«Es wurden mehrere Personen befragt»
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Staatsanwältin Pilloud:«Es wurden mehrere Personen befragt»

Neue Details zum Inferno im Wallis
Bisher 40 Tote, 119 Verletzte – Wunderkerzen im Zentrum der Ermittlungen

Am Freitagnachmittag informierten die Behörden erneut über das Inferno in der Bar «Le Constellation», das sich in der Silvesternacht in Crans-Montana abgespielt hat. Blick erklärt, was bisher bekannt ist.
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Am Tag nach der Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» ist der Bereich weiterhin abgesperrt.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Die Walliser Polizei und Behörden informierten am Freitagnachmittag
  • Möglicher Auslöser für den Brand: Wunderkerzen entzündeten die Schaumstoffdecke in der Bar
  • Über 40 Tote, 115 Verletzte, viele mit schweren Verbrennungen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Daniel JungRedaktor News

Zeit und Ort

Der Brand brach am 1. Januar 2026 um ca. 1:30 Uhr in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS aus, während einer Silvesterparty mit wohl mehr als 200 Gästen. 

Opfer

Bisher gibt es 40 Tote, darunter viele Jugendliche und junge Erwachsene. Dazu kommen 119 Verletzte, viele davon schwer. Unter den verletzten sind 71 Personen mit Schweizer Staatsbürgerschaft, 14 Franzosen, 11 Italiener, 4 Serben, 1 Bosnier, 1 Belgier, 1 Luxemburger, 1 Pole und 1 Portugiese. Bei 14 verletzten Personen konnte die Nationalität noch nicht ermittelt werden. Zur Nationalität der Toten machten die Behörden noch keine Angaben.

Ursache und Verlauf

Die Staatsanwaltschaft verfolge mehrere Hypothesen, sagte Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud am Freitag. Wahrscheinlich wurde der Brand aber durch Wunderkerzen ausgelöst, die an Champagnerflaschen angebracht waren. Durch die Funken wurde die Akustik-Abdeckung an der Decke im Untergeschoss angezündet, wie auf Bildern zu sehen ist. Das Feuer breitete sich rasch aus, es entstand ein Flashover, wobei Rauchgase in Brand gerieten. Ein Terroranschlag oder absichtliche Brandstiftung wird ausgeschlossen. 

Die Bar

Das Lokal «Le Constellation» war ein beliebter Treffpunkt, tagsüber eher ein Café, abends ein Nachtclub. Es wurde 2015 von einem französischen Paar übernommen. Die Betreiberin erlitt in der Silvesternacht selbst Verbrennungen. 

Rettung und Folgen

Die Bar hatte enge Ausgänge, was die Panik verstärkte. Videos zeigen, wie Gäste der Bar in grosser Not Scheiben einschlagen, um aus dem Inferno zu fliehen. Die Tragödie hat die Einsatzkräfte gefordert: Unter anderem standen auch 13 Helikopter und 40 Rettungswagen im Einsatz. Die 119 Verletzten wurden zunächst auf Spitäler im Wallis und der restlichen Schweiz verteilt. Bis am Sonntag sollen aber bis zu 50 Patienten an spezialisierte Einrichtungen ins Ausland überführt werden. 

Offene Fragen

Exakte Ursache

Hier stellen sich vor allem Fragen zu den verwendeten Materialien in der Bar, besonders bei der Akustik-Abdeckung der Decke. 

Sicherheitsmängel

Hatte die Bar alle gültige Lizenzen? Gab es ausreichende Fluchtwege? War eine Sprinkleranlage vorhanden? War die Bar regelmässig kontrolliert worden? Wurden alle Brandschutzmassnahmen eingehalten? War die Bar in der Silvesternacht zu stark besucht?

Opferdetails

Noch sind die Zahlen der Toten und Verletzten provisorisch. Zum Alter der Betroffenen ist noch wenig bekannt. Speziell bei den Todesfällen steht auch noch die schwierige Identifikation und die Frage der Nationalitäten aus. 

Verantwortung

Welche Haftung haben die Betreiber der Bar? Gab es auch Versäumnisse aufseiten der Behörden, etwa bei der Kontrolle der Brandschutzmassnahmen? Auch sind die juristischen Folgen noch unklar. Zwar wurde eine Strafuntersuchung schon eingeleitet – dies aber nicht gegen eine oder mehrere Personen, sondern um die Ursachen des Brandes zu ergründen, wie Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud erklärte.


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Der Ticker zur Medienkonferenz am Freitagnachmittag:

02.01.2026, 16:31 Uhr

Die Neuigkeiten der dritten Pressekonferenz

Die dritte Pressekonferenz zum Inferno von Crans-Montana brachte einige Erkenntnisse: Die Behörden prüfen, Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung einzuleiten, es wurden aber bisher keine Verdächtigen verhaftet. Inzwischen werden 40 Todesfälle und 119 Verletzte gezählt. In nächster Zeit sollen bis zu 50 dieser verletzten Personen ins Ausland verlegt werden. Die Pressekonferenz ist nun beendet.

02.01.2026, 16:27 Uhr

«Die meisten Personen waren schwer verletzt, die wir behandelt haben.»

Eine Frage zur Zahl der Verletzten – insgesamt wurde heute die Zahl von 119 genannt: Staatsratspräsident Mathias Reynard erklärt, dass 80 Verletzte durch die Rettungskräfte in ein Spital gebracht wurden. Fredy-Michel Roten sagt: «Die meisten Personen waren schwer verletzt, die wir behandelt haben.» 

02.01.2026, 16:23 Uhr

Flucht ins Ausland verhindern?

Wie wird verhindert, dass das Betreiberpaar allenfalls ins Ausland flieht? Pilloud will dazu keine Angaben machen. «Es gibt bisher keine strafrechtliche Verantwortung, die vorliegt», sagt die Generalstaatsanwältin.

02.01.2026, 16:21 Uhr

Einsatzkräfte nicht von Gaffern behindert

Pilloud sagt erneut, dass die Brandschutzkontrollen in der Verantwortung der Gemeinde liegen. Über die letzte Kontrolle könne sie derzeit keine Angaben machen. Die Staatsanwältin sagt, dass die Einsatzkräfte in der Silvesternacht nicht von Gaffern behindert wurden. Die Veröffentlichung von Videos aus der Brandnacht liege in der Verantwortung jedes einzelnen, sagt Pilloud. 

02.01.2026, 16:19 Uhr

Pilloud: «Wunderkerzen kann man ganz normal in einem Supermarkt kaufen»

Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagt: «Wunderkerzen kann man ganz normal in einem Supermarkt kaufen. Ob man sie in einem geschlossenen Raum verwenden dürfe, werde sich in der Untersuchung zeigen.» Weitere Angaben zum Brandschutz und zu den Kontrollen könne sie nicht machen. 

02.01.2026, 16:13 Uhr

Hypothese der Wunderkerzen steht im Vordergrund – Gästezahl bleibt wohl unbekannt

Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagt über das Betreiberpaar der Bar: Von ihnen seien Informationen eingeholt worden. Zur Anzahl der anwesenden Personen zum Zeitpunkt des Brandes könne sie bisher keine genaueren Angaben machen – vielleicht könne hier nie eine genaue Zahl bekannt gegeben werden. Die Hypothese der Wunderkerzen stehe im Vordergrund, erklärt Pilloud.

02.01.2026, 16:10 Uhr

Regierungsrat: «Ich weiss nicht, wann die Gemeinde Kontrollen durchgeführt hat»

Sicherheitsvorsteher Stéphane Ganzer erklärt das Vorgehen bei den Sicherheitsinspektionen im Kanton Wallis. «Ich weiss nicht, wann die Gemeinde Kontrollen durchgeführt hat. Wir haben keine Meldungen über Mängel. Wir gehen aber davon aus, dass die Kontrollen durchgeführt wurden.» Der Regierungsrat erklärt, dass es mehr als einen Ausgang gegeben habe. «Die meisten sind beim Hauptausgang raus gekommen», sagt Ganzer. 

02.01.2026, 16:08 Uhr

«Natürlich geht es in unserer Untersuchung auch um den Schaumstoff an der Decke»

Nun beginnt die Fragerunde. Die erste Frage geht zur Akustik-Abdeckung der Decke der Bar und zu den Kontrollen der Feuerpolizei vor Ort. Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagt: «Natürlich geht es in unserer Untersuchung auch um den Schaumstoff an der Decke. Heute bin ich aber nicht in der Lage, ihnen mit Sicherheit zu sagen, ob es sich um konformen oder nicht konformen Schaumstoff handelte. Bitte spekulieren Sie nicht, lassen Sie uns arbeiten.»

02.01.2026, 16:04 Uhr

«Die Zahlen werden sich in den kommenden Stunden und Tagen noch entwickeln»

Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud betont, dass die heute genannten Zahlen, etwa der Verletzten, immer noch keine definitiven Zahlen seien. «Die Situation entwickelt sich immer weiter», sagt sie. So sei etwa die Anzahl der Verletzten nochmals gestiegen. Auch weil sich gewisse Personen erst nachträglich in Spitalpflege begeben haben. «Die Zahlen werden sich in den kommenden Stunden und Tagen noch entwickeln», sagt Pilloud. Auch die Generalstaatsanwältin bedankt sich für die internationale und die Walliser Solidarität.

02.01.2026, 16:02 Uhr

«Die meisten Personen werden lange behandelt werden müssen»

«Die meisten Personen werden lange behandelt werden und müssen danach in eine Reha», sagt Bonvin. Deshalb sei es auch wichtig, dass die Patienten möglichst nahe an ihren Wohnorten behandelt würden. Darum seien die Verlegungen auch aus diesem Gesichtspunkt wichtig. Bonvin bedankt sich bei den Mitarbeitenden der Spitäler, die zum Teil freiwillig zur Arbeit erschienen seien. Gleichzeitig hätten sich viele Mitarbeiter auch Sorgen um eigene Angehörige gemacht. «Diese emotionale Last hat man gespürt.» Die Spitäler würden weiterhin alles ihnen Mögliche unternehmen. «Die Skisaison ist auch noch nicht abgeschlossen», so Bonvin. Die Spitäler hätten die Situation insgesamt zufriedenstellend bewältigt. 

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