuz, weil er als Professor für Deutschlandstudien an der Universität Montreal über die DDR forschte. Unter anderem in Berlin, wo auch Samuel ein Jahr zur Schule ging. Das Hockey-Abc erlernte der Stürmer aber in Kanada, schaffte den grossen Durchbruch nicht und wechselte 2023 zu den Lausitzer Füchsen in die zweite deutsche Liga, erhielt daneben auch den deutschen Pass. Mittlerweile spielt der perfekt Deutsch sprechende Deutsch-Kanadier in Nürnberg, gehört zu den besten Zweiweg-Centern der DEL und erfüllt sich mit der WM seinen nächsten Traum.

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