«Sieben Silvester dort gefeiert»
Ski-Ass Rochat war in Unglücksbar in Crans-Montana Stammgast

Marc Rochat kennt die Unglücksstätte in Crans-Montana aus seiner Jugend. Mehrfach feierte der heute 33-Jährige in der Vergangenheit dort Silvester. Beim nächsten Rennen will der Techniker mit Trauerflor fahren.
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Marc Rochat verbindet mit der Unglücksbar in Crans-Montana viele Jugenderinnerungen.
Foto: Getty Images

Darum gehts

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Marcel W. PerrenReporter Sport

Es gibt zwei Swiss-Ski-Stars mit einem besonderen Bezug zu Crans-Montana. Der im Bernbiet aufgewachsene Luca Aerni lebt seit ein paar Jahren zusammen mit seiner Freundin in einer Nachbargemeinde des Unterwalliser Nobelorts. Marc Rochat hat seinen Hauptwohnsitz zwar in der Region Lausanne, in seiner Jugendzeit hat der Slalom-Spezialist aber nahezu jedes Wochenende und jeden Winterurlaub im elterlichen Ferienhaus in Crans verbracht.

In seiner Sturm- und Drangzeit war Rochat regelmässig in der Bar «Le Constellation» zu Gast. «Ich habe mich als Jugendlicher in diesem Lokal, welches damals mit besonders schönen Teppichen im Lepoarden-Look bestückt war, sehr wohlgefühlt. Schätzungsweise habe ich hier sieben Silvester-Partys gefeiert», erinnert sich Rochat. Den jüngsten Silvester hat der mittlerweile 33-Jährige, der bei der letzten WM in Saalbach gemeinsam mit Stefan Rogentin Bronze in der Team-Kombination gewonnen hat, mit seiner Gattin in Zermatt gefeiert.

Bekannte von Rochat waren vor Ort

Am Tag zuvor ist Rochat aber wieder einmal in seinem einstigen Stammlokal eingekehrt. «Ich war mit meiner Frau im Le Constellation. Aber nicht an der Bar im Untergeschoss, sondern auf der Veranda. Wir haben dort einen Tee getrunken.» Entsprechend gross war auch bei ihm der Schock, als er am Neujahrstag von der Feuerkatastrophe im «Le Constellation» erfahren hat. Rochat war besonders besorgt wegen einiger Jugendlicher von einer Privatschule in Crans-Montana.

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«Ich bin Ambassador von der Privatschule Le Régent. Einige Schüler betrachten mich ein bisschen als grossen Bruder, ich habe mit ihnen auch schon Skitage absolviert. Einer dieser Burschen trägt wie mein Sohn den sehr seltenen Namen Lupo. Weil ich davon ausgegangen bin, dass Lupo mit ein paar Mitschülern zur Silvester-Party ins «Le Constellation» gegangen ist, habe ich mir besonders grosse Sorgen gemacht.»

Tatsächlich war Lupo mit seinen Kumpels am 31. Dezember auf dieser Fete, die eineinhalb Stunden nach Mitternacht in eine Katastrophe mündete. Aber die Burschen aus Rochats Privatschule konnten rechtzeitig aus dem Feuer entfliehen. «Lupo hat nach seiner Rettung dem US-Nachrichtensender CNN ein Interview gegeben», erzählt Rochat.

Mit Trauerflor am Start des nächsten Rennens

Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Rochat kennt Luca Aerni die Lokalität, die vor ein paar Tagen traurige Berühmtheit erlangt hat, nur von aussen. «Ich bin schon unzählige Male am Le Constellation vorbeigelaufen, aber eingekehrt bin ich hier noch nie», betont der Kombinationsweltmeister von 2017. Aber natürlich hat dieses schreckliche Ereignis auch bei Aerni die Neujahrsstimmung getrübt.

«Ich habe den Silvester in Anzère VS verbracht. Als ich am Morgen die Nachricht von der Tragödie in meinem Nachbardorf erhalten habe, habe ich sofort an meine Kollegen vom Golfclub in Crans-Montana gedacht. Ich hegte die Befürchtung, dass der eine oder andere bei dieser furchtbar endenden Party dabei war. Zum Glück hat sich das nicht bewahrheitet.»

Es könnte dennoch sein, dass unsere Slalom-Asse am kommenden Mittwoch beim Weltcup-Klassiker in Madonna di Campiglo Schwarz tragen. «Ich werde bei der nächsten Teamsitzung dafür plädieren, den Antrag zu stellen, dass wir in Madonna zum Andenken an die Opfer von Crans-Montana mit Trauerflor starten werden», verrät Marc Rochat.

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