MSC mischt offenbar bei Übernahme mit
Schweizer Kreuzfahrt-Riese will Easyjet kaufen – und lässt nicht locker

Die Übernahmegerüchte um Easyjet nehmen Fahrt auf: Neben einer US-Investmentfirma wird nun auch der Genfer Reederei-Riese MSC als möglicher Mitkäufer gehandelt. Für die Familie Aponte wäre es nicht der erste Anlauf zum möglichen Kauf der Billig-Airline.
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Wird Easyjet bald schweizerisch?
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die US-Investmentfirma Castlelake will ein Angebot für eine Übernahme der britischen Fluggesellschaft prüfen
  • MSC könnte zusammen mit Castlelake Easyjet kaufen, Insider berichten vom erneutem Interesse
  • Marktwert von Easyjet liegt aktuell bei rund 3,5 Milliarden Franken
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Die Gerüchteküche um die britische Billig-Fluggesellschaft Easyjet brodelt: Vergangene Woche bestätigte die US-Investmentfirma Castlelake, ein Angebot für eine mögliche Übernahme der Airline prüfen zu wollen. Heute gehört das Unternehmen, das an der Londoner Börse kotiert ist, den Aktionären und Aktionärinnen. Diese jubelten über die Neuigkeit: Bei der Börseneröffnung am Montag legte die Aktie um bis zu 11 Prozent zu – der höchste Stand seit drei Monaten.

Jetzt taucht auch ein Schweizer Name in den Gedankenspielen rund um eine Easyjet-Übernahme auf: Castlelake liebäugelt demnach damit, für den Kauf eine Partnerschaft mit dem Genfer Reederei-Riesen MSC einzugehen. Dies berichtet die italienische Zeitung «Corriere della Sera» unter Berufung auf mehrere Insider.

Bislang haben sich weder MSC noch Easyjet zu den jüngsten Spekulationen geäussert. Auch von Castlelake steht eine Stellungnahme dazu bislang aus, wie die Zeitung berichtet. 

MSC will sich Easyjet nicht zum ersten Mal krallen

Klar ist: Die italienische Milliardärsfamilie Aponte – der die grösste Reederei der Welt gehört – hat nach wie vor Interesse an der Fluggesellschaft. Es ist nämlich nicht das erste Mal, dass MSC mit einer Übernahme von Easyjet in Verbindung gebracht wird. Bereits im Oktober 2025 kursierten Spekulationen, dass der Konzern mit einem Einstieg oder gar einer kompletten Übernahme liebäugelt.

Damals berichteten Insider gegenüber der italienischen Zeitung von «vorläufigen Bewertungen». Das Dossier liege «auf mehreren Schreibtischen» der Teppichetage, das Interesse in Genf sei «gross», so die anonymen Quellen. Ein Kauf würde durchaus Sinn machen. MSC könnte so die gesamte touristische Reisekette von Flügen bis zu Kreuzfahrtschiffen hin abdecken.

Gross wäre auch der Kaufpreis: Der Marktwert von Easyjet liegt derzeit bei knapp 3,5 Milliarden Franken. MSC dementierte die Gerüchte – trotzdem jubelten die Anleger auch damals. Die Aktie schoss über zehn Prozent ins Plus. 

Dass MSC nun erneut bei Easyjet mitmischt, passt ins bekannte Muster der Familie Aponte. Der Konzern rund um seinen Patron Gianluigi Aponte (85) versucht bereits seit Längerem, ins Business der Passagierluftfahrt einzusteigen. Schon 2022 wollte Aponte gemeinsam mit Lufthansa die italienische ITA Airways übernehmen – scheiterte jedoch an der Konkurrenz und an der Politik in Rom. In seinem Umfeld ist das Familienoberhaupt Aponte dafür bekannt, seine Ziele konsequent zu verfolgen – und nicht lockerzulassen, bis er sie erreicht. «Er ist unglaublich entschlossen, wenn er eine Chance erkennt», sagte ein Kenner des Unternehmens im Mai gegenüber der Bilanz. Genau deshalb dürften die jüngsten Übernahmegerüchte um Easyjet in der Branche ernst genommen werden.

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