Darum gehts
- 40 Menschen starben bei Brand in Crans-Montana-Bar an Silvester
- Brand durch Partyfontänen und leicht entflammbares Material ausgelöst
- 119 Verletzte, 71 davon aus der Schweiz, 113 identifiziert
Sie kamen zum Feiern und fanden den Tod: In der Silvesternacht ereignete sich in Crans-Montana VS eine Katastrophe. Innerhalb weniger Minuten verwandelte sich die Bar «Le Constellation» in eine Todesfalle. 40 junge Menschen verloren in den Flammen ihr Leben. Zurück bleiben Trauer, Schock und viele Fragen. Seit vier Tagen hält das Inferno die Welt in Atem. Blick zeigt, was bisher bekannt ist.
Laut den Walliser Behörden wurde das Inferno durch Partyfontänen an den Champagnerflaschen in der Bar ausgelöst. Durch das Feuer geriet die Decke in Brand. Infolgedessen kam es zu einem sogenannten «Flashover»-Effekt. Dabei verwandelt sich ein kleines Feuer rasend schnell zu einem Grossbrand – durch die Entzündung von Gasen. Innert Sekunden herrschen in einem Raum dann Temperaturen bis zu 1000 Grad.
Diverse Experten gehen davon aus, dass an der Bar Schaumstoffplatten zur Schalldämmung angebracht waren. Feuerwerksexperte Erich Frey (66) sagte gegenüber Blick, dass altes und sprödes Material sich innert Sekunden entzündet. Die Behörden klären nun ab, welche Materialien verwendet wurden.
Am Sonntagabend herrschte traurige Gewissheit: 40 junge Menschen verloren in der Brandnacht ihr Leben. Vier quälende Tage der Ungewissheit endeten, als die Walliser Polizei verkündete, dass alle Opfer identifiziert waren.
Zurück bleibt grosser Schmerz: Allein 22 Opfer (14 bis 31 Jahre alt) stammten aus der Schweiz. Zudem kamen acht Franzosen (14 bis 39 Jahre), sechs Italiener (15 und 16 Jahre), ein Türke (†18), eine Portugiesin (†22), ein Rumäne (†18) und ein Belgier (†17) ums Leben.
Ärzte befürchten, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könnte. 116 Menschen wurden durch das Feuer verletzt. Viele erlitten schwerste Brandverletzungen und werden derzeit in Spezialkliniken im In- und Ausland behandelt. Mittlerweile sind alle Verletzten identifiziert. 68 Betroffene stammen aus der Schweiz, 21 aus Frankreich, 10 aus Italien, 4 aus Serbien, 2 aus Polen, eine Person aus Belgien, eine Person aus Portugal, eine Person aus dem Kongo, eine Person aus Tschechien, eine Person aus Bosnien, eine Person aus Luxemburg, eine Person aus Australien sowie vier Männer mit doppelter Staatsangehörigkeit (Frankreich/Finnland – Schweiz/Belgien – Frankreich/Italien –Italien/Philippinen).
Das «Le Constellation» gehört dem französischen Ehepaar Jacques (49) und Jessica Moretti (40). Die beiden zogen 2015 ins Wallis und übernahmen die Bar. Mittlerweile gelöschte Fotos aus den sozialen Medien zeigen, dass sie das Lokal wohl auch selbst renoviert haben.
Die Walliser Staatsanwaltschaft leitete am Freitagabend eine Strafuntersuchung gegen das Paar ein. Sie ermitteln wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Entfachung einer Feuersbrunst. Laut Behörden liegt keine Flucht-, Wiederholungs- und Verdunkelungsgefahr vor. Darum sitzt das Paar nicht in Untersuchungshaft, was Juristen kritisieren.
Ebenfalls im Fokus der Ermittlungen stehen die Behörden. Derzeit wird abgeklärt, ob entsprechende Baubewilligungen für die Bar vorlagen beziehungsweise wie häufig in den letzten Jahren der Brandschutz kontrolliert wurde und ob Mängel bestanden haben.
Anders als in anderen Kantonen sind im Wallis die Gemeinden für den Brandschutz zuständig. Gemeindepräsident Nicolas Féraud blieb zu den Kontrollen vage. Er sagte jedoch: «Bei uns gab es keine lasche Haltung bei Kontrollen von Bars.» Die entsprechenden Unterlagen liegen derzeit bei der Staatsanwaltschaft.
Ebenfalls abgeklärt wird derzeit, ob Vorschriften bezüglich Notausgängen und Fluchtwegen sowie Jugendschutz eingehalten wurden.
Bereits am Morgen nach der Katastrophe gab es die ersten Reaktionen. Mitte-Chef Philipp Matthias Bregy schrieb auf X: «Nichts ist mehr, wie es war.» Dieses Gefühl zeigt sich auch noch Tage nach der Tragödie. Die Trauer im In- und Ausland ist riesig, die Betroffenheit praktisch überall spürbar. Für den 9. Januar ist ein schweizweiter Trauertag geplant. Dieser wird laut Bundespräsident Guy Parmelin (66) zusammen mit den Kirchen geplant.
Spiele live mit und gewinne bis zu 1'000 Franken! Jeden Dienstag und Donnerstag ab 19:30 Uhr – einfach mitmachen und absahnen.
So gehts:
- App holen: App-Store oder im Google Play Store
-
Push aktivieren – keine Show verpassen
-
Jetzt downloaden und loslegen!
-
Live mitquizzen und gewinnen
Spiele live mit und gewinne bis zu 1'000 Franken! Jeden Dienstag und Donnerstag ab 19:30 Uhr – einfach mitmachen und absahnen.
So gehts:
- App holen: App-Store oder im Google Play Store
-
Push aktivieren – keine Show verpassen
-
Jetzt downloaden und loslegen!
-
Live mitquizzen und gewinnen