CC spricht über Kaderpläne
Wer bei Sion unverkäuflich ist und wen man verpflichten will

Sion-Boss Christian Constantin will seine Erfolgsmannschaft um (fast) jeden Preis zusammenhalten. Und er will die Kaufoption für Winsley Boteli ziehen. Wie teuer käme ihn das zu stehen? «Sehr teuer!»
Kommentieren

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
Die Zusammenfassung von Blick+-Artikeln ist unseren Nutzern mit Abo vorbehalten. Melde dich bitte an, falls du ein Abo hast.
RMS_Portrait_AUTOR_718.JPG
Alain KunzReporter Fussball

In Sion ist in den letzten drei Jahren etwas zusammengewachsen. Etwas Starkes, Vereintes, Positives. Ein dickschädeliger Trainer mit einem klaren Plan. Wie ein Walliser Bergler. Nun, Didier Tholot ist tatsächlich Bergler, aufgewachsen in der Auvergne, einem Bergbaugebiet in Frankreich. Der Menschenschlag: ähnlich wie im Wallis.

1/10
Quasi unverkäuflich: Rilind Nivokazi ...
Foto: keystone-sda.ch

Dieser Tholot hat den Klub zurück ins Oberhaus geführt, dann zum Ligaerhalt und nun in die Championship Group. Vielleicht sogar nach Europa. Für diesen Fall will Präsident Christian Constantin vorbereitet sein. Sollte man die Quali erreichen, gilt es drei Runden zu überstehen, bis man in der Ligaphase der Conference League ist. «Das sind sechs Spiele. Das erste am 23. Juli. Will man da durchkommen, muss die Mannschaft stehen.» Und was ist da das Einfachste? Bereits eine funktionierende Mannschaft zu haben.

Drei bis vier Neue, mehr nicht!

«Deshalb ist es unser Ziel, unsere Mannschaft zusammenzuhalten und nur ganz wenige Retuschen vorzunehmen. Der Sportchef und ich werden drei bis vier Spieler holen. Nicht mehr. Und zwei davon sollen Schweizer sein», sagt CC.

Was für ein Paradigmenwechsel verglichen mit den früheren Transferperioden, die mehr an türkische Basare erinnerten und in Constantins Hotel Porte d’Octodure in Martigny veranstaltet wurden!

«Racioppi steht nicht zum Verkauf!»

Doch was so einfach tönt – die Mannschaft zusammenzuhalten – kann allerdings schnell tricky werden. Es beginnt schon beim Goalie, bei Anthony Racioppi. Viele, auch FCB- und Nati-Legende Pascal Zuberbühler, halten den Genfer für den besten Keeper der Liga und fordern ihn in die Nati. Logisch haben diverse Klubs ein Auge auf den ehemaligen YB-Goalie geworfen. So auch der FC Basel, der einen Nachfolger für den zurücktretenden Marwin Hitz sucht. Was, wenn ein Klub zehn Millionen bietet? CC: «Dann sage ich Dankeschön für das Angebot, foutiere mich aber darum. Anthony ist im Wallis aufgeblüht. Er ist wie gemacht für unsere Region, und auch wir haben riesig den Plausch an ihm, weil er besser und besser wird. Nein, er steht nicht zum Verkauf!»

Hinter Racioppi bleibt der erfahrene Francisco Ruberto (33) die Nummer zwei und der blutjunge Jurassier Simon Caillet (19) die drei. Allerdings kehrt der an den FC Noah ausgeliehen gewesene Aufstiegsgoalie Timothy Fayulu aus Armenien zurück. «Aber Tim hatte schon Anfang Saison keine Lust, die Nummer zwei zu sein. Das hat er auch jetzt nicht. Er dürfte für den Kongo an der WM teilnehmen. Danach werde ich ihn verkaufen.»

Die Viererkette steht, unverrückbar

Ein weiterer Erfolgsgarant: die Viererkette. Die steht meistens wie eine eins. Sion hat die beste Abwehr der Liga, und das soll auch so bleiben: Numa Lanvanchy, Jan Kronig, Kreshnik Hajrizi und Nias Hefti waren oft unüberwindbar. Das Quartett wird auch in der neuen Saison gesetzt sein. Spannend wirds in Sachen Backups. Rechts hat Sportchef Barthélémy Constantin mit Ryen Kessler einen talentierten Allrounder als Lavanchy-Vertretung geholt. In der Mitte sind die Backups Noé Sow und Maxime Dubosson. Und links ist der Stellvertreter auch klar: Marquinhos Cipriano. Doch dessen Vertrag läuft aus. Wie weiter? CC: «Wir diskutieren. Möglich, dass er bleibt. Aber es ist nicht sicher.» Sonst? «Hole ich einen neuen Jungen.» Also ist Nati-Legende Ricardo Rodriguez kein Thema? CC: «Nein. Das war er im Sommer. Doch dieses Kapitel ist zu.»

Wer sind die Backups für Baltazar und Kabacalman?

Defensives Mittelfeld. Auch da gibts zwei Gesetzte, die unverrückbar ihren Mann stehen. Klublegende Baltazar und Captain Ali Kabacalman. Auch die beiden werden gesetzt sein. Dahinter? CC: «Der Vertrag von Lamine Diack läuft aus, wir werden die Kaufoption nicht ziehen.» So ist Sow hier derzeit die einzige Alternative. Oder doch nicht? «Donat Rrudhani kann das auch spielen. Und das sehr gut! Aber wir werden einen weiteren Backup holen.»

Offensives Mittelfeld. Auf den Flügeln werden Ilyas Chouaref und Franck Surdez die Gesetzten sein. Doch auch Benjamin Kololli gehört in diese Kategorie. «Nur muss man das Team dann ein bisschen um Benji herum aufstellen», so CC. «Schliesslich ist er dreiunddreissig…» Die weiteren offensiven Mittelfeldspieler im engeren Stamm sind Liam Chipperfield und Josias Lukembila. «Auch Donat wird das weiterhin spielen», so CC. «Und den sehr talentierten Adrian Llukes sehe ich nächste Saison auch dort.» Klassischer Ergänzungsspieler in dieser Reihe ist zudem Théo Berdayes.

Will CC Boteli tatsächlich kaufen?

Ganz vorne? Rilind Nivokazi, der ehrliche Land- und Luftkämpfer mit dem Tor-Kompass. Absoluter Liebling des Coaches. Dahinter? Winsley Boteli, wie gehabt. Nur: Der Leihvertrag des hochtalentierten Genfers läuft aus. Allerdings hat Sion eine Kaufoption. Wie hoch ist die? CC: «Sehr hoch. Das wird teuer!» Wie teuer? «Ach, sie wissen, wie das ist mit den Zahlen. Da verlässt mich immer die Erinnerung. Und man wird auch nicht jünger …»

Die kolportierte Summe, die man Borussia Mönchengladbach überweisen müsste, liegt bei 3,5 Millionen Franken. Eine für die Super League horrende Summe. CC: «Winsley hat gewaltiges Potenzial! Der Strafraum ist sein Revier. Er ist geboren, um Tore zu schiessen. Doch man muss ihn noch formen. Ballbehandlung und Ballführung sind noch nicht top.»

Juventus Turin, Everton, Aston Villa

Laut Constantin will Boteli unbedingt bleiben. «Und eine Rückkehr zu Gladbach käme zu früh. Also suchen wir eine Lösung, damit er bleiben kann.» Allerdings dürfte alles ausser dem Kauf ins Leere führen. Mittlerweile soll es Interesse von Aston Villa, Juve oder Everton geben. Anders ausgedrückt: Wenn Boteli so weitermacht, werden die 3,5 Millionen bald ein Schnäppchen sein. In Deutschland wird landauf, landab kolportiert, dass sich Sion diese Summe nicht leisten könne. Doch wenn CC, der zu den Milliardären aufgestiegen ist, Lust hat, den Spieler zu kaufen, dann kauft er ihn.

Auch Chouaref, Nivokazi oder Hajrizi haben Begehrlichkeiten geweckt. Gleiche Frage wie bei Racioppi: Was, wenn einer zehn Millionen bietet? CC: «Dann sage ich Merci. Aber es ist mir egal.» Fünfzehn Millionen? «Sie wissen ganz genau, dass irgendwann der Moment kommt, an dem es unsinnig wäre, Nein zu sagen. Aber im Moment sind keine derartigen Summen auf dem Tisch.»

Der CC-Plan, um Platz drei zu holen

CC hat auch in Sachen Europa Blut geleckt. Und das richtig. «St. Gallen hat den Cupfinal noch lange nicht gewonnen. Gegen Stade-Lausanne-Ouchy zu spielen, ist etwas furchtbar Mühsames. Wir sind zweimal im Cup dort raus und wir sind in der Barrage abgestiegen.» Also müsse man Dritter werden, um sicher zu sein. «Wir müssen in den beiden nächsten Runden zwei Punkte auf Lugano gutmachen. Die haben jetzt fünf Vorsprung. Dann kommts in der zweitletzten im Tourbillon zum Showdown um Platz drei.»

So schnell geht das mit den Ambitionen, wenn man aus fünf Spielen 13 Punkte holt.

Noch näher dran an deinem Klub

Nutze das Feature «Follow My Team» für Fussball- und Eishockey-Fans. Folge deinem Lieblingsverein ganz egal ob Super League oder National League – oder etwa auch bei den Nationalteams und in den internationalen Top-Ligen. So erhältst du personalisierte Inhalte, jedes Spiel live aufs Handy und verpasst keine Story mehr. Jetzt followen!

Nutze das Feature «Follow My Team» für Fussball- und Eishockey-Fans. Folge deinem Lieblingsverein ganz egal ob Super League oder National League – oder etwa auch bei den Nationalteams und in den internationalen Top-Ligen. So erhältst du personalisierte Inhalte, jedes Spiel live aufs Handy und verpasst keine Story mehr. Jetzt followen!

Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
34
37
74
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
34
25
63
3
FC Lugano
FC Lugano
34
13
60
4
FC Sion
FC Sion
34
18
55
5
FC Basel
FC Basel
34
4
53
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
34
4
48
Champions League-Qualifikation
Conference League Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
34
4
43
2
Servette FC
Servette FC
34
2
43
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
34
-7
42
4
FC Zürich
FC Zürich
34
-21
34
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
34
-26
27
6
FC Winterthur
FC Winterthur
34
-53
19
Relegation Play-Offs
Abstieg
In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Liebe Leserin, Lieber Leser
Der Kommentarbereich von Blick+-Artikeln ist unseren Nutzern mit Abo vorbehalten. Melde dich bitte an, falls du ein Abo hast. Noch kein Blick+-Abo? Finde unsere Angebote hier:
Hast du bereits ein Abo?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen