Darum gehts
- Stadler Rail zieht Rekurs gegen SBB-Auftrag für 200 Doppelstockzüge zurück
- Kritik: SBB wählt ein neues, unerprobtes Modell statt bewährtem Stadler-Doppelstockzug
- Neue Siemens-Züge für Zürich und Westschweiz ab 2031 im Einsatz
Der Schweizer Zughersteller Stadler Rail zieht den Rekurs gegen die Vergabe eines Grossauftrages der SBB für 116 Doppelstockzüge zurück. Stadler begründet den Rückzug in einer Medienmitteilung mit der mangelnden Transparenz in den grösstenteils geschwärzten Gerichtsunterlagen. Deutlich erkennbar sei jedoch, dass die SBB ihren Ermessensspielraum bei der Bewertung der Angebote voll zugunsten des siegreichen Angebots genutzt hat. Dies gehe aus den Gerichtsunterlagen hervor.
Die Kritik von Stadler: Die SBB hätten sich für ein bisher nicht erprobtes und gänzlich neues Zugsmodell entschieden. Stadler habe dagegen einen Doppelstockzug angeboten, von dem sich 153 Züge im täglichen Einsatz bewähren. Die Vergabe an die deutsche Konkurrentin hatte nicht nur bei Stadler für Unmut gesorgt.
SBB unterschreiben Vertrag
Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler sagt zum Rückzug des Rekurses: «Wir bedauern den Entscheid nach wie vor, müssen diesen aber aufgrund der uns vorliegenden Informationen akzeptieren. Stadler richtet den Fokus auf die Weiterführung der langjährigen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit der SBB.»
Damit akzeptiert Stadler die Vergabe an Konkurrentin Siemens. Nach dem Rückzug der Beschwerde von Stadler Rail ist die rechtliche Klärung zum Zuschlagsentscheid der SBB an Siemens abgeschlossen, heisst es in einer Medienmitteilung der SBB. Diese werden nun den Vertrag mit Siemens Mobility Schweiz unterzeichnen und das Projekt wie geplant umsetzen. Die Reisenden der Zürcher S-Bahn und der Westschweiz sollen ab 2031 die neuen Züge nutzen können.