Darum gehts
- Ein Brand in Crans-Montana forderte Dutzende Tote und Verletzte.
- Nur ein Fluchtweg und viele Holzelemente erschwerten die Evakuierung.
- Die Bar erzielte 6,5 von 10 Punkten bei Sicherheitsbewertungen.
Nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana, bei dem Dutzende Menschen starben und viele verletzt wurden, richten sich die Ermittlungen nun auf die Bar, in der das Unglück seinen Ausgang nahm. Wie konnte das Feuer so schnell um sich greifen? Waren die Sicherheitsvorkehrungen ausreichend? Ein Blick in das Lokal liefert erste Hinweise.
Die Loungebar «Le Constellation» war ein bekannter Treffpunkt im Walliser Skiort: tagsüber Café, abends Bar und Nachtclub, mit Platz für rund 300 Gäste, regelmässig traten DJ auf, eine festliche Atmosphäre zog vor allem internationales Publikum an. Laut Tourismusguides und Onlinebewertungen galt die Bar als stilvoller Ort für Après-Ski und Nachtleben – ein Platz, an dem man den Abend elegant ausklingen lassen konnte.
Viel Holz und nur ein Fluchtweg
Doch hinter der glamourösen Fassade offenbaren sich Hinweise auf mögliche Sicherheitsmängel. Auf Bewertungsplattformen erzielte die Bar in der Kategorie Sicherheit lediglich 6,5 von 10 Punkten. Ein ehemaliger Besucher berichtete gegenüber Blick, dass im Untergeschoss nur ein einziger Flucht- und Zugangsweg vorhanden war, was im Notfall eine Evakuierung erschwert hätte.
Hinzu kommt, dass das Lokal stark mit Holzelementen ausgestattet war und einen separaten Raucher- sowie Shisha-Bereich besass – Faktoren, die nun im Nachhinein besonders kritisch erscheinen.
Bar «temporär geschlossen»
«Le Constellation» wurde 2015 von einem französischen Ehepaar aus Korsika gegründet, das das damals verfallene Gebäude übernahm und vollständig neu gestaltete. Das Paar betreibt mehrere Lokale in der Region und galt lange als aufstrebend. Kritische Bewertungen bemängelten jedoch wiederholt den Umgang mit Gästen, mangelnde Professionalität und ein teils ungünstiges Preis-Leistungs-Verhältnis.
Auffällig ist, dass die Online-Präsenz der Bar kurz nach dem Unglück verschwand: Facebook- und Instagram-Seiten wurden offline genommen, und Google listete das Lokal als «temporär geschlossen». Ob diese Massnahmen in direktem Zusammenhang mit dem Brand stehen, ist bislang offen. Die genauen Ursachen des Feuers sind weiterhin unklar; die Kantonspolizei Wallis führt die Ermittlungen.
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