«Wir haben schreckliche Bilder gesehen»
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Jacopo (18) war vor Polizei da:«Wir haben schreckliche Bilder gesehen»

«Die Bilder verfolgen mich»
Aurora Ramazzotti stellt nach Tragödie unbequeme Fragen

Aurora Ramazzotti meldet sich mit einem langen Statement zu der Katastrophe in Crans-Montana zu Wort. Die Tochter von Michelle Hunziker ist fassungslos – auch aufgrund von widerwärtigen Kommentaren.
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In Crans-Montana kommt es in der Silvesternacht zu einer Tragödie. Rund 40 junge Menschen sterben in einem Inferno.
Foto: AFP via Getty Images

Darum gehts

  • Über 40 Tote bei Brand in Crans-Montana in der Silvesternacht
  • Aurora Ramazzotti kritisiert Schuldzuweisungen und mangelndes Mitgefühl im Netz
  • Die meisten Opfer waren junge Menschen, viele davon minderjährig
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Fynn MüllerPeople-Redaktor

Die Schweiz steht unter Schock. In der Silvesternacht sind bei einem Brand in Crans-Montana VS über 40 Menschen ums Leben gekommen, viele weitere wurden schwer verletzt. Die meisten Opfer: junge Menschen, teilweise noch minderjährig.

Einen Tag nach der Katastrophe teilt Aurora Ramazzotti (29) eindringliche Worte in ihrer Instagram-Story. Sie ist erschüttert von der Tragödie, aber auch von den Reaktionen im Netz.

Die Tochter von Michelle Hunziker (48) und Eros Ramazzotti (62) findet klare Worte. «Die Bilder dieser Tragödie verfolgen mich», beginnt sie ihren Post. Doch nicht nur die Aufnahmen lassen sie nicht los. Ebenso erschüttern sie die «widerwärtigen Kommentare von Menschen», die selbst angesichts des Todes nicht innehalten könnten.

«Wart ihr etwa nie jung und unbedacht?»

Besonders wütend machen Ramazzotti die Schuldzuweisungen gegenüber den Opfern. Viele der Jugendlichen seien minderjährig gewesen. «Wart ihr etwa nie jung und unbedacht?», fragt sie. Statt Mitgefühl zu zeigen, würden im Netz Vorwürfe laut, die jede Empathie vermissen liessen.

Gleichzeitig stellt Ramazzotti unbequeme Fragen. Beim Betrachten der kursierenden Videos frage sie sich, warum von den anwesenden Erwachsenen keine Sicherheitsmassnahmen ergriffen worden seien. Warum sei das Lokal nicht sofort evakuiert worden? Und warum hätten Jugendliche gefilmt, statt zu fliehen? Fragen, die derzeit auch die Ermittler beschäftigen.

«Es hätte ein Bruder, ein Freund oder ein Sohn dort drinnen sein können», schreibt sie. Umso unerträglicher sei es, Minderjährigen im Nachhinein die Schuld an ihrem eigenen Tod zu geben.

Einerseits werde der jungen Generation Realitätsferne vorgeworfen, andererseits hinterlasse man Kommentare, die völlig rücksichtslos seien – ohne zu bedenken, wer diese Worte lese. Eltern, Geschwister, Freunde der Opfer.

User widerspricht: «Du solltest lieber junge Menschen warnen»

Ein User antwortet ihr: «Nein, Aurora, du liegst komplett falsch. Mut beweist man nicht, wenn man betrunken ist oder spät nach Hause kommt.» Sie solle lieber «junge Menschen davor warnen, falsche Entscheidungen zu treffen – nicht diejenigen angreifen, die kommentieren».

Das Verhalten der Jungen sei erwartbar gewesen, legt Aurora Ramazzotti nach. Sie hätten noch kein ausgeprägtes Gefahrenbewusstsein. Sie fragt deshalb: «Wer hat den Alkohol bereitgestellt? Wer hat erlaubt, dass ein Event an einem Ort ohne Notausgänge stattfand? Wer war verantwortlich, während die Musik weiterlief? Warum gab es keinen Feueralarm, der warnte?»

Wir würden in einer Welt leben, in der Erwachsene statt einzugreifen ihr Handy zücken, schreibt Ramazzotti. «Angesichts der Heuchelei derer, die etwas kritisieren, das sie selbst ständig reproduzieren, kann ich nicht schweigen.» Erwachsene sollten zuerst selbst in den Spiegel schauen, bevor sie kommentieren. «Und wenn ihr schon dabei seid: Schämt euch.»

Gedanken bei den Opfern und ihren Familien

Am Ende drückt Ramazzotti ihr tiefes Mitgefühl aus. «Ich fühle den Schmerz der armen Familien der Opfer und stehe ihnen nahe», schreibt sie. «Mir fehlen die Worte.»

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