Darum gehts
- In Crans-Montana brach am 01.01.2026 ein verheerender Brand aus
- Mehrere Dutzend Tote und rund hundert Verletzte, viele in Lebensgefahr
- Die Bar war besonders bei 16- bis 20-Jährigen sehr beliebt
Die Cafés haben geöffnet, Gäste flanieren durch den Ort. Der Sonnenschein vermittelt ein Bild von «Alles in Ordnung», doch der Schein trügt.
Gut 12 Stunden nach der Katastrophe herrscht in Crans-Montana eine seltsame Stimmung. Während das Quartier rund um die Bar «Le Constellation» grossräumig abgesperrt ist, nimmt das Leben im Rest des Dorfes seinen Lauf.
Die Tragödie, die der Nobelskiort in der Silvesternacht erlebt hat, ist kaum zu fassen. Sie wird sich ins Gedächtnis von Crans-Montana, des Wallis, der Schweiz einbrennen.
Gegen 1.30 Uhr brach in einer Bar im Zentrum des Dorfes ein Brand aus. Was genau passiert ist, weiss gegenwärtig niemand. «Es war wohl kein Terrorangriff, sondern ein Unfall», sagt die Walliser Generalstaatsanwältin am Vormittag.
Unklar ist weiterhin die Zahl der Toten. Die Rede ist lediglich von mehreren Dutzend. Dazu kommen an die Hundert Verletzte, manche von ihnen schweben in Lebensgefahr.
Fassungslosigkeit neben Normalität
Edward (52), ein Gast aus England, sagt zu Blick: «Unfassbar, die jungen Leute wollten das neue Jahr begrüssen, nun sind so viele von ihnen tot.»
Direkt daneben stapft eine junge Frau mit zwei Kindern Richtung Skilift. «Ich habe nichts mitbekommen», sagt sie. Schock und Normalität liegen in Crans-Montana direkt nebeneinander.
Der blanke Horror
Wer in die Sperrzone rund um das «Le Constellation» will, der kann dies nur in Begleitung der Polizei tun. Sichtschutzwände verhindern, dass die Bar von der Strasse aus eingesehen werden kann.
Am Nachmittag fahren mehrere Leichenwagen vor. Die Szenerie wirkt wie aus einer anderen Welt.
Was sich im Innern der Bar abgespielt hat, lässt sich nur erahnen. Sebastian Rapp (21) aus Crans-Montana feiert direkt neben dem «Constellation», als er eine Explosion hört. Offenbar kam es zu einem Flashover, der eine oder mehrere Explosionen zur Folge hatte, wie die Behörden erklären.
«Ich rannte nach draussen, es war der blanke Horror. Ich sah Tote und Leute mit verbrannten Haaren», sagt Rapp. Menschen versuchten in Panik aus dem Gebäude zu kommen. «Der Eingang war einfach zu klein», sagt der junge Mann. Menschen rissen sich die verbrannten Kleider von Leib.
Viele junge Leute betroffen
Rapp ist sich sicher, dass viele junge Menschen unter Toten und Verletzten sind. Die Bar sei gerade bei 16- bis 20-Jährigen sehr beliebt gewesen. «Es ist unfassbar, was passiert ist.»
Bis jetzt sind keine Bekannten von Rapp unter den Opfern. «Ich habe aber gehört, dass eine der Kellnerinnen gestorben sein soll. Die kenne ich.»
Wie geht es weiter?
Wie lange es dauern wird, bis die Brandursache ermittelt ist, weiss momentan niemand. «Wir stehen ganz am Anfang», sagt die Walliser Generalstaatsanwältin. Spezialisten aus Zürich unterstützen die Walliser Behörden bei den Ermittlungen.
Derweil nimmt das Leben in Crans-Montana seinen Lauf. Eine Frau diskutiert mit den Polizisten in der Sperrzone. Sie will ihre Einkäufe nach Hause bringen. «Ich verstehe das ja, aber ich wohne hier», sagt sie zu den Beamten.
Es scheint, als ob noch nicht allen bewusstgeworden ist, dass sich im Nobelort Crans-Montana eine der grössten Tragödien der jüngeren Schweizer Geschichte abgespielt hat.