Darum gehts
- Walliser Polizei hält um 15 Uhr Pressekonferenz zur Feuerkatastrophe ab
- Möglicher Auslöser: Wunderkerzen entzündeten Schaumstoffdecke in der Bar
- Über 40 Tote, 115 Verletzte, viele mit schweren Verbrennungen
«Die meisten Personen waren schwer verletzt, die wir behandelt haben.»
Eine Frage zur Zahl der Verletzten – insgesamt wurde heute die Zahl von 119 genannt: Staatsratspräsident Mathias Reynard erklärt, dass 80 Verletzte durch die Rettungskräfte in ein Spital gebracht wurden. Fredy-Michel Roten sagt: «Die meisten Personen waren schwer verletzt, die wir behandelt haben.»
Flucht ins Ausland verhindern?
Wie wird verhindert, dass das Betreiberpaar allenfalls ins Ausland flieht? Pilloud will dazu keine Angaben machen. «Es gibt bisher keine strafrechtliche Verantwortung, die vorliegt», sagt die Generalstaatsanwältin.
Einsatzkräfte nicht von Gaffern behindert
Pilloud sagt erneut, dass die Brandschutzkontrollen in der Verantwortung der Gemeinde liegen. Über die letzte Kontrolle könne sie derzeit keine Angaben machen. Die Staatsanwältin sagt, dass die Einsatzkräfte in der Silvesternacht nicht von Gaffern behindert wurden. Die Veröffentlichung von Videos aus der Brandnacht liege in der Verantwortung jedes einzelnen, sagt Pilloud.
Pilloud: «Wunderkerzen kann man ganz normal in einem Supermarkt kaufen»
Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagt: «Wunderkerzen kann man ganz normal in einem Supermarkt kaufen. Ob man sie in einem geschlossenen Raum verwenden dürfe, werde sich in der Untersuchung zeigen.» Weitere Angaben zum Brandschutz und zu den Kontrollen könne sie nicht machen.
Hypothese der Wunderkerzen steht im Vordergrund – Gästezahl bleibt wohl unbekannt
Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagt über das Betreiberpaar der Bar: Von ihnen seien Informationen eingeholt worden. Zur Anzahl der anwesenden Personen zum Zeitpunkt des Brandes könne sie bisher keine genaueren Angaben machen – vielleicht könne hier nie eine genaue Zahl bekannt gegeben werden. Die Hypothese der Wunderkerzen stehe im Vordergrund, erklärt Pilloud.
Regierungsrat: «Ich weiss nicht, wann die Gemeinde Kontrollen durchgeführt hat»
Sicherheitsvorsteher Stéphane Ganzer erklärt das Vorgehen bei den Sicherheitsinspektionen im Kanton Wallis. «Ich weiss nicht, wann die Gemeinde Kontrollen durchgeführt hat. Wir haben keine Meldungen über Mängel. Wir gehen aber davon aus, dass die Kontrollen durchgeführt wurden.» Der Regierungsrat erklärt, dass es mehr als einen Ausgang gegeben habe. «Die meisten sind beim Hauptausgang raus gekommen», sagt Ganzer.
«Natürlich geht es in unserer Untersuchung auch um den Schaumstoff an der Decke»
Nun beginnt die Fragerunde. Die erste Frage geht zur Akustik-Abdeckung der Decke der Bar und zu den Kontrollen der Feuerpolizei vor Ort. Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagt: «Natürlich geht es in unserer Untersuchung auch um den Schaumstoff an der Decke. Heute bin ich aber nicht in der Lage, ihnen mit Sicherheit zu sagen, ob es sich um konformen oder nicht konformen Schaumstoff handelte. Bitte spekulieren Sie nicht, lassen Sie uns arbeiten.»
«Die Zahlen werden sich in den kommenden Stunden und Tagen noch entwickeln»
Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud betont, dass die heute genannten Zahlen, etwa der Verletzten, immer noch keine definitiven Zahlen seien. «Die Situation entwickelt sich immer weiter», sagt sie. So sei etwa die Anzahl der Verletzten nochmals gestiegen. Auch weil sich gewisse Personen erst nachträglich in Spitalpflege begeben haben. «Die Zahlen werden sich in den kommenden Stunden und Tagen noch entwickeln», sagt Pilloud. Auch die Generalstaatsanwältin bedankt sich für die internationale und die Walliser Solidarität.
«Die meisten Personen werden lange behandelt werden müssen»
«Die meisten Personen werden lange behandelt werden und müssen danach in eine Reha», sagt Bonvin. Deshalb sei es auch wichtig, dass die Patienten möglichst nahe an ihren Wohnorten behandelt würden. Darum seien die Verlegungen auch aus diesem Gesichtspunkt wichtig. Bonvin bedankt sich bei den Mitarbeitenden der Spitäler, die zum Teil freiwillig zur Arbeit erschienen seien. Gleichzeitig hätten sich viele Mitarbeiter auch Sorgen um eigene Angehörige gemacht. «Diese emotionale Last hat man gespürt.» Die Spitäler würden weiterhin alles ihnen Mögliche unternehmen. «Die Skisaison ist auch noch nicht abgeschlossen», so Bonvin. Die Spitäler hätten die Situation insgesamt zufriedenstellend bewältigt.
Spitaldirektor: «Wir sind jetzt in einer heiklen Phase»
Eric Bonvin, Direktor der Spitäler Wallis, gibt Auskunft über die Betreuungssituation im Kanton Wallis. «Das Drama hat zu einem Zeitpunkt stattgefunden, an dem viele in den Ferien waren», sagt Bonvin. Trotzdem sei das Personal über die Feiertage schon aufgestockt gewesen. In der Silvesternacht sei die Notaufnahme in Sitten gut ausgestattet gewesen. «Wir sind jetzt in einer heiklen Phase, denn die Familien haben Kontakt mit den Betroffenen, aber im Spital ist alles vertraulich. Es müsse Ruhe geben.» Die Medien übten einen gewissen Druck aus. «Wir müssen die Privatsphäre der Patientinnen einhalten», betont Bonvin.
Für 15 Uhr hat die Walliser Kantonspolizei eine dritte Pressekonferenz zur Feuerkatastrophe in der Bar «Le Constellation» angekündigt. Auf der Einladung ist neutral vom «Ereignis vom 1. Januar 2026 in Crans-Montana» die Rede. Auf der Einladung ist nicht angegeben, welche Sprecher vor die Medien treten werden. Blick zeigt die Pressekonferenz im Livestream.
Gemäss aktuellem Stand starben mehr als 40 Personen beim Inferno. Rund 115 Personen wurden verletzt, viele davon erlitten schwere Verbrennungen. Zahlreiche Personen befinden sich in kritischem Zustand.
Viele offene Fragen
Das Feuer in der Bar breitete sich extrem schnell aus, es kam zu einem Flashover. Als möglicher Auslöser des Feuers werden Wunderkerzen auf Champagnerflaschen diskutiert, welche die Akustikabdeckung aus Schaumstoff an der Decke des Lokals entzündeten.
Es stellen sich weiterhin diverse Fragen zu den genauen Opferzahlen, deren Alter und Herkunft. Auch zum Brandschutz im Lokal und den Notausgängen sind schwierige Fragen offen. Blick berichtet auch im Ticker, welche Fragen bei der Pressekonferenz beantwortet werden.