Es hätte alles so kitschig sein können. Matthias Hüppi, wie er nach dem Cupsieg am Sonntag vor laufender SRF-Kamera seinen emotionalen Rücktritt verkündet. Weil er schon 68 Jahre alt sei und auf dem Höhepunkt abtreten wolle. Dass er die letzten acht Jahre genossen habe. Dass es sein Bubentraum gewesen sei, FCSG-Präsident zu werden. Und am Ende reitet er mit dem Cupkübel in der Hand in den Sonnenuntergang.
Die Realität aber ist eine andere. Knallharter Machtkampf in der Führungsetage! Am Pfingstmontag macht Blick publik, dass mit Marwin Hitz ein neuer Verwaltungsrat installiert werden soll, ein paar Stunden später nennt das «St. Galler Tagblatt» drei weitere Namen, die den VR komplettieren sollen. Ex-SVP-Regierungsrat Stefan Kölliker, Martina Wüthrich, eine Juristin aus dem Kanton Thurgau, und Treuhänder Urs Baumer sollen neben Hitz ins Gremium dazustossen.
Die bisherigen Verwaltungsräte Peter Germann, Patrick Gründler, Christoph Hammer sowie Benedikt Würth sollen demnach zurücktreten. Von der aktuellen Besetzung würde nur Patrick Thoma, einer der FCSG-Inhaber (15,03 Prozent), übrig bleiben. Hüppis auslaufender Vertrag Ende des Jahres soll nicht verlängert werden und Stefan Kölliker als sein Nachfolger installiert werden. Hüppi habe auf das Angebot für eine Vertragsverlängerung bislang nicht reagiert.
Harmonie im VR wurde gestört
Aber warum das Ganze? Grossaktionäre im Verwaltungsrat wollte man bei Hüppis Amtsübernahme unbedingt verhindern. «Eine Vermischung dieser beiden Gremien ist Gift für einen Verein», fand man damals im Verwaltungsrat. Nun könnte genau diese Konstellation das Ende von Hüppi zur Folge haben. Die Harmonie im lange Zeit vereinten VR um Präsident Hüppi, Germann, Gründler, Hammer sowie Würth wurde durch die Wahl von Thoma im November gestört.
Dass in der Führungsetage trotz des Cupsiegs dicke Luft herrscht, machten bereits Hüppis Aussagen kurz nach dem grössten sportlichen Triumph seiner Amtszeit klar. Er sprach von «ultraharten Wochen und Monaten». «Bei uns wirken verschiedene Kräfte. Es war für mich als Klubpräsident die Aufgabe, hinzustehen und Kraft zu entwickeln, um Schaden vom Klub fernzuhalten. Es gibt im Moment Tendenzen, die wir in dieser Form nicht akzeptieren werden. Es ist unvorstellbar, dass in der besten Phase der Klubgeschichte nicht alle geschlossen hinter uns stehen.» Näher könne er es nicht ausführen.
Fans könnten für neuen Kurs zum Problem werden
Klar ist: Es bestehen unterschiedliche Visionen zur Ausrichtung des Klubs. Ziel der designierten neuen Führungsriege dürfte laut dem «St. Galler Tagblatt» sein, den Klub dauerhaft an der Spitze der Liga zu etablieren. Der bisherige Verwaltungsrat habe im Herbst zur Besonnenheit aufgerufen, als es darum ging, noch mehr aus dem Verein herauszuholen.
Die Anhänger geben dem Machtkampf zusätzlich Brisanz. Die Fanszene aus dem Espenblock stellte sich nach dem Cupsieg mit einem Statement hinter Hüppi. Beim Spiel brachten sie mit Spruchbändern ihre Solidarität mit dem Präsidenten und dem bisherigen Verwaltungsrat zum Ausdruck. Ein drastischer Kurswechsel im Klub dürfte auf den Rängen schlecht ankommen. Die Cupeuphorie droht in der Ostschweiz viel schneller zu verpuffen, als allen lieb wäre.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 38 | 28 | 75 | |
2 | FC St. Gallen | 38 | 25 | 70 | |
3 | FC Lugano | 38 | 17 | 67 | |
4 | FC Sion | 38 | 23 | 63 | |
5 | FC Basel | 38 | -3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 38 | 11 | 55 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 38 | 10 | 53 | |
2 | Servette FC | 38 | 8 | 53 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 38 | -14 | 42 | |
4 | FC Zürich | 38 | -23 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 38 | -26 | 33 | |
6 | FC Winterthur | 38 | -56 | 23 |

