Schweizer Börse beflügelt – SMI startet deutlich im Plus
Von Michael Hotz, Teamlead Wirtschaftsdesk
Die durch die neusten Entwicklungen im Iran-Krieg ausgelöste Euphorie an den Börsen treibt auch den Schweizer Leitindex nach oben: Der SMI startet am Montag mit einem Plus von knapp 1 Prozent in den frühen Handel. Die USA und der Iran haben ein Rahmenabkommen ausgehandelt und damit den Grundstein für einen Frieden gelegt.
Der SMI setzt damit den Aufwärtstrend der letzten Woche fort. In den letzten fünf Handelstagen legte der Leitindex 3,7 Prozent zu. Er nähert sich nun wieder der Schwelle von 14'000 Punkten, die der SMI Ende Februar überschritten hatte – bis der Ausbruch des Iran-Kriegs deutliche Kursverluste auslöste.
Friedensabkommen versetzt Märkte in Euphorie
Von Michael Hotz, Teamlead Wirtschaftsdesk
An den Finanzmärkten atmet man erleichtert auf: Die USA und der Iran haben sich auf ein Rahmenabkommen für ein Kriegsende geeinigt. Die offizielle Zeremonie soll am Freitag in der Schweiz stattfinden. Viele Details sind noch unklar, wie Blick-Experte Mattia Jutzeler hier aufzeigt.
Und doch versetzt die Ankündigung die asiatischen Börsen in Euphorie: Der japanische Leitindex liegt derzeit 4,9 Prozent im Plus. Der breiter gefasste Index Topix hat um 3,2 Prozent zugelegt. Der südkoreanische Leitindex Kospi klettert gar um 5,4 Prozent. Auch an den europäischen Finanzmärkten dürfte der USA-Iran-Frieden für Feierlaune sorgen. Der Schweizer SMI und der deutsche Dax liegen vorbörslich gut 1 Prozent im Plus.
Das Friedensabkommen sieht die Wiedereröffnung der Strasse von Hormus vor, was zu einer Entspannung der Ölpreise geführt hat. Diese sind am Montag auf den tiefsten Stand seit März gefallen. Öl der Nordsee-Sorte verbilligte sich um gut 4 Prozent auf rund 83,5 Dollar pro Barrel.
Bitcoin im Sinkflug – minus 15 Prozent in den letzten fünf Tagen
Von Bernadette Hogg, Redaktorin am Wirtschaftsdesk
Bitcoin erweitert seine Verluste. Nach einem Minus von 15 Prozent in den letzten fünf Tagen ist der Kurs am Freitag zwischenzeitlich auf 61’103 Dollar gerutscht. Er hat sich später bei 62’600 Dollar eingependelt, der tiefste Stand seit Februar. Mit einem Sturz von 30 Prozent im 2026 nähert sich das Kryptogeld der psychologisch wichtigen 60’000-Dollar-Marke.
Der Druck auf die Kryptowährung ist diese Woche von mehreren Seiten gestiegen, so Kryptohändler 21shares. Dass Teheran sich aus den Iran-Gesprächen zurückgezogen hat, hat nicht geholfen. Bei Anlegern steigt die Angst vor weiter steigenden Energiepreisen. Auch dass der bekannte US-Kryptowährungsinvestor Strategy seinen ersten Bitcoin-Verkauf seit 2022 tätigte, verschreckte Investoren.
Der florierende Technologie-Markt vermiest zusätzlich die Atmosphäre rund um den Bitcoin. KI-verbundene Aktien lenken risikofreudige Investoren vom Bitcoin ab. Dazu kommt: in den letzten Wochen verzeichnen US-Bitcoin-Spot-ETFs den stärksten Abfluss seit Ende 2025, laut 21shares in Höhe von rund 4 Milliarden Dollar.
Mega-Tagesverlust bei Partners-Group-Aktie – minus 16 Prozent
Von Sven Schumann, Praktikant Ressort Wirtschaft
Der Schweizer Leitindex SMI geht am Mittwoch mit einem Minus von 0,7 Prozent aus dem Handel – nach unten gezogen durch starke Kursverluste bei der Partners Group. Die Aktie des Zuger Finanzkonzerns rauschte zwischenzeitlich um bis zu 18 Prozent ab. Bei Börsenschluss war der SMI-Titel nach einem Tagesverlust von gut 16 Prozent 686 Franken wert – so wenig wie seit 2020 nicht mehr.
Die Partners Group hatte zuvor die Rücknahme eines Private-Equity-Fonds eingeschränkt – auf noch 5 Prozent des Nettoanlagewerts. Im zweiten Quartal hatten die Rücknahmebegehren noch 9,8 Prozent betragen. Mit der neuen Regel will das Finanz-Unternehmen von Mitgründer Alfred Gantner (58) die Flucht aus dem Fonds begrenzen. Generell steht die Private-Equity-Branche unter Druck.
Partners-Group-Migründer Gantner sorgte zuletzt im Herbst für grösseres Aufsehen. Damals gehörte er zur Delegation, die beim US-Präsidenten Donald Trump (79) für eine Senkung der Zölle lobbyierte. Die Gruppe brachte diesem unter anderem einen Goldbarren und eine Rolex-Uhr mit.
Schweizer Börse reagiert sofort auf Verhandlungsstopp von Iran
Von Nathalie Benn, Redaktorin am Wirtschaftsdesk
Am Montagnachmittag dreht der Wind am Schweizer Aktienmarkt: Der Leitindex SMI bricht um 1,89 Prozent ein und rutscht in den tiefroten Bereich. 17 von 20 Titel sind im Minus, nur die Aktien von Logitech, Kühne+Nagel sowie der UBS halten sich momentan über Wasser. Auch andere europäische Indizes geraten unter Druck, wenn auch weniger stark: Der deutsche Leitindex Dax verliert rund 0,6 Prozent, beim französischen Cac sind es 0,9 Prozent.
Grund für den plötzlichen Absturz sind Berichte iranischer Medien, wonach das Mullah-Verhandlungsteam den Austausch mit den USA eingestellt hat. Auslöser war laut den Mullahs die Einnahme der Burg Beaufort im Süden Libanons durch Israel. Wo in den letzten Wochen Öltanker noch zaghaft die Strasse von Hormus passierten, soll diese nun wieder vollständig blockiert werden. Mehr zum Verhandlungsstopp liest du hier.
Das lässt auch den Ölpreis wieder kräftig nach oben rauschen: Die Nordsee-Ölsorte Brent klettert auf ein Plus von 6,1 Prozent auf über 97 US-Dollar pro Fass, das amerikanische West Texas Intermediate (WTI) ist gar um 8,06 Prozent teurer geworden.
Heisse Gerüchte um Übernahme: Easyjet-Aktie hebt ab
Von Nathalie Benn, Redaktorin am Wirtschaftsdesk
Rund um den britischen Billigflieger Easyjet kursiert derzeit ein Übernahmegerücht: Die US-Investmentfirma Castlelake gab am Freitag bekannt, ein Angebot für Übernahme der britischen Fluggesellschaft zu prüfen. Heute gehört das börsenkotierte Unternehmen den Aktionären und Aktionärinnen. Der grösste Einzelaktionär ist nach wie vor Gründer Stelios Haji-Ioannou (59), der rund 15 Prozent am Unternehmen hält.
Auch Castlelake besitzt bereits einen Teil der Billig-Airline – wenn auch nur ein kleiner: Der Investor ist mit 2,14 Prozent der Aktien am Unternehmen beteiligt.
Obwohl es noch gar kein offizielles Kaufangebot gibt, erlebte die Easyjet-Aktie am heutigen Montag einen Höhenflug: Am frühen Nachmittag notierte sie 8,8 Prozent im Plus, am Vormittag war sie gar auf den höchsten Stand seit drei Monaten geklettert. Damit stiegt der Marktwert von Easyjet an der Londoner Börse auf knapp 3,5 Milliarden Franken.
Trotz des Aktien-Höhenflugs: An den Übernahmegelüsten der Amerikaner hat Easyjet keine Freude: Am Montag bezeichnete die Fluggesellschaft ein mögliches Übernahmeangebot als «höchst opportunistisch», da der Aktienkurs wegen der Unsicherheit im Nahen Osten und höheren Treibstoffpreisen zuletzt stark unter Druck geriet. Das Papier hat in den letzten 12 Monaten fast 25 Prozent eingebüsst.
Nach Launch von erstem E-Auto: Ferrari-Aktie verliert 8 Prozent
Von Michael Hotz, Teamlead Wirtschaftsdesk
Ein schwarzer Börsentag für Ferrari: Die Aktie des italienischen Autobauers büsst an der Börse in Mailand 8 Prozent ein. Noch in der letzten Woche hatte das Ferrari-Papier fast 12 Prozent zugelegt.
Auslöser des Kursabschlags am Dienstag ist das erste reine Elektrofahrzeug der traditionsreichen Automarke aus Maranello. Der «Ferrari Luce» – benannt nach dem italienischen Wort für Licht – kam bei vielen Investoren nicht gut an. Kritiker strichen unter anderem heraus, dass das Ferrari-E-Auto ähnlich wie chinesische oder japanische Sportwagen aussehe, mit einem Einstiegspreis von 550'000 Euro aber deutlich teurer als die Konkurrenz aus Fernost sei.
Den «Luce» entworfen hat der ehemalige Apple-Chefdesigner Jony Ive (59). Bereits als Ferrari Mitte Februar erste Bilder präsentierte, reagierten Fans skeptisch auf das futuristische Interieur. Mehr zu den Reaktionen der Tifosi liest du hier bei Kollege Juan Thomas.
Aktie von Nvidia unter Druck – trotz starker Zahlen
Von Michael Hotz, Teamlead Wirtschaftsdesk
Nvidia-Chef Jen-Hsun «Jensen» Huang (63) hat wieder abgeliefert: Der US-Chipkonzern ist im ersten Quartal 2026 erneut stark gewachsen – und hat neue Verkaufsrekorde vorgelegt. Der Umsatz kletterte auf 81,6 Milliarden Dollar – ein Plus von 85 Prozent im Jahresvergleich. Der operative Gewinn stieg gar um 150 Prozent auf 53,5 Milliarden Dollar. Und das Wachstum soll munter weitergehen: Für das laufende Quartal prognostiziert Nvidia einen Umsatz von 91 Milliarden Dollar.
Damit übererfüllte der Chiphersteller die Erwartungen der Analysten – einmal mehr. Trotzdem büsste die Nvidia-Aktie nachbörslich bis zu 1 Prozent ein. An den Börsen ist es mittlerweile keine Überraschung mehr, dass der Konzern besser als vorher prognostiziert abliefert. Nvidia steckt quasi in einer «Erwartungsfalle».
Dennoch bleibt die Aktie des KI-Pioniers ein Überflieger. Viele Analysten bleiben optimistisch, dass der an der Tech-Börse Nasdaq gehandelte Titel weiter steigt wie zuletzt. Seit Anfang Jahr hat er bereits 18 Prozent zugelegt. Damit zementiert Nvidia auch die Position als wertvollstes Unternehmen der Welt. Aktuell beträgt die Marktkapitalisierung des Konzerns 5,4 Billionen Dollar.
Nach GV und «Royal Pop»-Enthüllung: Swatch-Aktie fällt um 6 Prozent
Von Michael Hotz, Teamlead Wirtschaftsdesk
Turbulente Tage für Swatch – auch an der Börse: Die Aktie des Bieler Uhrenherstellers von CEO Nick Hayek (71) verliert am Mittwoch bis nach dem Mittag 6 Prozent. Damit ist fast die Hälfte des Kursgewinns seit Anfang Mai wieder weg.
Eigentlich herrscht um Swatch ein grosser Hype. Die Marke hat kürzlich eine Kollaboration mit dem Schweizer Konkurrenten Audemars Piguet angekündigt. Am Samstag kommt die gemeinsam kreierte Uhr «Royal Pop» auf den Markt. Mehr dazu erfährst du in meinem Artikel hier. Seit Dienstagabend ist bekannt, wie der gehypte Zeitmesser aussehen soll: Es ist eine Taschenuhr. Viele Uhrenfans zeigen sich in den sozialen Medien enttäuscht. Fällt deshalb die Swatch-Aktie?
Die verhaltenen Reaktionen auf die «Royal Pop»-Enthüllung dürften nicht der einzige Grund für den Kurseinbruch sein. Denn am Dienstag war auch noch die Swatch-Generalversammlung. Dort konnte sich die Familie Hayek gegen Aktionär und Kritiker Steven Wood (45) durchsetzen, er scheiterte mit all seinen Anträgen. Anlageexperten spekulieren, dass der US-Investor und/oder Wood-Unterstützer nun Swatch-Anteile abstossen.
Ölpreis steigt auf über 126 Dollar pro Barrel – neues Vierjahreshoch
Der Ölpreis rauscht wieder nach oben: Am Rohstoffmarkt hat sich die Ölsorte Brent aus der Nordsee in der Nacht auf Donnerstag auf über 126 Dollar pro Barrel verteuert – auf ein neues Vierjahreshoch. Letztmals war der Brent-Ölpreis Anfang 2022 so teuer. Entsprechend sind auch höhere Preise an der Tankstelle zu erwarten. Derzeit kostet der Liter Bleifrei 95 laut Angaben des TCS im Schnitt 1.90 Franken, Diesel gar 2.17 Franken pro Liter.
Auslöser des kletternden Ölpreises ist weiterhin der Iran-Krieg. Händler verweisen auf die weiterhin vertrackten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Die Sorge ist, dass die Strasse von Hormus noch lange geschlossen bleibt. Aktuell ist die für den weltweiten Gas- und Ölhandel so wichtige Meerenge weiterhin blockiert.