Darum gehts
- FC-St.-Gallen-Präsident Matthias Hüppi kritisiert nach Cupsieg internen Klub-Konflikt
- Aktionäre planen Marwin Hitz als VR-Mitglied, Fans warnen vor Einfluss
- FCSG holt ersten Cupsieg seit 26 Jahren, Unruhe im Klub bleibt
Es ist ein bemerkenswertes Interview, das FC-St.-Gallen-Präsident Matthias Hüppi (68) nur wenige Minuten nach dem grössten Erfolg in der Klubgeschichte seit 26 Jahren gibt. Es seien ultraharte Wochen und Monate gewesen, so Hüppi nach dem Cupsieg vor dem SRF-Mikrofon. «Bei uns wirken verschiedene Kräfte» und «es ist unvorstellbar, dass in der besten Phase der Klubgeschichte nicht alle geschlossen hinter uns stehen», erklärt der 68-Jährige. Konkret wird Hüppi nicht, wen oder was er damit meint.
Es geht darum, dass die Aktionäre sowie Inhaber des Klubs und der Verwaltungsrat um Hüppi unterschiedliche Auffassungen haben über den wirtschaftlichen Ist-Zustand, das Potenzial und die künftige Ausrichtung des FC St. Gallen. Ein Machtkampf ist hinter den Kulissen schon längst im Gange, bei dem Hüppi als Angestellter gegenüber den Klubaktionären wenig Argumente haben dürfte, um sich gegen deren Pläne stellen zu können.
In einer ersten Massnahme wurde im vergangenen Herbst mit Patrick Thoma einer der Aktionäre in den Verwaltungsrat gewählt. Die Harmonie im lange Zeit vereinten VR um Präsident Matthias Hüppi, Peter Germann, Patrick Gründler, Christoph Hammer sowie Benedikt Würth wurde gestört.
Vom FCB-Tor in den Verwaltungsrat der St. Galler?
Und Blick erreichen Informationen, wonach das Aktionariat nach dem Triumph im Cup die nächste personelle Veränderung in der Klubspitze anstreben könnte. Der Plan: Marwin Hitz soll neu im Verwaltungsrat der Ostschweizer installiert werden. Der 38-Jährige hat beim FC Basel soeben seine Goaliekarriere beendet und soll jetzt in einer neuen Position vor der Rückkehr zu seinem einstigen Jugend- und Ausbildungsklub stehen. Von 1996 bis 2008 wurde Hitz beim FC St. Gallen im Tor ausgebildet, bevor er den Klub Richtung Bundesliga verlassen hatte.
Unklar ist, ob jemand – und wenn ja, wer – im bisherigen Verwaltungsrat für Hitz weichen müsste. In St. Gallen gibt es aber Spekulationen, dass es noch in dieser Woche zu einer entsprechenden Bekanntgabe kommen könnte. Mit Marwin Hitz könnten die Aktionäre gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sie würden ihren Einfluss im Verwaltungsrat vergrössern und gleichzeitig einen grossen Namen präsentieren, der bestens vernetzt ist, bei Sponsoren gut ankommt und auch bei den Fans Emotionen wecken könnte.
Warnung der Fans
Diese haben sich nämlich ebenfalls bereits involviert in die Entwicklung rund um die Chefetage des FCSG. «Als St. Galler Fangemeinde werden wir nicht schweigend zuschauen, wenn Entwicklungen entstehen, welche den Charakter und die Unabhängigkeit unseres Klubs langfristig beschädigen könnten», heisst es in einem Statement der Fankurve.
Vieles deutet darauf hin, dass nach dem grossen Cuperfolg der Ostschweizer nun unruhige Tage auf den Klub zukommen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 38 | 28 | 75 | |
2 | FC St. Gallen | 38 | 25 | 70 | |
3 | FC Lugano | 38 | 17 | 67 | |
4 | FC Sion | 38 | 23 | 63 | |
5 | FC Basel | 38 | -3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 38 | 11 | 55 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 38 | 10 | 53 | |
2 | Servette FC | 38 | 8 | 53 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 38 | -14 | 42 | |
4 | FC Zürich | 38 | -23 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 38 | -26 | 33 | |
6 | FC Winterthur | 38 | -56 | 23 |

