Hunderte nehmen an Trauermarsch in Crans-Montana teil
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In Crans-Montana:Hunderte nehmen an Trauermarsch teil

Box-Talent, Türsteher-Held, Jung-Golfer
Das sind die Opfer von Crans-Montana

Vier Tage nach dem Inferno sind alle 40 Todesopfer identifiziert. Die Leichname wurden den Angehörigen übergeben, wie die Kapo Wallis bestätigt. Was über die Opfer bekannt ist.
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Die Menschen legen in der Nähe des Brandplatzes Blumen nieder.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • 40 Tote und 119 Verletzte bei Brand in Crans-Montana in der Neujahrsnacht
  • Eliot Thelen (18) aus Luxemburg überlebt mit leichten Verbrennungen an der Hand
  • Alle Todesopfer wurden mittlerweile identifiziert
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Wo vor ein paar Tagen noch Silvesterfreude herrschte und Korken knallten, macht sich seit über 48 Stunden die pure Verzweiflung breit. 40 Tote. 40 vorwiegend junge Menschen, die in die beliebte Bar Le Constellation in Crans-Montana VS zum Feiern kamen und den Tod fanden. «Hier läuft die formelle Identifikation auf Hochtouren», sagt Frédéric Gisler, der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, am Freitagnachmittag an einer Pressekonferenz.

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Hinzu kommen mindestens 119 Verletzte. Viele davon befinden sich noch immer in kritischem Zustand. Und noch immer ist unklar: Wer ist verletzt? Wer hat es nicht überlebt? Was bisher über die Opfer des Infernos bekannt ist.

Arthur (†16) – Seine Mutter suchte tagelang nach ihm

Seit der Silvesternacht suchte Laetitia Brodard-Sitre aus der Westschweiz nach ihrem 16-jährigen Sohn Arthur. Auf Social Media teilte sie ihre verzweifelte Suche. «Ich habe die Hoffnung, dass das Bild meines Sohnes um die Welt geht», sagte die Mutter am späten Donnerstagabend zu «Le Temps». Nun herrscht traurige Gewissheit: Arthur überlebte das Brandinferno von Crans-Montana nicht.

Schweizer Boxer Benjamin J. (†18)

Unter den Todesopfern befindet sich auch Benjamin J.* (†18). Um das Schweizer Boxtalent trauert der Schweizerische Boxverband SwissBoxing auf seiner Webseite. «Er war ein vielversprechender Athlet und eine strahlende Persönlichkeit», schreibt der Verband über den jungen Mann, der Mitglied des Club Lausannois de Boxe gewesen war.

Trauer um Schweizer Schwestern Alicia (†15) und Diana G. (†14)

Zu den 40 Todesopfern von Crans-Montana werden auch die Schwestern Alicia und Diana G.* gezählt. Sie kommen laut «Tachles» aus der Region Lausanne. Das Schwesternduo kam demnach aus einer italienisch-jüdischen Familie und waren Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Sie sollen als unzertrennlich gegolten haben. Ihre Identifikation erfolgte am Sonntagmorgen.

Auch sie sind mittlerweile als Todesopfer identifiziert: Alicia und Diana G.
Foto: Screenshot Social Media

Serbischer Türsteher rettet mehrere Kinder (†31)

Der serbisch-schweizerische Staatsbürger Stefan I. (†31) arbeitete als Türsteher bei der Bar «Le Constellation», wie mehrere serbische Medien berichten. Als das Feuer ausbrach, befand sich I. an der Tür. «Als die ersten Gäste ihm erzählten, was passiert war und dass es brannte, ging er hinein und schob mehrere Kinder hinaus, dann ging er wieder hinein und geriet während dieser Rettungsaktion irgendwie in die Falle», erzählte sein Cousin dem Sender RTS.

Wie der Sender «4News» berichtet, hatte I. über 20 Jahre in der Schweiz gearbeitet und gelebt.

Jung-Golfer (†16) aus Italien unter Opfern

Offenbar nicht überlebt haben soll das Feuer der italienische Jung-Golfer Emanuele Galeppini (†16). Dies vermeldet zumindest der italienische Golfverband auf seiner Webseite und in den sozialen Medien: «Der italienische Golfverband trauert um Emanuele Galeppini, einen jungen Sportler, der Leidenschaft und authentische Werte mitbrachte», heisst es in der Mitteilung.

«In dieser Zeit grosser Trauer sind unsere Gedanken bei seiner Familie und allen, die ihn geliebt haben. Emanuele, du wirst für immer in unseren Herzen bleiben.» Der junge Italiener, wohnhaft in Dubai, stand auf der Liste der Vermissten, die vom italienischen Aussenministerium veröffentlicht worden war. Galeppini ist das erste identifizierte Opfer der Tragödie.

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Cyane P. arbeitete als Saisonkraft in Crans-Montana. Ihr Todesurteil.
Foto: Screenshot Instagram
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Foto: X / @corrierebologna
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Winzersohn Giovanni T. (†16): Schon sein Vater besuchte die Bar

Traurige Gewissheit herrscht auch bei Giovanni T.* Den Tod des Teenagers bestätigte sein Vater Giuseppe T.* gegenüber der italienischen Zeitung «Corriere della Sera». «Er war mein Sonnenschein», sagte der Winzer. Sein Sohn sei von allen geliebt worden. Giuseppe T. beschreibt seinen Sprössling als «einfühlsam, freundlich und lustig». «Er war sehr gut in der Schule und im Sport; er spielte Fussball, Golf, ging ins Fitnessstudio und fuhr Töff.» Er sei der ideale Sohn gewesen. 

Vater und Sohn waren gemeinsam über die Feiertage in Crans-Montana. «Ich habe ihm Geld für Silvester gegeben und ihn dann wiedergesehen, als er nicht mehr mit mir sprechen konnte», ergänzte der trauernde Unternehmer. Auch Giovannis Schwester und sein Bruder waren zum Unglückszeitpunkt im Walliser Skiort. 

Giuseppe T. geht davon aus, dass sein Sohn an einer Rauchvergiftung starb, denn er sei nicht besonders schwer verbrannt gewesen. Der Winzer hat die Weinbar in der Vergangenheit mehrmals besucht. «Abgesehen von dem nicht gerade feuerfesten Deckenmaterial erstaunt mich vor allem das Fehlen eines Notausgangs. Oder besser gesagt, es gab nur eine kleine, geschlossene Tür», sagte er dazu. «Hätte man sie verbreitert und einen Griff angebracht, wäre niemand gestorben», ist er sicher.

Schülerin Chiara Costanzo (†16) aus Mailand

In einer Gruppe von 15 jungen Leuten war Chiara Costanzo aus Mailand nach Crans-Montana angereist, wie «Corriere della Sera» berichtet. Sie wollten Silvester feiern – der Besuch der Bar «Le Constellation» sei eine «Last-Minute-Entscheidung» gewesen, erzählt ihr Vater der Zeitung. Woanders habe es keinen Platz mehr zum Feiern gegeben.

Acht Mitglieder der Gruppe konnten den Flammen entkommen, drei weitere wurden schwer verletzt. Vier wurden vermisst – darunter Chiara Costanzo. Nun hat ihre Familie die traurige Gewissheit: Die italienische Gymnasiastin verstarb im Inferno. «Ohne Vorwarnung bricht die Welt zusammen. Man ist nie darauf vorbereitet. Man kann es nicht sein», erklärt ihr Vater gegenüber «Corriere della Sera».

Charlotte N. (†15) aus Grossbritannien

Charlotte N.* ging im britischen Hertfordshire zur Schule, berichtet die Boulevardzeitung «Metro». Ihre Familie gab ihren Tod am Sonntag in einem Social-Media-Beitrag bekannt. Die Jugendliche war zunächst als vermisst gemeldet worden. Berichten zufolge besass sie die israelische, britische und französische Staatsbürgerschaft. In dem Post der Familie hiess es, im Laufe der Woche solle Charlotte in Paris bestattet werden. Sie jobbte zum Zeitpunkt des Unglücks als Babysitterin in der Schweiz.

Familienvater Giovanni P. (†) starb in den Flammen

Giovanni P.* kam ursprünglich aus dem französischen Gebirgsort Fresse-sur-Moselle, er lebte und arbeitete aber in der Schweiz, wie die lokale Nachrichtenseite «Remiremontvallees» berichtete. Sein Bruder gab bekannt, dass der Vater zweier Kinder im Alter von fünf und drei Jahren bei dem Brand ums Leben gekommen sei. Er war Angestellter in einem Casino.

Saisonkraft Cyane P. (†24)

Auch die Französin Cyane P.* überlebte das Inferno nicht. Sie arbeitete als Saisonkraft in dem Ferienort. Laut «Le Midi Libre» wurde ihre Leiche von ihren Angehörigen identifiziert.

Studentin Noémie D. (†26) aus Toulouse

Mit Noémie D.* ist auch eine Studentin unter den Toten. Die junge Frau aus Toulouse studierte Betriebswirtschaftslehre. Sie feierte Silvester mit einer Freundin in der Bar.

Matéo L. (†23) legte in der Todes-Bar auf

Matéo L.* war der DJ am Abend, als die Feuerhölle losbrach. In einigen Videos in den sozialen Medien ist er zu sehen, wie er an den Plattentellern steht, während das Feuer bereits an der Decke des «Le Constellation» brennt.

Am Sonntagabend herrschte Gewissheit. Alle Verstorbenen konnten identifiziert werden. 22 der Todesopfer kommen aus der Schweiz. Knapp die Hälfte aller Opfer war noch nicht volljährig.

Schweiz (22 Opfer)
  • Eine Teenagerin im Alter von 14 Jahren
  • Vier Teenagerinnen im Alter von 15 Jahren
  • Drei Teenager im Alter von 16 Jahren
  • Eine Teenagerin im Alter von 16 Jahren
  • Ein Teenager im Alter von 17 Jahren
  • Drei Teenager im Alter von 18 Jahren
  • Eine Teenagerin im Alter von 18 Jahren
  • Ein Mann im Alter von 20 Jahren
  • Eine Frau im Alter von 21 Jahren
  • Ein Mann im Alter von 21 Jahren
  • Zwei Frauen im Alter von 22 Jahren
  • Zwei Frauen im Alter von 24 Jahren (wovon eine auch die französische Staatsbürgerschaft innehatte)
  • Ein Mann im Alter von 31 Jahren
Frankreich (8 Opfer)
  • Ein Teenager im Alter von 14 Jahren
  • Eine Teenagerin im Alter von 15 Jahren (sie hatte auch die israelische und britische Staatsbürgerschaft inne)
  • Ein Teenager im Alter von 17 Jahren
  • Ein Mann im Alter von 20 Jahren
  • Ein Mann im Alter von 23 Jahren
  • Eine Frau im Alter von 26 Jahren
  • Eine Frau im Alter von 33 Jahren
  • Ein Mann im Alter von 39 Jahren
Italien (6 Opfer)
  • Eine Teenagerin im Alter von 15 Jahren

  • Eine Teenagerin im Alter von 16 Jahren

  • Vier Teenager im Alter von 16 Jahren (wovon einer auch die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Arabischen Emirate innehatte)

Portugal (1 Opfer)
  • Eine Frau im Alter von 22 Jahren
Belgien (1 Opfer)
  • Ein Teenager im Alter von 17 Jahren
Rumänien (1 Opfer)
  • Ein Teenager im Alter von 18 Jahren
Türkei (1 Opfer)
  • Ein Teenager im Alter von 18 Jahren

* Namen bekannt 

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