Darum gehts
- Brandkatastrophe in Crans-Montana fordert mindestens 40 Tote und 115 Verletzte
- Viele Opfer jung, darunter vermisste italienische Teenager und verletzter Fussballspieler
- 60 Verletzte im Walliser Spital, Helpline unter 084 811 21 17 eingerichtet
«Eine der schlimmsten Tragödien in der Geschichte dieses Landes», nennt Bundespräsident Guy Parmelin (66) die Brandkatastrophe in der Silvesternacht von Crans-Montana. Mindestens 40 Menschen sterben, 115 werden verletzt.
Detaillierte Informationen zu den Opfern gibt es aktuell nur sehr wenige. Es ist allerdings davon auszugehen, dass viele junge Menschen bei der Katastrophe zu Schaden kamen. «Viele der Opfer waren jung, voller Hoffnung und Träume», sagte der Bundespräsident an einer Pressekonferenz am Donnerstagabend.
Familien suchen verzweifelt nach Söhnen
Bekannt ist, dass 12 bis 15 Italiener nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana hospitalisiert wurden. Das teilte der italienische Aussenminister Antonio Tajani (72) mit. Etwa die gleiche Anzahl wird noch vermisst.
Unter diesen Vermissten ist auch der 16-jährige Giovanni Tamburi aus Bologna. Seine Mutter hatte einen Appell gestartet, um ihren Sohn zu finden. «Wir rufen alle Spitäler an, aber niemand weiss etwas, zumal die Eingelieferten in einem furchtbaren Zustand sind», sagte sie gegenüber «La Repubblica». Giovanni war mit seinem Vater, der ein Haus in der Schweiz besitzt, in Crans-Montana in den Ferien.
Ebenfalls vermisst wird der 16-jährige Emanuele Galeppini. Auch er soll den Silvesterabend mit Freunden in der Bar «Le Constellation» verbracht haben. Seine Familie habe seit der Tragödie nichts mehr von ihm gehört und warte jetzt verzweifelt auf Hinweise, berichtet «Genova Today». Emanuele ist Junior-Golfspieler und lebt in Dubai.
Auch ein Fussballspieler wurde verletzt
Unter den 115 Verletzten sind auch mindestens sechs französische Staatsbürger, berichtet das französische Aussenministerium. Ausserdem seien acht Französinnen oder Franzosen «noch nicht lokalisiert».
Unter den Verletzten befindet sich auch der 19-jährige Fussballspieler Tahirys D*. Das berichtet sein Verein, der FC Metz. D ist im Nachwuchs des Clubs und spielt als Verteidiger. Der 19-Jährige soll schwere Verbrennungen erlitten haben und werde derzeit in einem Spital in Deutschland behandelt.
Weitere Nationalitäten der Opfer sind bis jetzt nicht bestätigt. Wie die «Bild» allerdings berichtet, befinden sich unter den Toten keine deutschen Staatsbürger.
Auf den sozialen Medien kursieren derweil eine Menge weiterer Meldungen von Familien und Freunden, die nach vermissten Personen suchen. Auf den Fotos sind dabei fast ausschliesslich junge Menschen zu sehen.
Helpline eingerichtet
Behandelt werden die Verletzten aktuell an mehreren Orten. Im Spital Wallis, das seinen Katastrophenplan aktivierte, werden derzeit rund 60 Verletzte behandelt, berichtet der Kanton Wallis. Etwa 60 weitere Patientinnen und Patienten wurden in andere Spitäler eingewiesen, darunter das Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV) in Lausanne und das Universitätsspital Zürich.
Aktuell sind die Behörden gemeinsam mit den Nachbarländern an der Planung, um die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit schweren Verbrennungen bestmöglich sicherzustellen, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Kanton hat für Opfer und deren Familien ausserdem eine Helpline eingerichtet. Die Rufnummer lautet 0848 112 117.
*Name bekannt