Darum gehts
- Feuer-Tragödie in Crans-Montana an Silvester mit mehreren Opfern
- Fontänen statt Wunderkerzen wurden gezündet
- Fontänen müssen mindestens einen Meter von Oberflächen entfernt gezündet werden
Die Frage beschäftigt alle: Wie konnte so etwas passieren? Nach der Feuer-Tragödie von Crans-Montana VS beginnt die Aufarbeitung der Geschehnisse. Auch für Feuerwerksexperte Erich Frey (66) ist das Unglück ein Schock. Der Schweizer ist Experte in Sachen Pyrotechnik und kennt sich mit den unterschiedlichen Produkten aus.
Frey hat sich die Videos der Brand-Nacht ganz genau angeschaut. Für den 66-Jährigen ist klar: Bei den Gegenständen im Video habe es sich nicht um Wunderkerzen gehandelt. «Das sind Traumsterne – sogenannte Partyfontänen. Die Flammen gehen nur in eine Richtung – nach oben.»
«Produkte müssen Schweizer Zulassung haben»
Hinzu komme eine zehn Zentimeter lange Stichflamme. «Diese Fontänen müssen immer mindestens einen Meter von Oberflächen entfernt sein. Das war hier klar nicht der Fall.»
Allgemein gilt: «Jede Person in der Schweiz, die einen Traumstern zündet, muss über 18 sein und die Produkte müssen eine Schweizer Zulassung haben.»
Wurde Schaumstoff zur tödlichen Gefahr?
Heikel wird es, wenn entflammbares Material in der Nähe ist. Innerhalb kürzester Zeit kann so eine grosse Fläche Feuer fangen.
Die Decke im «Le Constellation» könnte laut Frey der Grund für die schnelle Entzündung gewesen sein. Auf Aufnahmen ist schaumstoffartiges Material zu sehen, das möglicherweise für die Isolierung der Akustik eingesetzt wurde.
Bei einer Medienkonferenz am Freitagnachmittag sagte Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud: «Natürlich geht es in unserer Untersuchung auch um den Schaumstoff an der Decke. Heute bin ich aber nicht in der Lage, ihnen mit Sicherheit zu sagen, ob es sich um konformen oder nicht konformen Schaumstoff handelte. Bitte spekulieren Sie nicht, lassen Sie uns arbeiten.»
«Ist das Material alt oder spröde, entzündet sich das extrem schnell»
Frey kennt solche Materialien. «Ist der Kunststoff alt oder spröde, entzündet sich das in Berührung mit Feuer extrem schnell. Man muss enorm aufpassen.» Für Feuerwerksexperte Erich Frey ist klar: «Die Kombination aus den Partyfontänen und flammbarem Material war höchst fahrlässig.»
Der Schweizer kontrolliert auch die Feuerwerksvorrichtungen bei grossen Bühnenshows – unter anderem bei Open Airs oder Hallenshows. «In der Schweiz müssen Firmen sicherstellen, dass sich kein brennbares Material in der Nähe befindet.» Als Unternehmer trage man da auch eine gewisse Verantwortung, erklärt Frey. Zudem müssten permanent Löschmaterialien zur Verfügung stehen.