Crans-Montana trauert um Todesopfer
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Kerzenmeer:Crans-Montana trauert um Todesopfer

Brandschutz-Massnahmen
Wie genau nehmen es die Walliser Gemeinden mit Kontrollen?

Nach dem Silvesterdrama in Crans-Montana drängen sich Fragen zu den Brandschutzvorschriften auf. Der Kanton Wallis hat keine obligatorische Gebäudeversicherung und somit ein anderes Kontrollsystem als der grosse Rest der Schweiz. Wer trägt die Verantwortung?
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Ein Polizist steht vor dem Eingang der Bar «Le Constellation».
Foto: AP

Darum gehts

  • Silvesterbrand in Crans-Montana forderte 40 Tote und über 100 Verletzte
  • Es stellen sich Fragen zum Brandschutz
  • Walliser Gemeinden tragen Verantwortung, öffentliche Gebäude werden jährlich kontrolliert
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Céline ZahnoRedaktorin Politik

Der Schock sitzt tief. Der Silvesterbrand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS forderte rund 40 Todesopfer und mehr als 100 Verletzte, die meisten von ihnen schwer.

Die Ursache des Feuers ist nach wie vor unklar. Laut mehreren Augenzeugenberichten setzen eine oder mehrere Wunderkerzen die Decke nach Mitternacht in Brand. Handy-Videos und -Bilder, die nach der Tragödie auftauchten, stützen diese Aussage. Die akustische Dämmung an der Decke scheint als Erstes zu brennen. Dabei dürfte es sich um billiges Material handeln. Hochwertiger Akustikschaumstoff ist schwer entflammbar oder sogar selbstverlöschend – minderwertiges Material hingegen brennt wie Zunder.

Fragen zum Brandschutz rücken nun ins Zentrum: Waren die Sicherheitsvorkehrungen ausreichend? Und wer trägt die Verantwortung für die Kontrollen?

Gemeinden sind verantwortlich

Der Kanton Wallis verfolgt beim Brandschutz ein anderes System als die meisten übrigen Kantone. Grundsätzlich verantwortlich sind, wie im Rest der Schweiz, die Eigentümer oder Betreiber eines Gebäudes. Allerdings existiert keine obligatorische Gebäudeversicherung. Das ist nur in drei weiteren Kantonen der Fall – in Genf, im Tessin sowie in Appenzell Innerrhoden – und wirkt sich darauf aus, wie die Vorschriften kontrolliert werden. 

Hugo Cina (70) ist als Brandschutzexperte in der Walliser Gemeinde Salgesch tätig. Er erklärt: «In anderen Kantonen ist die kantonale Gebäudeversicherung für die Brandschutz-Kontrollen zuständig. Im Wallis hingegen liegt diese Aufgabe grundsätzlich bei den Gemeinden.» Der Kanton übernehme lediglich die Koordination zwischen den Ortschaften.

«Jede Gemeinde verfügt über einen Sicherheitsbeauftragten», sagt Cina. Dieser führe die Kontrollen entweder selbst durch oder delegiere sie an einen Brandschutzfachmann oder einen Brandschutzexperten. Dafür sei ein entsprechender Antrag erforderlich. «Werden Mängel festgestellt oder Vorschriften nicht eingehalten, ist stets der Sicherheitsbeauftragte involviert.» Die oberste Verantwortung trage schliesslich der Gemeinderat.

Die Häufigkeit der Kontrollen wird vom Kanton vorgegeben. «Öffentlich zugängliche Gebäude, wie die Bar Le Constellation, sind jährlich zu kontrollieren.» Dies geschehe in Absprache mit den Eigentümern, da diese grundsätzlich für den Brandschutz verantwortlich seien. 

Bars müssen jährlich kontrolliert werden

Als Kanton ohne Gebäudeversicherung steht das Wallis immer wieder im Ruf, die periodischen Kontrollen etwas weniger konsequent durchzuführen. «Das ist abhängig von den Gemeinden», sagt Cina dazu. «Es gibt solche, die nehmen das topseriös. Kleinere Gemeinden sind mit der Brandschutz-Administration überfordert – das muss man ehrlich sagen.» Hier sei auch der Kanton gefordert, denn die Sicherheitsbeauftragten der Gemeinden werden durch den Kanton jährlich instruiert. 

Crans-Montana zählt zu den grösseren Gemeinden des Kantons. Ob die Brandschutz-Vorschriften eingehalten und korrekt kontrolliert wurden, dürfte nun auch im Zentrum der Ermittlungen stehen.

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