Crans-Montana ist ein international bekannter Ferienort, der jährlich rund drei Millionen Besucherinnen und Besucher anzieht. Doch nach der Silvestertragödie herrscht Stille – eine bedrückte Stimmung liegt über dem Ort.
Die Brandkatastrophe trifft die Region in der Hochsaison – Tausende Gäste sind unterwegs. Nach Jahrzehnten im Abwärtstrend befindet sich der Ferienort im Aufwind. Nachdem der US-Riese Vail Resorts vor rund zwei Jahren die Bergbahnen übernommen hatte, verzeichnet die Ortschaft mehr Hotelübernachtungen sowie auch einen Aufschwung auf den Skipisten.
Der Brand ist auch für Vail Resorts ein Schock: «Wir sind zutiefst erschüttert über die Tragödie in Crans-Montana. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien», erklärt das Unternehmen auf Anfrage von Blick. Derzeit konzentriere sich die Firma darauf, sich um die Mitarbeitenden, die Gemeinde und die Gäste zu sorgen. «Wir stehen in Kontakt mit den lokalen Behörden und sind bereit, ihre Bemühungen in jeder Weise zu unterstützen.»
Der Skibetrieb in Crans-Montana läuft weiter. Après-Ski-Aktivitäten im bekannten Lokal Zerodix an der Talstation sind bis auf Weiteres abgesagt. Da die lokalen Krankenhäuser ausgelastet seien, bittet das Resort die Gäste, mit besonderer Vorsicht Ski zu fahren.
Tourismus soll stabil bleiben
Aus emotionaler und menschlicher Sicht sei die Situation enorm schwer und belastend, erklärt Bruno Huggler, Tourismuschef von Crans-Montana. Ob und in welcher Form die Tragödie Auswirkungen auf den Tourismus vor Ort haben werde, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Das Ereignis sei jedoch lokal begrenzt.
Künftige Buchungen sollen gemäss Einschätzungen nicht beeinträchtigt sein, so Huggler. Die Destination als Gesamtes sei uneingeschränkt zugänglich, auch wenn angesichts der Situation einige Anpassungen vorgenommen wurden. Für die Zukunft sei eine zentrale Herausforderung, den Tourismus- und Destinationsbetrieb so zu führen, dass dabei der nötige Respekt und die notwendige Sensibilität gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen gewahrt bleibe.
«Sichere Reisedestination»
Auch Schweiz Tourismus meldet sich zu Wort: «Es ist erschütternd und die Tourismusbranche in der Schweiz fühlt sich zutiefst mit den Opfern und ihren Angehörigen verbunden», so Direktor Martin Nydegger. Eine solche Tragödie mit jungen Menschen in diesem Ausmass seien ihm aus der Schweiz bislang nicht bekannt. Gleichzeitig betont er, dass die Schweiz weiterhin eine sichere Reisedestination mit sehr hohen Sicherheitsstandards bleibe.
In der Nacht auf den 1. Januar starben in der Bar «Le Constellation» mindestens 40 Menschen. 119 Personen wurden verletzt. Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren.