Das ist passiert
Die Tragödie ereignete sich während einer Silvesterparty in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, wo die Gäste den Beginn des neuen Jahres feierten. Der Alarm ging bei der Polizei um 1:30 Uhr ein. Die ersten Einsatzkräfte waren um 1:32 vor Ort. Die Bar war offenbar gut besucht, was die hohe Opferzahl erklären könnte.
Opfer
Laut Angaben der Walliser Kantonspolizei unter Kommandant Frédéric Gisler starben rund 40 Menschen. 115 Personen wurden verletzt, viele davon schwer. 80 Personen wurden von Krankenwagen oder Helikoptern in Spitäler gebracht. 35 Personen konnten selber das Spital aufsuchen. Mehrere Schwerverletzte wurden in die Unispitäler von Lausanne und Zürich gebracht. Alle 115 Verletzten befanden sich am Donnerstagnachmittag noch in der Schweiz – eine Verlegung ins Ausland ist jedoch möglich. Das Spital Wallis hat den Katastrophenplan ausgelöst; die Intensivstationen und Operationssäle sind nach eigenen Angaben voll belegt.
Einsatz
Der Einsatz der Rettungskräfte dauerte bis in die Morgenstunden an, und der Kanton Wallis rief eine besondere Lage aus. Die Tragödie hat die Einsatzkräfte gefordert. 13 Helikopter und 40 Rettungswagen standen im Einsatz, 150 Einsatzkräfte wurden aufgeboten.
Brandursache
Wie der Kanton Wallis in einer Mitteilung schreibt, sei es in der Bar infolge eines Brandes zu einem Flashover gekommen. Dieser habe zu einer oder mehreren Explosionen geführt und zahlreiche Tote und Verletzte gefordert. Der Fachbegriff Flashover bezeichnet den schlagartigen Übergang eines Brandes von der Entstehungsphase zur Vollbrandphase. Dabei entzünden sich plötzlich alle brennbaren Oberflächen in einem Raum.
Die Behörden haben Ermittlungen eingeleitet. Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud betonte ausdrücklich: «Ein Anschlag kann absolut ausgeschlossen werden.» Sie erklärte auch, dass niemand verhaftet worden sei. Es gehe eher darum, den Brandhergang zu ermitteln.
Mehrere Augenzeugen berichteten, dass kleine Feuerwerkskörper an Champagnerflaschen ein Feuer an der Decke ausgelöst hätten. Panik habe dazu geführt, dass sich eine Menschenmenge über die Treppe ins Untergeschoss drängte. Jedoch sind diese Berichte noch nicht von der Polizei bestätigt.
Die offenen Fragen
Präzise Opferzahlen
Die Zahl der Verletzten ist mit 115 klar umrissen – bei den Todesfällen sprechen die Behörden bisher aber von «rund 40». Am Donnerstagnachmittag nannte der italienische Aussenminister Antonio Tajani die Zahl von 47 Toten.
Wer sind die Opfer?
Über Details zu den Verletzten – wie Alter oder Nationalitäten – ist bisher noch kaum etwas bekannt. Mindestens zwei der Verletzten sind Franzosen. Gemäss Aussenminister Tajani werden nach dem Brand sechzehn Italiener vermisst. Die Behördenvertreter erwarten, dass sich im beliebten Wintersportort Crans-Montana zahlreiche ausländische Gäste unter den Toten und Verletzten befinden könnten.
BBC berichtete von einem Schweizer Spitaldirektor, dessen Angaben nach die Patienten überwiegend zwischen 16 und 26 Jahre alt seien.
Sicherheitsmängel
Gab es eine Überfüllung der Bar? Waren die Fluchtwege unzureichend? Wurden Brandschutzvorschriften verletzt? Dies wird in den Ermittlungen geklärt werden müssen – hier stellen sich besonders viele Fragen. «Es gibt mehrere Hypothesen zum Hergang», sagte Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud.
Genauer Ablauf
Die Polizei sucht weiterhin nach Zeugenaussagen. Der genaue Ablauf ist noch nicht rekonstruiert. Generalstaatsanwältin Pilloud sagte am Donnerstagabend: «Das Drama ist erst ein paar Stunden her – im Moment kann ich zum Hergang noch nichts sagen.» Die Ermittlungen der Walliser Behörden laufen aber auf Hochtouren, und weitere Updates sind in den kommenden Tagen zu erwarten.
Ticker zum Nachlesen:
Die wichtigsten Zahlen – die Pressekonferenz ist beendet
An der Pressekonferenz wurden verschiedene wichtige Zahlen genannt: Es war die Rede von rund 40 Todesopfern, von 115 Verletzten, davon viele Schwerverletzte. 80 Personen wurden mit Helikoptern und Krankenwagen in Spitäler gebracht, 35 Personen konnten sich selber in die Pflege begeben. Alle 115 Verletzten befinden sich aktuell noch in der Schweiz, jedoch ist eine Verlegung etwa nach Italien durchaus möglich.
«Wir wissen nicht, wie viele Personen zum Zeitpunkt des Brandes in der Bar waren»
Gemeindepräsident Nicolas Féraud sagt, dass die Bars und Restaurants der Gemeinde regelmässig besucht und kontrolliert werden. Er macht jedoch keine Angaben zur erlaubten Maximalbelegung der Bar. Auch zu den Besitzern der Bar «Le Constellation» macht er keine Angaben. Generalstaatsanwältin Pilloud sagt: «Wir wissen nicht, wie viele Personen zum Zeitpunkt des Brandes in der Bar waren.»
Noch keine Verhaftung – keine Verdächtigen
«Es gibt keine Verdächtigen», sagt Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud. Es sei auch noch niemand verhaftet worden. Es gehe eher darum, den Brandhergang zu ermitteln. «Das Drama ist erst ein paar Stunden her.» Es sei noch zu früh, um detaillierte Fragen zum Brandschutz und zum Hergang zu beantworten.
Parmelin: «Die stark Brandverletzten sind unsere Priorität»
Guy Parmelin sagt: «Die stark Brandverletzten sind unsere Priorität.» Es gebe immer noch Eltern, die nicht wissen, was mit ihren Kindern passiert ist. Deshalb gelte es nun, die Identifikation der Verletzten und der Opfer voranzutreiben.
Alle Verletzten bisher in der Schweiz – Verlegung ins Ausland möglich
Eine Journalistin fragt, ob internationale Hilfe benötigt werde. Bundesrat Parmelin sagt, dass gewisse medizinische Spezialisten sowie auch Forensiker durchaus auch aus Frankreich oder Italien zum Einsatz kommen könnten. Staatsratspräsident Reynard betont jedoch, dass die Verletzten bisher innerhalb der Schweiz untergebracht worden seien – etwa in Lausanne oder Zürich. «Es kann aber sein, dass in den nächsten Stunden noch einige Patienten ins Ausland verlegt werden.»
Frage zu den Nationalitäten der Opfer
Polizeikommandant Frédéric Gisler macht keine genauen Angaben zu den Staatsangehörigkeiten der Opfer. «Wir haben grobe Zahlen, aber wir werden uns als Erstes an die Familien wenden.» Erst später würden genauere Angaben gemacht zu den Nationalitäten der Opfer.
Frage: «Waren es Champagnerflaschen mit Feuerwerk?»
Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagt: «Das Drama ist erst ein paar Stunden her – im Moment kann ich zum Hergang noch nichts sagen.» Über die Besitzer der Bar gibt sie keine Auskunft. Auch zur Frage, ob die Treppe zum Untergeschoss eng war, möchte Pilloud keine Stellung nehmen. «Die Untersuchung wird zeigen, ob die Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden.»
«60 Personen liegen derzeit im Spital von Sitten»
Staatsratspräsident Mathias Reynard erklärt, dass insgesamt 13 Helikopter und 40 Rettungswagen zum Einsatz kamen. Reynard erklärt zu den 115 Verletzten: «35 verletzte Personen konnten sich selber ins Spital begehen.» 80 Personen wurden von Rettungskräften ins Spital gebracht. «60 Personen liegen derzeit im Spital von Sitten», erklärt Reynard. Die weiteren Patienten seien etwa ins Unispital nach Lausanne überwiesen worden. Reynard richtet eine Bitte an die Bevölkerung des Wallis: «Wenn es nicht unbedingt nötig ist, dann begeben Sie sich jetzt nicht in die Notaufnahme.»
«Wir sind solidarisch und menschlich»
«Ich habe viel Solidarität gesehen», sagt der Walliser Sicherheitsvorsteher Stéphane Ganzer. Er bedankt sich bei den Feuerwehrleuten, die den Brand bekämpft haben. Sowohl die Einsatzkräfte der Miliz als auch die professionellen Kräfte hätten sich hervorragend eingebracht. «Wir sind solidarisch und menschlich – diese Werte werden es uns ermöglichen, diese Krise zu überwinden», sagt Ganzer.
«Es gibt mehrere Hypothesen zum Hergang»
«Die Staatsanwaltschaft will möglichst schnell Antworten finden auf die Fragen, die sich die Familien stellen», sagt Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud. Das Quartier sei abgeriegelt und ein Flugverbot ausgesprochen worden. Es gebe mehrere Hypothesen zum Hergang. «Der ganze Raum hat Feuer gefangen», sagt Pilloud. Die Entstehung des Brandes werde forensisch untersucht. «Unsere Priorität liegt aber bei der Identifizierung der Todesopfer», sagt die Staatsanwältin.