Darum gehts
- Die Walliser Polizei und Behörden informierten am Freitagnachmittag
- Möglicher Auslöser für den Brand: Wunderkerzen entzündeten die Schaumstoffdecke in der Bar
- Über 40 Tote, 115 Verletzte, viele mit schweren Verbrennungen
Zeit und Ort
Der Brand brach am 1. Januar 2026 um ca. 1:30 Uhr in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS aus, während einer Silvesterparty mit wohl mehr als 200 Gästen.
Opfer
Bisher gibt es 40 Tote, darunter viele Jugendliche und junge Erwachsene. Dazu kommen 119 Verletzte, viele davon schwer. Unter den verletzten sind 71 Personen mit Schweizer Staatsbürgerschaft, 14 Franzosen, 11 Italiener, 4 Serben, 1 Bosnier, 1 Belgier, 1 Luxemburger, 1 Pole und 1 Portugiese. Bei 14 verletzten Personen konnte die Nationalität noch nicht ermittelt werden. Zur Nationalität der Toten machten die Behörden noch keine Angaben.
Ursache und Verlauf
Die Staatsanwaltschaft verfolge mehrere Hypothesen, sagte Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud am Freitag. Wahrscheinlich wurde der Brand aber durch Wunderkerzen ausgelöst, die an Champagnerflaschen angebracht waren. Durch die Funken wurde die Akustik-Abdeckung an der Decke im Untergeschoss angezündet, wie auf Bildern zu sehen ist. Das Feuer breitete sich rasch aus, es entstand ein Flashover, wobei Rauchgase in Brand gerieten. Ein Terroranschlag oder absichtliche Brandstiftung wird ausgeschlossen.
Die Bar
Das Lokal «Le Constellation» war ein beliebter Treffpunkt, tagsüber eher ein Café, abends ein Nachtclub. Es wurde 2015 von einem französischen Paar übernommen. Die Betreiberin erlitt in der Silvesternacht selbst Verbrennungen.
Rettung und Folgen
Die Bar hatte enge Ausgänge, was die Panik verstärkte. Videos zeigen, wie Gäste der Bar in grosser Not Scheiben einschlagen, um aus dem Inferno zu fliehen. Die Tragödie hat die Einsatzkräfte gefordert: Unter anderem standen auch 13 Helikopter und 40 Rettungswagen im Einsatz. Die 119 Verletzten wurden zunächst auf Spitäler im Wallis und der restlichen Schweiz verteilt. Bis am Sonntag sollen aber bis zu 50 Patienten an spezialisierte Einrichtungen ins Ausland überführt werden.
Offene Fragen
Exakte Ursache
Hier stellen sich vor allem Fragen zu den verwendeten Materialien in der Bar, besonders bei der Akustik-Abdeckung der Decke.
Sicherheitsmängel
Hatte die Bar alle gültige Lizenzen? Gab es ausreichende Fluchtwege? War eine Sprinkleranlage vorhanden? War die Bar regelmässig kontrolliert worden? Wurden alle Brandschutzmassnahmen eingehalten? War die Bar in der Silvesternacht zu stark besucht?
Opferdetails
Noch sind die Zahlen der Toten und Verletzten provisorisch. Zum Alter der Betroffenen ist noch wenig bekannt. Speziell bei den Todesfällen steht auch noch die schwierige Identifikation und die Frage der Nationalitäten aus.
Verantwortung
Welche Haftung haben die Betreiber der Bar? Gab es auch Versäumnisse aufseiten der Behörden, etwa bei der Kontrolle der Brandschutzmassnahmen? Auch sind die juristischen Folgen noch unklar. Zwar wurde eine Strafuntersuchung schon eingeleitet – dies aber nicht gegen eine oder mehrere Personen, sondern um die Ursachen des Brandes zu ergründen, wie Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud erklärte.
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Der Ticker zur Medienkonferenz am Freitagnachmittag: