Darum gehts
- 40 Tote bei Brandkatastrophe in Crans-Montana VS, Ermittlungen laufen
- Feuer vermutlich durch Wunderkerzen ausgelöst, keine Festnahme des Betreiberpaars
- Dem Betreiberpaar wird fahrlässige Tötung, Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung vorgeworfen
Die Walliser Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud hat sich am Sonntagabend in den Nachrichten des Westschweizer Senders RTS zu der Bar-Katastrophe in Crans-Montana VS mit 40 Toten geäussert. In dem Interview wurde sie deutlich.
«Offensichtlich ist etwas schiefgelaufen», sagte sie. «So viele Tote und Verletzte kann man nicht haben und gleichzeitig behaupten, alles sei reibungslos verlaufen.»
«Wir befinden uns nicht in einer Fernsehserie»
Nun müsse die Untersuchung klären, was schiefgelaufen sei. Experten des Forensischen Instituts Zürich sind im Einsatz. Sie sollen die Verantwortlichen ermitteln und «den Eltern, die ihre Kinder verloren haben, den Brüdern und Schwestern erklären, was geschehen ist».
Dies brauche aber viel Zeit. «Wir befinden uns in der Realität, nicht in einer 45-minütigen Fernsehserie. Es gibt technische Prüfungen, die Zeit in Anspruch nehmen, und wir müssen viele Menschen anhören. Ausserdem wollen wir keine Spur vernachlässigen und gute Arbeit leisten», erläuterte die Juristin.
Wunderkerze soll Inferno ausgelöst haben
Die Ermittlungen zur Klärung möglicher strafrechtlicher Verantwortlichkeiten und den genauen Brandumständen dauern an. Im Fokus der nächsten Schritte steht insbesondere die Analyse der von der Gemeinde erhaltenen Akte, die fachgerechte Ausführung der Arbeiten durch die Verantwortlichen, die verwendeten Materialien, die Fluchtwege, die Brandschutzausrüstung sowie die Einhaltung der Brandschutzbestimmungen.
Aktuell wird davon ausgegangen, dass das Feuer durch Wunderkerzen ausgelöst wurde.