Darum gehts
- Oscar-Gala 2026 erweitert «In Memoriam», lässt aber wichtige Namen aus
- Filmstars wie Brigitte Bardot und Bud Cort wurden nicht gewürdigt
- Robert Redford und Diane Keaton erhielten besondere Ehrungen während der Verleihung
Die Oscar-Verleihung 2026 hat ihr «In Memoriam»-Segment bewusst ausgedehnt, nachdem im vergangenen Jahr ungewöhnlich viele prominente Todesfälle zu beklagen waren. Doch selbst ein verlängerter Programmpunkt schafft es nicht, alle zu erfassen - und die dabei entstandene Liste der Übergangenen liest sich eindrucksvoll. Blick stellt die wichtigsten Namen vor.
James Van Der Beek (1977–2026)
James Van Der Beek (48), durch «Dawson‹s Creek» einem Millionenpublikum bekannt geworden, ist beispielsweise nicht erwähnt worden. Er starb im Februar, verlor den Kampf gegen Darmkrebs.
Eric Dane (1972–2026)
Ebenfalls ausgelassen wurde «Grey's Anatomy»-Darsteller Eric Dane (†53). Er starb im März an einer Ateminsuffizienz, die durch seine Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ausgelöst wurde. ALS ist eine Erkrankung des Nervensystems, die Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark angreift und den Verlust der Muskelkontrolle zur Folge hat. Dane sprach in der Vergangenheit offen über die Symptome der unheilbaren Krankheit.
Malcolm-Jamal Warner (1970–2025)
Malcolm-Jamal Warner (†54) spielte in der «Bill Cosby Show» den Sohn Theo. Er kam beim Schwimmen während Ferien in der Ortschaft Puerto Viejo de Limón in Costa Rica ums Leben. Er wurde von einer Strömung aufs offene Meer hinausgezogen und ertrank.
Brigitte Bardot (1934-2025)
Dass die drei oben genannten in erster Linie für ihre TV-Rollen bekannt sind, mag als Argument der Academy gelten. Doch der Grossteil der Übergangenen verfügt über eine relevante Filmografie wie etwa Brigitte Bardot (†91): Die französische Leinwand-Ikone, die das Kino der Nachkriegszeit wie kaum eine andere prägte, sucht man im Segment vergeblich.
Bardots Lebensweg war ein Paradox: gefeierte Leinwandrevolutionärin, verletzliche öffentliche Figur und später radikale Aktivistin mit politisch umstrittenen Positionen. Vielleicht landete sie auch deshalb nicht in dem Segment.
Weitere Namen
Auch Robert Carradine (1954–2026), June Lockhart (1925–2025) sowie Bud Cort (1948–2026) - der Hauptdarsteller des Kultfilms «Harold and Maude» - wurden während der Gala nicht gewürdigt.
Noch eine weitere Gruppe von Verstorbenen wurde zwar auf der Website der Academy gelistet, nicht aber in der Fernsehübertragung gezeigt: George Wendt (†76), das gemütliche Barhocker-Gesicht aus «Cheers», gehört ebenso dazu wie Julian McMahon (†56), James Ransone (†46), Danielle Spencer (†60) und Demond Wilson (†79). Auch Loretta Swit (†87), der «Mash»-Star, der jahrelang als Hot Lips Houlihan zum Inventar des amerikanischen Fernsehens gehörte, blieb dem Live-Publikum vorenthalten.
Wer geehrt wurde
Unter den Geehrten im «In Memoriam»-Segment stand unter anderem Robert Redford (1936-2025) im Mittelpunkt. Er wurde mit einem seltenen musikalischen Moment bedacht: Barbra Streisand (83) sang einen Ausschnitt aus «So wie wir waren» (1973), jenem Film, in dem sie einst an seiner Seite zu sehen war. Rob Reiner (1947-2025), der Regisseur hinter Klassikern wie «Harry und Sally» (1989), erhielt gleich mehrere persönliche Würdigungen - von Kiefer Sutherland (59) über Meg Ryan (64) bis hin zu weiteren Weggefährten.
Auch an Diane Keaton (1946-2025) wurde in einem eigens konzipierten, längeren Abschnitt erinnert, den «Die Familie Stone - Verloben verboten!»-Star Rachel McAdams (47) moderierte. Stars wie Catherine O'Hara (1954-2026) oder Robert Duvall (1931-2026) wurden ebenfalls gewürdigt.
Die Debatte um fehlende Namen ist kein neues Phänomen. Schon bei der Vorjahresverleihung hatte es Unmut gegeben: Michelle Trachtenberg (†39) war kurz vor der Zeremonie verstorben - und trotzdem nicht im Segment aufgetaucht. Auch Alain Delon (†88), Tony Todd (†69), Chance Perdomo (†27), «Romeo und Julia»-Darstellerin Olivia Hussey (†73) und Dokumentarfilmer Morgan Spurlock (†53) blieben damals unerwähnt.