Darum gehts
- Noah Dettwiler kehrt drei Monate nach schwerem Unfall auf Rennstrecke zurück
- Er startet in der italienischen Supersport-Meisterschaft für Kuja Racing
- Saisonauftakt in Misano Ende April 2026 auf einer Ducati
Vor drei Monaten kämpfte Noah Dettwiler (20) in einem Spital in Kuala Lumpur tagelang um sein Leben, seine Liebsten machten an seiner Seite auf der Intensivstation bange Momente durch. Jetzt plant der Solothurner mit dem Basler Herzen und dem spanischen Wohnsitz die Rückkehr auf die Rennstrecke – und zwar ganz konkret.
Dettwiler unterschreibt einen Vertrag für die italienische Meisterschaft, er wird dort in der Supersport-Klasse im Rennstall Kuja Racing aus Mailand eine Ducati fahren.
Die Genesung schritt schneller voran als gedacht
Es ist eine regelrechte Töff-Sensation. Nur drei Monate nach dem furchterregenden Drama von Sepang besitzt Dettwiler wieder einen Vertrag als Rennfahrer. Das ist möglich, weil sich der Youngster nach dem Horrorcrash in der Besichtigungsrunde des Malaysia-GP so schnell ins Leben zurückkämpfte, wie es kaum vorhersehbar war. Nach diversen Operationen und einer intensiven Reha-Phase gilt Dettwiler als genesen, er sagt: «Ich kanns kaum erwarten, dieses neue Abenteuer zu starten.»
Der bisherige Moto3-Pilot hätte theoretisch auch trotz seines enttäuschenden Null-Punkte-Jahres weiterhin in der WM fahren können. Doch Dettwiler sagte im Dezember dem Team von Paolo Simoncelli ab, weil damals die gesundheitliche Entwicklung nicht absehbar war.
Nun lanciert der Töffrennfahrer sein Comeback in Italien. Weit weg von der Töff-WM, in der Dettwiler in zwei Moto3-Jahren den Durchbruch nicht geschafft hat. In der italienischen Meisterschaft gibts weniger Druck, weniger hochklassige Gegner, mehr Chancen auf die vorderen Ränge.
Wunsch-Szenario: Bald in der WM gegen Aegerter fahren
Der Neuanfang bedeutet den Abschied aus der Grand-Prix-Szene. Dettwilers Zukunft soll nun in den Klassen der seriennahen Meisterschaften mit der Königsklasse Superbike-WM liegen. Doch auch da ist der Weg weit – auch wenn Manager Daniele Camuso davon spricht, dass sich Dettwiler bei guten Ergebnissen mit einer Wildcard in der Supersport-WM (wohin Ex-Weltmeister Dominique Aegerter zurückgekehrt ist) zeigen könnte.
Aber eben: Noch hat Dettwiler seine neue Ducati nicht im Renntempo über den Asphalt gesteuert. Ob er den Horror von Sepang tatsächlich weggesteckt hat und wieder wie zuvor Gas geben kann? Der Saisonauftakt findet Ende April in Misano statt.